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Bürgerversammlung in Aschau am Inn

Landrat lobt Aschaus Engagement in einer Versammlung mit vielen Diskussionen

Landrat Max Heimerl (CSU, stehend) lobte die Gemeinde Aschau für ihr Engagement in der Ukraine-Krise.
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Landrat Max Heimerl (CSU, stehend) lobte die Gemeinde Aschau für ihr Engagement in der Ukraine-Krise.

Die Bürgerversammlung zeigte es: Aschau geht es noch gut und hilft Flüchtlingen. Doch schon jetzt werfen mögliche Einsparungen ihre Schatten voraus. Auch sonst gab es einige Diskussionen.

Von Jessica von Ahn

Aschau – Rund 70 Bürger besuchten die Bürgerversammlung in Aschau. Landrat Max Heimerl (CSU) lobte Aschaus Engagement in der Ukraine-Krise sowie die Errungenschaften der Gemeinde: „Wir leben noch in rosigen Zeiten. Doch Einschnitte sind absehbar.“ Zum Zeitpunkt der Bürgerversammlung waren fast 1000 Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis. Davon sind über 600 privat untergekommen. Aschau spiele mit dem Berufsbildungswerk Don Bosco und 61 Geflüchteten eine der wichtigsten Rollen im Landkreis. „Ich wollte keine Turnhallen nutzen“, sagte Heimerl, „sondern gute und hochwertige Unterkunftsmöglichkeiten.“

Landrat lobt die Hilfsbereitschaft

Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) ergänzte: Aktuell wohnen im Gemeindegebiet 88 Flüchtlinge aus der Ukraine, Usbekistan, Georgien, Aserbaidschan, Nigeria und dem Irak. Sie leben im Berufsbildungswerk Waldwinkel, im alten Pfarrhof und in privaten Unterkünften. Heimerl lobte die Zusammenarbeit der Menschen im Landkreis: „Das Gemeinschaftsgefühl ist da. Die Hilfsbereitschaft ist da. Es wird Egoismus abgebaut. Gemeinsam können wir künftige Herausforderungen angehen.“

Weyrich stellte die Besucher auf Einschnitte im Energiebereich ein. Die Gemeinde wolle unabhängiger werden und Insellösungen schaffen. Also werden Notstromaggregate angeschafft, und der gemeindeeigene Dieseltank wurde als Reserve mit 3000 Litern aufgefüllt. Zudem betreibt Aschau eine Hackschnitzelanlage und unterhält eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 Kilowatt-Peak.

Bürger hinterfragen Pläne für „Wohnen im Alter“

Für Diskussionen sorgten die Pläne für das Wohnen für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung. Anders als angekündigt, wolle ein Träger nun wohl zunächst ein Zentrum für Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma realisieren. Es wurde befürchtet, dass eine Klinik mit Krankenwagenverkehr entsteht. Ob das Seniorenheim gebaut werde, sei unklar.

Bürgermeister Christian Weyrich(CSU) stellte die Aktivitäten im vergangenen Jahr vor und gab einen Ausblick.

Einige Bürger kritisierten die dichte Bebauung wie auch die Zufahrt über das Wohngebiet Sonnenfeld. Die aktuell geplanten Parkplätze reichten ebenfalls nicht aus, kritisierten Bürger.

Gemeinde bleibt Herrin des Verfahrens

Weyrich betonte, dass es zunächst darum gehe, einen Bebauungsplan zu erstellen. Wie die Gebäude später aussehen, werde derzeit noch nicht diskutiert. Er verwies darauf, dass der Verkehr mit dieser Lösung geringer ausfalle als bei einem Bau von Mehrfamilienhäusern. Hinzu komme eine geplante Tiefgarage und der erhöhte Stellplatzschlüssel. „Wir wollen nicht, dass im Wohngebiet geparkt werde“, so Weyrich. „Herr ist die Gemeinde. Es wird gebaut, was der Gemeinderat bestimmt.“ Außerdem werde ein Wohngebiet ausgewiesen, eine Klinik werde es nicht geben.

Maria Anzenberger wünschte sich die Einbeziehung der Bevölkerung. Es solle das Ortsbild im Auge behalten werden. Für den Wunsch nach aktiver Bürgerbeteiligung erhielt sie viel Applaus.

Aschau betreibt Umwelt- und Klimaschutz

Auf Anfrage einer Bürgerin erläuterte Bürgermeister Weyrich, dass ein Hochwasserschutzkonzept erstellt werde. Bis zum Abschluss vergingen jedoch zwei bis drei Jahre. Schließlich gelte es, alle Gewässer zu erfassen. Die Howaschn wurde in einem Bereich im vergangenen Jahr freigeschnitten: Das Biotop bei Litzlkirchen wurde noch bis März neu ausgebaggert, um seine Funktion als Regenrückhaltebecken aufrechtzuerhalten. Nun werde der Bach in Richtung Wolfsgrub angegangen. Ein Starkregenkonzept besteht für Aschau bereits.

Rund 70 Bürgerinnen und Bürger besuchten die Bürgerversammlung der Gemeinde Aschau.

Die Gemeinde hat mit Michael Göppenhammer jetzt auch einen Klimaschutzmanager. Er solle Möglichkeiten des Klimaschutzes in der Gemeinde finden und umsetzen. Zu den ersten Projekten gehört die Abschattung der Gemeindehalle. Die Straßenbeleuchtung und Flutlichtanlage werden auf LED umgestellt sowie Möglichkeiten zum Ausbau von Fernwärme gesucht.

41 Millionen Euro für neues Förderschulzentrum

Bürgermeister Weyrich verwies außerdem auf den Baubeginn der Bahnunterführung zwischen Klugham und Bergham Anfang Mai. Im März 2023 soll das Projekt mit dem Neubau der Straße abgeschlossen sein.

Die Erschließung des Gewerbegebiets Thann soll im Frühjahr 2023 beginnen.

Eine der größten Investitionen des Landkreises in den kommenden Jahren wird in Waldwinkel das Sonderpädagogische Förderzentrum mit geschätzt 41 Millionen Euro sein, so Landrat Heimerl. Steigende Baupreise seien bei dieser Schätzung noch nicht berücksichtigt.

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