Badewannen im DSC-Pulverlager

Hinter Bäumen und Büschen ragt dieser Stahlbeton-Klotz aus der Erdkuppel heraus.

Waldkraiburg - Die Natur siegt über die Ingenieurskunst: Der Bunker, in dem einst das Lager für Pulverproben des ehemaligen Pulverwerks untergebracht war, ist total eingewachsen und überwuchert.

Über den Garten der WSGW-Wohnanlage in der Iglauer Straße, Die Bunkerreste in der Iglauer Straße sind von Bäumen und Sträuchern eingewachsen. Zum ehemaligen Eingang zu gelangen ist allein ein kleines Abenteur - so ganz ohne Machete. Der Bunker, der einst zum Labor des DSC-Pulverwerkes gehörte und das Lager (Gebäude 323) für Pulverproben beherbergte, befindet sich im Garten der WSGW-Wohnanlage.

Stadtarchivar Konrad Kern hat sich die Baupläne angeschaut. Es gab einen zweiten, baugleichen Bunker, direkt daneben, der ebenfalls als Lager diente. Kellerräume gab es nicht. Was mit dem Zwillingsbunker geschehen ist, weiß Kern nicht. Die Bauart war typisch für so viele dieser Anlagen zur Kriegszeit: das Dach war mit einer Erdkuppel getarnt.

Im Inneren lagern alte Emaillebadewannen.

Prokurist Uwe Krämer erklärt, die WSGW wolle die Bunkerreste so erhalten. Einen Plan, was genau damit geschehen soll, gebe es allerdings nicht. Es handle sich um den einzigen Bunker im Bestand der WSGW, der überirdisch zu sehen sei. Der kleine Raum hinter dem Eingang ist vollgestellt mit alten Badewannen aus Emaille und Waschtrögen sowie holzbeheizten Boilern. "Die benutzte man nach dem Krieg zur Warmwasserbereitung", so Krämer. Sie stammen aus den alten Bädern der Wohnanlagen und haben einen gewissen Raritätenwert.

In dem aus Stahlbeton gefertigten Raum, der unter der bewachsenen Erdkuppel verborgen ist, sind noch alte Anschlüsse sichtbar sowie ein Luftschacht. "Hier wurde die Luft via Ventilatoren gefiltert", erklärt Krämer.

Nicht weit davon entfernt befand sich das Labor des Pulverwerkes. "Es ist das Gebäude Iglauer Straße 1. Es wurde nicht zerstört und befindet sich heute in Privatbesitz und ist in Wohnungen aufgeteilt", so Kern. Der kleine Bunker diente als Lager für die Pulverproben. Die wurden dort aufbewahrt, nachdem sie im Labor untersucht und geprüft wurden - damit sie im schlimmsten Fall in sicherer Entfernung in die Luft gingen.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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