Aus für beruhigte Zone?

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Der Chef vom "De Gustibus", Giorgio Margagna, und auch seine Kunden befürworteten die Berliner Straße als "Fußgängerzone". Leider wurde dies von den Kraftfahrzeugen ignoriert und sogar teilweise wurden die Absperrungen umgefahren, wie er mitteilte. Daher machte sich Margagna, wie auch seine Wirte-Kollegen, nicht mehr die Mühe, Gastflächen auf der Straße aufzubauen.

Waldkraiburg - Es war eine gute Idee - zumindest theoretisch. Freitag- und Samstagabend sollten die Ost- und Berliner Straße gesperrt werden, um eine Fußgängerzone entstehen zu lassen. Die Wirte konnten ihre Tische auf die Straße stellen.

Der Plan: mehr Flair in die Innenstadt bringen. Doch wenige Wochen später ist die Probezeit vorbei - und die Gaststättenbesitzer ziehen eine negative Bilanz. Frustriert ist Restaurantbesitzer Galgiulo Angelo: "Unsere Gäste haben die Idee sehr schlecht angenommen." Viele hätten Essen zum Mitnehmen bestellt - und es dann nicht abgeholt. "Weil sie uns nicht gefunden haben." Schließlich sei die Straße so gesperrt, dass keiner hinfahren konnte. "Das einzige Mal war unser Restaurant gut besucht, als es die lange Einkaufsnacht gab." Statt der beruhigten Verkehrszone wünscht er sich mehr Aktionen wie die Einkaufsnacht. Der Restaurantbesitzer findet es schade, dass die Idee nicht geklappt hat, gleichzeitig ist er aber froh, dass die Probezeit vorbei ist.

Ähnlich enttäuscht ist Giorgio Margagna vom Restaurant "De Gustibus": "Das Ganze war ein Schnellschuss." Die Idee der beruhigten Fußgängerzone sei gut gewesen, aber die Gestaltung zu unprofessionell. "Das Ganze hätte mehr überdacht werden müssen." Die Stadt hätte sich laut Margagna mehr einsetzen müssen und die Organisation nicht den Wirten überlassen sollen. "Ich meine, es bringt doch nichts, nur Tische auf die Straße zu stellen, da muss mehr sein: Veranstaltungen, Atmosphäre." Der De-Gustibus-Betreiber habe den Eindruck, die Verantwortlichen wollten nicht, dass es funktioniere. "Für Kunst und Kommerz 2010 plant die Stadt bereits jetzt schon, aber unser Projekt war innerhalb von einer halben Stunde auf die Beine gestellt", sagt Margagna. Er findet es schade, schließlich seien solche Ideen für den Ortskern lebensnotwendig. "Wir Wirte freuen uns darüber, aber wer wirklich davon profitieren sollte, sind die Stadt und ihre Bewohner." Die Organisation kritisiert auch Thomas Haas vom Graf-Toering-Hof: "Wie sollen wir freitags gegen 18.30 Uhr die Straßen absperren, wenn da das Geschäft schon im vollem Gange ist?" Hier hätte die Stadt seiner Meinung nach etwas mehr unterstützen können. Zudem seien die Absperrungen oftmals nicht beachtet worden. "Es sind viele Autofahrer trotzdem durch die Berliner Straße gefahren.” Auch wenn sich die Aktion für Thomas Haas weniger gelohnt hat, die Idee an sich findet er gut: "Es ist doch schön, wenn es ruhiger ist als sonst."

Wie es nun mit der beruhigten Zone weitergeht, weiß keiner. Auch nicht Willi Engelmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk: "Ich habe nicht das Gefühl, dass die Leute begeistert sind - auch nicht die Wirte." Letzlich müsse jedoch die Stadt entscheiden, wie es weitergeht. Man könne Erfolg aber nicht erzwingen. "Trotzdem war es gut, dass wir es versucht haben", meint Willi Engelmann. Leider könne nicht alles funktionieren. Ob das nun das Aus für die beruhigte Zone ist, bleibt offen. Das letzte Wort hat die Stadt.

awl/Mühldorfer Anzeiger 

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