Trinkwasserprobleme: Anschluss Bichlings zurückgestellt

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Oberbergkirchen - Im Ortsteil Bichling stellt sich die Frage, ob die Anwesen an die gemeindliche Wasserversorgung angeschlossen werden sollen.

Alternativ könnten die Bewohner durch eigene Maßnahmen ihren Brunnen weiterhin nutzen. Über dieses Thema diskutierte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung ausführlich, fasste aber noch keinen Beschluss.

Zu Beginn der Sitzung empfahl Bürgermeister Michael Hausperger, am Wettbewerb "familienfreundliche Gemeinde" von "Leader Plus" teilzunehmen. Es sei bereits eine Projektgruppe gebildet worden. Der Gemeinderat sprach sich für eine Teilnahme aus.

Die Abwasserbeseitigung in den Ortsteilen Asenham, Loipfing, Ritzing, Riedlham, Pfaffing und Adlding 3 sowie die Erweiterung der Kläranlage Bichling kann auf den Weg gebracht werden. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim hat die Gemeinde aufgefordert, den Zuwendungsantrag für den Bauabschnitt 09 einzureichen. Bürgermeister Michael Hausperger und VG-Geschäftsstellenleiter Georg Obermaier erläuterten die Planung für beide Projekte. Das Ingenieurbüro Rinner wird beauftragt, die Planung auszuarbeiten und den Antrag zu erstellen.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand dann der Punkt "Anschluss des Ortsteiles Bichling an die gemeindliche Wasserversorgung". Die Eigentümer des Anwesens Bichling 3 haben den Anschluss beantragt, weil der in Bichling bestehende Brunnen mit einer Arsenaufbereitungsanlage nachgerüstet werden müsste.

Bürgermeister Hausperger erläuterte dazu, dass zwei Anlieger von Bichling keinen Anschluss an die gemeindliche Wasserversorgung wünschen, vielmehr den Einbau einer Arsenaufbereitungsanlage bevorzugen. Er habe auch die Grundstückseigentümer in Haid und Walding zum Trinkwasser befragt. Diese gaben an, derzeit eine ausreichende Wasserversorgung zu haben.

Stefan Bien, dem als Zuhörer das Wort erteilt wurde, berichtete dazu, dass nach seiner Auffassung die Wassermenge nicht ausreichend sei. Im Sommer komme verschmutztes Wasser, weil sich der Brunnen bei Entnahme größerer Wassermengen schnell entleere. Dazu ergänzte Günther Einwang, dass derzeit nur zwei Anwesen einen Druckkessel hätten, beim Anwesen Nummer 3 fehle dieser, sei aber notwendig. Wegen der Luft in der Leitung komme es zu den erwähnten Verschmutzungen.

Bien hielt einen Wasserzwischenspeicher von mindestens ein bis zwei Kubikmeter für erforderlich, und dann käme man mit den veranschlagten 6000 Euro für die Aufbereitungsanlage nicht hin. Es bestehe Zeitdruck, weil das Landratsamt bis Ende November entweder den Anschluss an die gemeindliche Wasserversorgung oder den Einbau einer Arsenaufbereitungsanlage fordere.

In der Diskussion meinte Franz Hötzinger, dass der Ortsteil nicht angeschlossen werden sollte, weil das Problem technisch lösbar sei und die Anlieger sich nicht einig seien. Demgegenüber vertrat Josef Breiteneicher die Auffassung, die Wasserleitung nach Bichling zu verlegen, da sicherlich nach und nach bei weiteren Flachbrunnen Probleme auftreten würden. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt die Leitung doch gebaut werden müsste, weil ein Hinterlieger die Wasserversorgung brauche, entstünden für die Anlieger in Bichling doppelte Kosten. Dieser Meinung schloss sich auch Franz Greimel an.

Auf die Frage von Siegfried Gossert nach den Baukosten antwortete Georg Obermaier, dass diese noch nicht kalkuliert seien, weil noch keine konkrete Planung bestehe. Die Wasserversorgung sei eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, die unabhängig von den Kosten erfüllt werden müsse, außer der Anschluss sei wirtschaftlich unzumutbar. Gossert schlug vor, dass die Anlieger sich genauer mit den entstehenden Kosten und der technischen Lösbarkeit befassen sollten. Schließlich einigte sich der Gemeinderat darauf, die Entscheidung für einen Monat zurückzustellen und beim Landratsamt eine Fristverlängerung zu beantragen.

gth/Neumarkter Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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