Balkon bleibt erhalten

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Die Fassade des Hauses des Buches wird modernisiert, damit sich die Stadt Heizkosten spart. Der typische umlaufende Balkon, den viele Bürger und Stadträte nicht missen wollen, bleibt jetzt doch erhalten.

Waldkraiburg - Der charakteristische Stahlbeton-Balkon am Haus des Buches bleibt auch nach der geplanten energetischen Sanierung der Fassade erhalten. So sieht es ein neuer Entwurf des Architekten vor, der im Bauausschuss allgemeine Zustimmung fand.

Den bereits gebilligten Kostenrahmen von 850000 Euro überschreitet diese Variante nicht.

Der vom Planer Klaus Leukert im Sommer vorgestellte Vorentwurf für die Fassadensanierung war auf Vorbehalte gestoßen. Der farbenfrohen Gestaltung, die das Gebäude aus den 70er-Jahren den Gegebenheiten der heute gebräuchlichen Architektur anpassen wollte, wäre auch der charakteristische umlaufende Fluchtbalkon zum Opfer gefallen. Vier neue Varianten, die Leukert im Bauausschuss präsentierte, sehen vor, das Erscheinungsbild des Hauses inklusive Balkon weitgehend zu erhalten. Der Planer hat mehrere - zum Teil sehr aufwändige und teuere - Möglichkeiten durchgespielt, den Ersatz des Balkons durch eine Edelstahlkonstruktion, das Abschneiden und Wiederanbringen der Stahlbetonkonstruktion sowie eine Innendämmung, die allerdings wegen der großen Gefahr von Schimmelbildung wie aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kommt.

Realisiert wird der Entwurf, der den Erhalt des bestehenden Balkons und zusätzliche Dämmung vorsieht. Die Konsolen werden an drei Seiten eingepackt, gewisse Wärmebrücken bleiben also erhalten. Das Restrisiko für Schimmelbildung schätzt der Architekt als sehr gering ein. Vor allem ist diese Variante auch eine wirtschaftliche Lösung. Die zusätzlichen Energiekosten sind minimal. Laut Planer sind die Kosten der Modernisierungsmaßnahme nicht höher als für die ursprüngliche Variante ohne Balkon. Voraussetzung ist allerdings, dass die Brandschutzbehörden akzeptieren, dass der etwa einen Meter breite Balkon auf rund 80 Zentimeter verschmälert wird. 20000 bis 30000 Euro macht das laut Leukert aus.

Dies ist in einem Gespräch in der kommenden Woche zu klären. Im Vorfeld hatte der Architekt bereits die Zusage eingeholt, dass eine zusätzliche Nottreppe entfallen kann, wenn der Balkon erhalten bleibt. Die vom Ausschuss favorisierte Variante wirkt sich nicht förderschädlich aus. Für die Maßnahme sind Mittel aus dem Konjunkturpaket II zugesagt. Die Stadt rechnet damit, dass 650000 Euro Bund und Land bezahlen. CSU -Fraktionsvorsitzender Anton Sterr begrüßte, dass die Fassade erhalten bleibt und verwies darauf, dass auch bei der Rathausfassade der Vorschlag als Wettbewerbssieger hervorgegangen sei, der dem Bestand am nächsten kommt. Diese Gebäude, so Sterr, hängen eng mit der Geschichte der Stadt zusammen.

hg/Mühldorfer Anzeiger 

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