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Besitzer-Ehepaar ist sich sicher

Chihuahua-Rüde stirbt qualvoll: Unbekannter legt Giftköder in Aschau am Inn aus

Nur sieben Jahre alt geworden ist der Chihuahua-Rüde Lucky. Am Wochenende starb er, nachdem er einen Giftköder gefressen hatte.
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Nur sieben Jahre alt geworden ist der Chihuahua-Rüde Lucky. Am Wochenende starb er, nachdem er einen Giftköder gefressen hatte.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Schreckliche Tage liegen hinter einem Ehepaar aus Aschau: Ihr Hund Lucky ist vergiftet worden und starb an inneren Blutungen. Für die beiden steht fest, dass der Giftköder gezielt ihrem Hund gegolten haben muss.

Aschau am Inn – Die Trauer und der Schmerz sitzen tief und sind auch wenige Tage nach dem Tod ihres Hundes noch deutlich zu hören beim Ehepaar. Sie sind fassungslos darüber, dass ein Mensch einem unschuldigen Tier solche Schmerzen und Qualen bereiten kann.

Schnell verschlechtert sich der Zustand

Dass mit dem Chihuahua-Rüden etwas nicht stimmen kann, war dem Mann aufgefallen, nachdem er Blut im Garten gesehen hatte. Gleich am Morgen bringen sie ihn mit blutigem Durchfall und einem schlechten Allgemeinbefinden zu einer Tierärztin in Mettenheim – im Glauben, dass sie später ihren Hund wieder abholen können. Doch am Nachmittag der Anruf aus der Tierarztpraxis: Dem Hund geht es zunehmend schlechter, bereits mittags wäre er fast verstorben.

„Er hat gelitten ohne Ende“, sagt die Frau. Seinen Namen möchte das Ehepaar lieber nicht in der Zeitung lesen. „Wir wollten ihn eigentlich noch in die Tierklinik bringen, aber solange hätte er ohne Sauerstoff nicht überlebt.“

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Aus Nieren und Lunge hätte der Rüde geblutet, eine Behandlung schlug nicht mehr an. Zum Schluss ist das Ehepaar bei seinem Hund. „Er hat sich noch so gefreut, als er uns gesehen hat. Aber er war schon so schwach, dass er nicht einmal mehr seinen Kopf heben konnte.“

Luckys Tod passt in eine Reihe seltsamer Gegebenheiten

Längst hat das Ehepaar Anzeige bei der Polizei gestellt.  Doch die Chance, dass der Verantwortliche gefunden wird, ist gering. „Solange man nicht weiß, wo etwas passiert ist, sind die Ermittlungen natürlich schwer“, heißt es bei der Polizei auf Nachfrage. Dass der Hund beim Spazierengehen den Giftköder erwischt hat, ist nur schwer vorstellbar. „Wir passen immer auf, dass er nirgends hinschleckt.“ Bleibt für das Ehepaar also nur der Garten, wo der Hund sich nach Belieben aufhalten kann. Für das Paar kann es daher nur „gezielt gegen den Hund“ gerichtet gewesen sein.

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Luckys Tod passt in eine Reihe seltsamer Gegebenheiten: Über längere Zeit hatte das Paar eine schlecht ernährte Katze aus der Nachbarschaft gefüttert, bis diese krank wurde und die Frau sie zu den Nachbarn brachte. „Kurz darauf hat jemand die Windschutzscheibe von unserem Auto eingeschlagen.“ Nur wenige Tage später passierte dann das Unglück mit Lucky.

Ausstattung dem Tierheim gespendet

„Wie kann man nur so etwas tun. Der Hund kann doch nichts dafür“, fragt sich die Frau. Lucky hat das Leben des Ehepaars bestimmt, das keine Kinder hat. Ohne den siebenjährigen Rüden ist das Haus plötzlich leer und still. Kissen, Spielzeug oder das Körbchen, in dem der Rüde so gern beim Radfahren saß – alles ist bereits weggeräumt und dem Tierheim gespendet. „Wir konnten das einfach nicht mehr sehen.“

Nur wenige Tage nach Luckys Tod können sie sich nur noch an den Erinnerungen festhalten und daran, dass der Hund eine schöne Zeit in ihrer Familie hatte.

Tödliche Gefahr für Haustiere

Jedes Jahr sterben in Deutschland Hunde an den Folgen eines Giftköders. Verpackt in Wurststückchen, Leckerlis oder Hackfleischbällchen können Hunde oft nicht widerstehen. Reagieren die Besitzer falsch oder zu langsam, kann das für das Tier fatale Folgen haben.

Wer den Verdacht hat, dass sein Vierbeiner Gift zu sich genommen hat, der sollte keine Zeit verlieren. „Sofort zum Tierarzt gehen und sich nicht selbst behelfen“, sagt Tierärztin Friederike Netter aus Kraiburg. Man könne einen Hund nicht dazu bringen, dass er sich übergibt. Dazu müsse man ihm beim Tierarzt ein Brechmittel verabreichen. Auch eine Infusionstherapie könnte nötig sein.

Bei Rattengift kommen die Symptome erst einen Tag später

Erste Symptome können vermehrter Speichelfluss, Zittern, Bauchschmerzen, Schwanken, schweres Atmen, Erbrechen oder Krämpfe sein. Natürlich hängen die Symptome von der Art des Giftes ab. Beim Rattengift treten zum Beispiel die Symptome erst ab dem nächsten Tag auf. „Sollte ein Hund Rattengift gefressen haben, ist es nicht hoffnungslos. Rattengift ist therapierbar, muss aber konsequent durchgeführt werden“, sagt sie. Aber auch hier gilt: Der schnelle Weg zum Tierarzt ist unabdingbar.

Ihr Tipp für jeden Hundehalter: Beim Spazierengehen darauf achten, dass der Hund nichts vom Boden aufnimmt. Sollte er sich doch einmal was geschnappt haben, dann sich den Gegenstand vom Hund geben lassen und zum Tierarzt mitbringen.

Aber: Nicht immer steckt hinter einer Vergiftung ein Giftköder. Mit Schokolade oder Schneckenkorn im eigenen Garten könnten sich Hunde auch zufällig vergiften.

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