"Mord im Mutterleib": Hetze gegen Arzt

Mühldorf - Als "Holocaust im Mutterschoß" bezeichnet der radikale Abtreibungsgegner Günter Annen einen Schwangerschaftsabbruch. Aber die Hetze gegen einen Waldkraiburger Gynäkologen geht noch weiter.

Lesen Sie hier den Originalbericht aus den Waldkraiburger Nachrichten:

Annen lässt nicht locker

Der radikale Abtreibungsgegner Günter Annen, der gegen einen Waldkraiburger Gynäkologen einen Feldzug führt, weil dieser auf der Basis der bestehenden Gesetze Abtreibungen durchführt, gibt nicht klein bei. In einem Schreiben an Pfarrer Garmaier spricht er von Exkommunikation des Arztes.

Der Waldkraiburger Gynäkologe wehrte sich erfolgreich vor Gericht gegen die Internethetze des radikalen Abtreibungsgegeners Günter Annen aus Baden-Württemberg (wir berichteten). Annen betreibt als Vertreter der "Initiative Nie wieder e.V." diverse Internetseiten, auf denen er einen Feldzug gegen Abtreibungsärzte und -kliniken in ganz Deutschland führt.

Foto und Handynummer nun entfernt

Dort hatte er auf der Seite www.abtreiber.com auch den Waldkraiburger Gynäkologen in seiner nach Postleitzahlen geordneten Liste und die User aufgefordert, "Herrn Doktor" anzurufen und zu sagen, was man von der Tötung ungeborener Kinder halte. Veröffentlicht war auch ein Bild des Arztes sowie Adresse, E-Mail und Handynummer. Annen bezeichnet Schwangerschaftsabbrüche als "Holocaust im Mutterschoß".

Nun wehrte sich der Mediziner erfolgreich gegen die Schmähkritik und erwirkte in einer einstweiligen Verfügung, dass das Foto, die Handynummer und die Aufforderung entfernt werden.

Annen spricht von Exkommunikation des Arztes

Doch Annen lässt nicht locker. Nun wendet er sich wieder an Pfarrer Martin Garmaier, den er auf seiner Website beschuldigt hatte, sich von der katholischen Lehre entfernt zu haben, weil der Geistliche davon abrücke, "die Abtreibung, die Tötung eines unschuldigen Menschen nicht mehr Mord zu nennen".

In einem Schreiben an Garmaier, das der Redaktion vorliegt, schreibt Annen wieder, dass der Gynäkologe unschuldige Kinder tötet, obwohl er aus einem katholischen Elternhaus stamme.

"Er kennt die katholische Lehre und weiß, auf welchem Pfad er sich befindet." Annen spricht von Exkommunikation, denn nach einer Abtreibung sei der Frauenarzt selbsttätig als Katholik exkommuniziert und könne keine Sakramente mehr empfangen. Der Arzt sei das schwarze Schaf in Garmaiers Gemeinde.

Garmaier solle so handeln, wie in Lukas Gleichnis vom verlorenen Schaf. Wenn einer 100 Schafe hat und eines verliert, lässt er die 99 in der Wüste zurück und sucht das verlorene Schaf, bis er es findet.

Der Pfarrer war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

kla/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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