Fotograf und Kraiburger Bildchronist tot

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Herbert Bäumler vor seiner Sammlung im Kraiburger Heimatmuseum.

Kraiburg - Schnell verbreitete sich die Nachricht in Kraiburg, dass Herbert Bäumler im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Am Donnerstag gibt es einen Trauergottesdienst.

Er hatte sich in der Marktgemeinde nicht nur einen Namen als ausgezeichneter Fotograf erworben, sondern war durch sein vielfältiges Engagement im Ort sehr beliebt. Geboren wurde Herbert Bäumler am 31. Mai 1927 in der Oberpfalz. In Weiden besuchte er weiterführende Schulen und erlernte seinen Beruf als Fotograf. Mit 17 Jahren wurde er Anfang 1945 noch zur Wehrmacht eingezogen und geriet in französische Gefangenschaft. Erst nach über zwei Jahren kehrte er in die Heimat zurück.

1955 kam Bäumler schließlich in die Marktgemeinde und fand hier den Ort, in dem er leben wollte. In der Langgasse eröffnete er im selben Jahr sein erstes Fotogeschäft. 1963 heiratete er Irene Grüner aus Altmühldorf, erwarb mit seiner Frau 1970 das Haus am Marktplatz und betrieb nun dort sein Geschäft und Atelier, bis er sich 1995 nach 40 Jahren zur Ruhe setzte.

Das Fotografieren war für Bäumler nicht nur Beruf, sondern immer auch Hobby, dem er auf seinen vielen Reisen nachging, die ihn mit Ausnahme von Australien in alle Kontinente führten. In zahlreichen Diavorträgen und Ausstellungen ließ er die Bevölkerung an seinen Reiseerlebnissen teilhaben. Neben seinem Engagement in Vereinen wirkte er zehn Jahre erfolgreich als Heimatpfleger in der Marktgemeinde.

Weit über die Ortsgrenzen hinaus machte Bäumler Kraiburg durch seine fundierte historische Fotochronik "Ein Markt im Inntal erzählt seine Geschichte" bekannt. Zahllose Aufnahmen haben in den vergangenen Jahrzehnten Eingang in das Ortsarchiv gefunden, dessen Aufbau er immer unterstützte. Wegen seiner Verdienste in der Öffentlichkeitsarbeit für die Gemeinde sowie die zeitgeschichtlichen Bilddokumentationen durfte sich Herbert Bäumler 2005 in das Goldene Buch der Marktgemeinde eintragen.

Auch 2007 zeigte er, wie eng er mit Kraiburg verbunden war. Dem Heimatmuseum stellte er eine umfassende Fotokamera-Sammlung zur Verfügung mit mehreren Dutzend Fotoapparaten von der einfachen Lochkamera bis zur hochwertigen Plattenkamera sowie einer Vielfalt an Zubehör und historischen Lichtbild-Projektoren.

In den letzten Jahren war es ruhiger um ihn geworden. Krankheiten zehrten an seinen Kräften, und so wurde er in den vergangenen zweieinhalb Jahren liebevoll von seiner Frau gepflegt, das letzte halbe Jahr im Alten- und Pflegeheim St. Nikolaus, bis er ruhig für immer einschlief.

Der Trauergottesdienst findet am Donnerstag, 3. Februar, um 14 Uhr in der Marktpfarrkirche statt, die Beerdigung ist im engsten Familiekreis.

ng/Waldkraiburger Nachrichten

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