Alexander Huber von den "Huber Buam" im Don Bosco in Aschau am Inn

Nicht müssen, sondern wollen: Fachtag zum Thema Motivation

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Jugendliche aus Don Bosco Aschau am Inn sind motiviert nach Vortrag von "Huber Bua" Alexander Huber (links)

Aschau am Inn – „Nicht der Berg ist es, den man bezwingt, sondern das eigene ich.“ Der Berufsbergsteiger Alexander Huber von den „Huber Buam“ hat schon einige Rekorde gebrochen.

Man müsse nach dem Suchen, das einen begeistere, sagt er. Und: „Gescheitert ist man erst, wenn man aufgegeben hat.“ Sein Motivationsverständnis hat er in Don Bosco Aschau am Inn weitergegeben. Er war nur einer der Redner beim Fachtag „Jugend ohne Antrieb. Motivation für den Startup ins Berufsleben.“ Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe und Jugendarbeit aus der Region und darüber hinaus sowie Politiker, Arbeitgeber und Behördenvertreter waren dazu am 5. Juni nach Aschau am Inn gekommen. 

"Es geht ums Wollen"

„Beruflicher Erfolg ist wie eine Bergtour“, griff auch Christian Litwinschuh von der Agentur für Arbeit Traunstein das Bild auf. Es gebe viele Wege ans Ziel, manche seien einfacher, andere schwerer, manchmal müsse man auch wieder umkehren. „Die Belohnung ist der Erfolg, etwas für sich geschaffen zu haben.“ Wichtig sei, dass man nicht das Gefühl habe, ans Ziel kommen zu müssen.Es gehe ums Wollen. Und manchmal helfe auch ein Bergführer, um das Ziel zu erreichen. „Sie sind in einem Job, in dem Sie Menschen motivieren und inspirieren können“, sagte Motivationstrainer Alexander Egger zu den Fachtagsteilnehmenden. Er ist überzeugt, dass er sein heutiges Leben Menschen verdankt, die ihm Mut gemacht haben. Der Österreicher hatte in seiner Jugend unter einer sehrintensiven Hautkrankheit gelitten. Einige Selbstmordversuche hat er hinter sich – unter anderem wollte er sich von einem Berg stürzen. Der Besuch bei einer Sterbenden hat sein Leben verändert. „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter“, hat sie ihm gesagt. Und sein Arzt fragte ihn, was er mit seinem Leben tun wolle, wenn er gesund werde. Er wollte Menschen helfen. Der Grund, warum man etwas tue, sei ein wesentlicher Bestandteil für die Motivation, führte Egger aus. „Wer ein Warum im Leben hat, der erträgt jedes Wie“, erklärte er. Und manchmal brauche es sehr viel Geduld, um sein Ziel zu erreichen. Diese müssten Jugendliche lernen. 

"Man muss sich mit den Jugendlichen beschäftigen"

Ebenso brauchen sie Sinnstifter. „Ihre Jugendlichen haben viel Potential“, sagte er den Teilnehmenden des Fachtages. „Geben Sie ihnen Sinn.“ Die Erwachsenen sollen Vorbild sein und den Jugendlichen Mut machen. „Damit das Leben junger Menschen gelingt“, griff er das Leitwort der Salesianer Don Boscos auf, „ist es wichtig, dass Sie an sie glauben.“ Motivation sei ein wichtiges Thema für Jugendliche, erklärte Andrea Maria Fischer von Don Bosco Aschau am Inn. Daher hätten sie sich für den diesjährigen Fachtag für das Thema entschieden. „Das schlimmste ist, wenn man nicht an Jugendliche glaubt, sie aufgibt.“ Christian Roppert von der Agentur für Arbeit in Traunstein kam als Veranstaltungsteilnehmer zum Fachtag. „Mich hat das Thema sehr interessiert.“ Auch in seiner täglichen Arbeit habe er oft mit jungen Menschen zu tun, denen er mitgebe: „Du kannst das schaffen.“ Man müsse sich mit den Jugendlichen beschäftigen. Und neben dem fachlichen Input nehme er zudem den Austausch mit den anderen Teilnehmenden mit. „Man kann hier Netzwerke knüpfen. Und das kann man für die Jugendlichen nutzen.“ 

Alexander Huber: „Ziele kann man nur erreichen, wenn man losgeht."

„Ich möchte meine Ausbildung beenden“, benennt Paolo Cosentino (18) sein Ziel. Der Jugendliche macht eineAusbildung zum Zerspanungsmechaniker im Berufsbildungswerk Aschau am Inn. Früher sei er sehr anstrengend gewesen, erklärt er. „Ich wusste null, wo ich hinwollte.“ Er sei aber nun Menschen begegnet, die ihn motivieren. Raphael Hoffmann (18) macht in Don Bosco Aschau am Inn gerade eine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann. Auch ihm habe es in der Vergangenheit oft an Motivation gemangelt. „Ich habe mich oft beworben, immer bekam ich eine Absage.“ Doch er habe gesehen: „So kann es nicht mehr weitergehen mit mir. Ich muss etwas tun, um meine Ziele zu erreichen.“ Und er träumt von einem normalen Leben. Mit Familie, einem Beruf. Alexander Huber hat sich im Rahmen des Fachtages noch einmal besonders Zeit für die Jugendlichen der Einrichtung genommen. Und so auch Raphael und Paolo bestätigt. „Ziele kann man nur erreichen, wenn man losgeht."

Pressemeldung Don Bosco Aschau am Inn

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