Bürger klagen über Verkehrsbelastung

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Auch nach der Verkehrsfreigabe der Kreisstraße MÜ 25neu beschweren sich die Bürger des Aschauer Ortsteils Thann über die große Verkehrsbelastung. Ihre Kritik richtet sich gegen die Beschilderung am Kreisverkehr, die den Kraftfahrern den Weg nach München weiterhin über Thann weist.

Aschau - Die Kreisstraße MÜ25 neu ist seit kurzem für den Verkehr freigegeben. Doch die erhoffte Entlastung für den Aschauer Ortsteil Thann hat das bislang nicht gebracht.

Die Thanner bringen das insbesondere mit der Beschilderung am Kreisverkehr in Verbindung, die nach wie vor Lkws und Autos den Weg nach München über Thann weist.

"Wann wird diese Beschilderung geändert?", fragte Imogen Stadlhuber, die das Anliegen im Namen der Bürger aus Thann im Gemeinderat vortrug. Das ganze Dorf steht dahinter, wie eine Unterschriftenliste zeigt, die schon in der vergangenen Woche im Rathaus einging. Stadlhuber stellte fest, dass die neue Straße zwar von den Arbeitnehmern angenommen wird und insofern eine Erleichterung darstelle. Doch der Schwerlastverkehr von Aschau-Werk und der Zubringerverkehr zur B12 fließe weiter über Thann, bemängelte die Bürgerin. Auch nach der Fertigstellung der Autobahn werde die Bundesstraße eine wichtige Verkehrsader bleiben, glaubt Stadlhuber. Auch in Zukunft werde es Mautverweigerer geben, die die Autobahn umfahren.

Bürgermeister Alois Salzeder machte den Bürgern Thanns unter den aktuellen Umständen keine Hoffnungen auf die von ihnen gewünschte Änderung der Beschilderung. Denn die Wegweisung muss sich laut Auskunft der Behörden nach seinen Worten an der vorfahrtsberechtigten, beziehungsweise übergeordneten Straße orientieren. Das ist die Staatsstraße.

Die Überlegung, die Jettenbacher Straße von der alten Raiffeisenbank nach Aschau-Werk zu verbreitern und auf Staatsstraßen-Standard auszubauen, hatte der Gemeinderat schon vor einiger Zeit mit knapper Mehrheit verworfen. Bei einer Wegführung vom Kreisverkehr nach Aschau-Werk und über die Jettenbacher Straße nach Aschau wäre zwar Thann und die Siedlung Wiesengrund umgangen, nicht aber Aschau selbst. Diese Umfahrung ist deutlich weiter und werde nicht von den Autofahrern angenommen, so die Befürchtung im Gemeinderat.

Salzeder macht für die aktuelle Verkehrsbelastung zum Teil die Sperrung der Staatsstraße 2091 von Waldkraiburg Richtung Ampfing verantwortlich. Ein Großteil dieses Verkehrs fließe derzeit über Thann ab. Vom Abschluss der Bauarbeiten Ende Oktober erwartet er sich ebenso eine Erleichterung wie von der im Dezember geplanten Fertigstellung des Autobahnteilstücks bis Heldenstein. Salzeder sicherte zu, mit den Firmen in Aschau-Werk zu reden und darauf hinzuwirken, dass der Schwerlastverkehr den Weg über die MÜ 25 neu und die MÜ 40 zur Autobahn nimmt. Die MÜ 40 soll nach seinen Worten nächstes Jahr realisiert werden. Wenn die A 94 2018 bis München verkehrswirksam ist, sei der Weg über die Autobahn vier Kilometer kürzer als über die B12.

Die Bürger von Thann wollen sich damit nicht zufrieden geben. Karl Schickle verwies auf Pläne, die B15 neu zu bauen, was die Situation aus seiner Sicht noch einmal verschlechtern würde. Gustav Schlechta sprach sich für eine Umwidmung der Straßen aus, um den Weg für eine günstigere Verkehrsregelung für Thann frei zu machen.

Um diese und andere Fragen mit den Bürgern zu erörtern, will sich Salzeder um einen Termin mit Vertretern des Straßenbauamtes bemühen.

Die Auswirkungen durch eine B15 neu, deren Bau in weiter Ferne sei, könne man überhaupt nicht abschätzen, meinte der Bürgermeister.

Der Eindruck, dass die Autofahrer mit extrem hoher Geschwindigkeit durch Thann fahren, hat sich laut Salzeder bei Messungen nicht bestätigt. Nur ein verschwindend geringer Teil sei mit mehr als 70 Kilometern in der Stunde registriert worden.

Der Bürgermeister warb dafür, die Verkehrsfreigabe der Staatsstraße 2091 (Waldkraiburg-Ampfing) und des Autobahnteilstücks abzuwarten und das Thema im neuen Jahr dann weiter zu diskutieren. Diesen Vorschlag unterstützte auch Dritte Bürgermeisterin Gertraud Reiser, die selbst in Thann wohnt. Kurzfristig sollten das Geschwindigkeitsmessgerät aufgestellt und Radarmessungen veranlasst werden.

Ein zweites Anliegen der Bürger Thanns ist ein durchgehender Radweg von Aschau nach Waldkraiburg. Der bestehende Fußweg sei extrem schmal, sagte Imogen Stadlhuber. Regelmäßig kommt es nach ihrer Beobachtung zu brenzligen Situationen zwischen Fußgängern und Radfahrern. Ein Radweg und speziell eine Entschärfung des gefährlichen Stücks in Thann sieht sie als dringend erforderlich an.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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