Atoma kann's ohne Kurzarbeit

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Der Käse wird über ein Förderband transportiert, kleingeraspelt und in das Multipond-Wägesystem transportiert. Über die Wägebehälter (Bild unten) fällt der Käse in einen Trichter und wandert über ein patentiertes Übergabesystem in den Plastikbeutel. Der Computer ermittelt die richtigen Kombination aus den roten Behältern. So wird kein Gramm Käse verschenkt. Die Atoma-Multipond hat sich auf Sondermaschinenbau spezialisiert und spürt die Krise erst zögerlich. Man will auch weiterhin ohne Kurzarbeit auskommen.

Waldkraiburg - Der Sondermaschinenbauer Atoma-Multipond trotzt der Krise und kommt ohne Kurzarbeit aus. Mit einer neuen Innovation in Sachen Wägetechnik für den Reibekäsebereich gibt das Waldkraiburger Unternehmen am Markt Gas.

"Auf die Verpackungsindustrie für die Lebensmittelbranche trifft die Krise eher antizyklisch", sagt Wilhelm Krämer, Geschäftsführer der Atoma-Multipond. Wenn der Höhepunkt der Krise da sei, sei seine Branche erst 18 Monate später betroffen. Aber nicht wie in dem Ausmaß wie die Automobilindustrie. "Wir spüren die Krise erst langsam, haben aber keine Angst davor", so Krämer.

Das Unternehmen hat sich auf Kombinationswaagen mit eigener Wägetechnik spezialisiert und hat vor allem in der gehobenen Nahrungsmittelindustrie seine Kunden. Bei einer hausinternen Messe wird Molkereien und Käsebetrieben eine neue Maschine vorgestellt, die schneller und genauer wägt.

"Die neue Kombinationswaage kann 120 Käsepäckchen in der Minute abfüllen und dabei kommt es auf jedes Gramm an", so Nina Pollack aus der Marketing-Abteilung. Je genauer gewogen werde, umso weniger verschenke der Konzern - aufs Jahr gesehen summiere sich das ganz schön.

Rund 180.000 Euro kostet die Maschine - mit eine der teuersten am Markt, wie Pollack erklärt. "Aber die Mehrkosten haben sich schnell ammortisiert, wenn unser Kunde aufs Gramm genau abpacken kann und nichts mehr verschenkt", so Pollack. Vor allem bei teuren Produkten wie Trockenfrüchten oder auch Meeresfrüchten.

Der Betrieb, der am Standort Waldkraiburg rund 120 Mitarbeiter beschäftigt, kommt ohne Kurzarbeit aus - in der IG Metall Rosenheim als einziges Unternehmen, wie Pollack betont. Die Verpackungs- und Lebensmittelindustrie sei nicht so stark betroffen, denn gegessen werde immer.

Wenn die Leute sparen, dann am Urlaub, oder beim Ausgehen. Aber Lebensmittel im Supermarkt werden immer gekauft, so ihre Überzeugung.

Die Atoma-Multipond will auch weiterhin ohne Kurzarbeit oder gar Entlassungen auskommen, bis dato seien die Zahlen noch nicht besorgniserregend, wie der Geschäftsführer berichtet. Man arbeite mit flexiblen Arbeitszeitkonten und gebe mit "geeigneten Marketingstrategien am Markt Gas". Die hausinternen Messen seien dabei unabdingbar für den Neukundenkontakt.

2008 habe man einen Umsatz von 20 Millionen Euro erzielt. "2009 war kein schlechtes Jahr, aber es gab auch bessere Jahre". Mehr will Krämer nicht sagen. Um die Auftragsbücher sei es gut bestellt. Optimitisch will man in die Zukunft blicken, schließlich habe man ein gutes Produkt, gute Kunden und gute Vertriebswege.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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