Umstrittenes geplantes Gewerbegebiet Thann

Bürgerbegehren zulässig - Trotzdem braucht's noch eine Sondersitzung

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Im Aschauer Ortsteil Thann soll südlich und nördlich der Staatsstraße 2352 ein etwa acht Hektar großes Gewerbegebiet entstehen. Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) steht hinter dem Standort. ÖDP-Kreisvorsitzende Lisa Sieber hat nun ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht.

Aschau am Inn - In seiner Sitzung am Dienstagabend setzte sich der Gemeinderat mit der Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens gegen das geplante Gewerbegebiet Thann auseinander.

"Vor allem, da ausreichend Unterschriften gesammelt wurden, wurde das Bürgerbegehren in der Gemeinderatssitzung am Dienstag für zulässig erachtet", berichtet Gemeinde-Geschäftsführer Stefan Kirchbuchner. Allerdings habe es noch einen Antrag einer der Räte auf die parallele Durchführung eines Ratsbegehrens gegeben. "Da sich einige Gemeinderäte vor einer Entscheidung darüber aber noch informieren wollen, wurde für Dienstag der kommenden Woche eine Sondersitzung anberaumt. Diese findet dann ab 19 Uhr im Rathaus statt. Auf dieser soll dann auch der Termin für das Bürger- und das mögliche Ratsbegehren festgelegt werden." Entscheiden würde dies übrigens noch der aktuelle Gemeinderat.


Bürgerinitiative gegen geplantes Gewerbegebiet

Südlich und nördlich der Staatsstraße 2352 soll ein etwa acht Hektar großes Gewerbegebiet in Thann entstehen. Die Pläne sind nicht unumstritten. Die in Aschau wohnende ÖDP-Kreisvorsitzende Lisa Sieber hatte sogar einen Bürgerantrag dagegen eingebracht. Der Gemeinderat lehnte diesen jedoch mit deutlicher Mehrheit in seiner Sitzung im Oktober ab. "Aus unserer Sicht wird durch den Bau eines zusätzlichen Gewerbegebietes am Ortseingang in Thann massiv in den ländlichen Charakter und in das Landschaftsbild der Gemeinde Aschau am Inn eingegriffen", berichtete Sieber gegenüber innsalzach24.de. "Im vorhandenen Industriegebiet Aschau-Werk sind noch Flächen für eine industrielle Weiterentwicklung zur Verfügung!"

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"Wir befürchten, dass das geplante Gewerbegebiet, die Lebensqualität der Anwohner durch Lärm, Feinstaub, Schall- und Schmutzemissionen auf unzumutbare Weise beeinträchtigt. Daher sollte für eine zukünftige gewerbliche Entwicklung vorrangig Flächen im Anschluss an das Industriegebiet oder im Anschluss an das neue Umspannwerk in Betracht gezogen werden", so Sieber weiter. "Dadurch wird aus unserer Sicht die Infrastruktur am Kreisverkehr Aschau- Werk vermehrt genutzt und die verkehrstechnische Belastung für den Ort Aschau verringert sich. Wir sind dafür, dass zur Reduzierung des Flächenverbrauches auch die Nutzung leerstehender Gebäude als Entwicklungsmöglichkeit für Gewerbe zu berücksichtigen ist."

Salzeder: Alternative Standorte alle problembehaftet

Aschaus noch amtierender Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) sieht das anders. "Es gäbe zwar theoretisch einige andere Standorte", erklärt Salzeder im Gespräch mit innsalzach24.de. "Sonst gibt es aber, aus unserer Sicht, überall immer irgendein Problem! Mal sind dort Altlasten, woanders gäbe es Probleme mit dem Lärmschutz oder es würde zu weit außerhalb liegen." Vor allem aber seien Standorte nahe den Industriegebieten keine Alternative.

"Auch wenn man umgangssprachlich manchmal Gewerbe- und Industriegebiete in einen Topf wirft: Das ist nicht das Gleiche!", betont Salzeder. "Man kann die nicht so ohne weiteres einfach neben einander legen." Es würden jeweils sehr verschiedene Vorschriften zum Lärmschutz gelten. "Teils haben wir da Mehrfachschicht-Betriebe." Der von der Gemeinde vorgesehen Standort dagegen sei ideal. "Da könnten wir dann auf völlig selbst entscheiden, was hinkommt." Er stehe im Übrigen völlig hinter dem Projekt. "Wir müssen uns da breiter aufstellen. Arbeitsplätze können so vor Ort entstehen und es ist doch auch gut für die Umwelt, wenn man dann mit dem Radl zur Arbeit fahren kann!"

hs

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