Zukunft des Gasthof Pichlmeier

Wieder Gastwirtschaft? Ein Museum? Oder doch Wohnungen?

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Das ehemalige Gasthaus Pichlmeier
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Aschau am Inn - Die Gemeinde hat sich vor einer Weile das ehemalige Gasthaus Pichlmeier gesichert.  Nun stand die Frage nach dessen künftiger Verwendung zur Debatte.

Zahlreiche Aschauerinnen und Aschauer verfolgten die Sitzung am Dienstagabend gespannt. Dem Gemeinderat wurden drei mögliche Varianten vorgestellt:

  • Die Wiederaufnahme einer Gastwirtschaft
  • Die Nutzung als Heimatmuseum
  • Die Schaffung von Wohnungen auf dem Grundstück
Der Standort des ehemaligen Gasthaus Pichlmeier.

"Das Landratsamt hat in seiner Stellungnahme zum Lärmschutz darauf verwiesen, dass bei einer möglichen Wiederaufnahme einer Gastwirtschaft die derzeit gültigen Vorschriften einzuhalten sind", berichtete Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) dem Gremium. Dies bedeute, dass es ab 22 Uhr zu Überschreitungen der Immissionswerte führen könnte. "Ebenfalls müssen Parkplätze zur Verfügung gestellt werden, die auf nicht öffentlichen Fahrwegen einen Mindestabstand zu Wohnungen von 15 Metern einhalten müssen. 

"Insgesamt scheint mir daher eine Gastwirtschaft dort wenig sinnvoll", betonte Salzeder. Es sei auch bereits anderweitig ein reichhaltiges gastronomisches Angebot in Aschau vorhanden, welches sämtliche Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigen würde. 

Keine Gastwirtschaft mehr

In der Folge entspann sich eine ausführliche Diskussion. Insbesondere Daniela Reingruber (CSU) beharrte darauf, dass sich die Gemeinde zumindest irgendeiner Form der gastronomischen Nutzung dort nicht völlig verschließen sollte. Ihr entgegen gehalten wurde neben den genannten Gründen auch unter anderem, dass sich die Wirtshaus-Kultur in der Bevölkerung geändert habe und dass es schwierig werden könnte einen Wirt zu finden.

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Am Ende sprach sich der Gemeinderat mit drei Gegenstimmen dafür aus, die Wiederaufnahme einer Gastwirtschaft dort nicht mehr umzusetzen.

Auch Heimatmuseum keine Option

Als nächstes wurde der durch Engelbert Brunner auf der Bürgerversammlung unterbreitete Vorschlag diskutiert, in dem Gebäude ein Heimatmuseum unterzubringen. Brunner sammelt und lagert seit längerem diverse historische Gegenstände, Schriftstücke sowie Bilder, welche dafür geeignet wären. Er engagierte sich beispielsweise auch bei der Ausstellung im Rahmen der Geschichtstage im Landkreis.

"Es gibt ja schon rundum eine Menge Museen und ich fürchte es würde eine größeres Team als das, welches Herr Brunner um sich versammelt hat brauchen, um das dauerhaft betreiben zu können", bemerkte Bürgermeister Salzeder. Auch die übrigen Gemeinderatsmitglieder sahen das ähnlich und stimmten einig gegen das Projekt. Daniela Reingruber regte an, zumindest eine Teilumsetzung oder Ausstellungen bei einer anderen Nutzung des Gebäudes zu prüfen.

"Ich sehe es im Großen und Ganzen ein", erklärte Brunner. Er zeigte sich zufrieden damit, dass das Gremium ihm die vorübergehende Nutzung des Stadls des Gasthofs zur Lagerung seiner Exponate erlaubte. 

Projektausschuss soll gegründet werden

Schließlich ging es um die von Bürgermeister Salzeder bevorzugte Variante eines Wohnbauprojekts. "Wir könnten einen Architektenwettbewerb anstoßen, bei dem eine Förderung von 30 Prozent möglich ist", berichtete das Gemeindeoberhaupt, "Ebenso hätte die Gemeinde bei der Vergabe der Wohnungen ein Mitspracherecht. 

Er regte an, dass ein Projektausschuss, bestehend aus acht Gemeinderäten, davon je drei von CSU und AWG und zwei von der SPD, gebildet werden solle, welcher sich mit der weiteren Planung auseinander setzt. Sowohl Salzeder als auch die AWG-Fraktion betonten auf Einwürfe Reingrubers, dass ein Wohnungsbauprojekt nicht zwangsläufig weder Sozialen Wohnungsbau noch "Bausünden" bedeuten müsse.

"Wir haben da bereits mit einem Architekten gesprochen, der Ideen für einen Entwurf, der am jetzigen Charakter des Gebäudes in Harmonie mit dem umgebenden Gebäudeensemble hat", betonte Salzeder. 

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