An ABC-Zug entzündet sich Diskussion

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Gefahrgutunfälle zählen zu den Ereignissen, bei denen der ABC-Zug gebraucht wird.

Waldkraiburg - Der Abzug der beiden Fahrzeuge des ABC-Zuges aus Waldkraiburg stößt auf Kritik. Die Entscheidung sei ohne Absprache getroffen worden.

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Die Entscheidung sei ohne vorherige Information der Industriebetriebe getroffen worden, bemängelt ein Vertreter der Firma Chemtura. Auch Stadträtin Annemarie Deschler hält die Dezentralisierung der Fahrzeuge für den falschen Weg.

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Für eine dezentrale Stationierung der Fahrzeuge des ABC-Zuges im Landkreis hatte sich das Landratsamt entschieden, weil sich die Feuerwehr Waldkraiburg nicht mehr in der Lage sah, die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge am Standort Waldkraiburg sicherzustellen. Nach der Aussetzung der Wehrpflicht fehlt es auch an jungen Männern, die beim ABC-Zug ihren Ersatzdienst leisten. Die Feuerwehr Waldkraiburg sei personell nicht in der Lage, diese Lücke zu schließen, begründet Kommandant Bernhard Vietze die Notwendigkeit einer Verlagerung. Für den Erkundungskraftwagen ist laut Angaben des Landratsamtes bereits ein neuer Standort in Schwindegg gefunden, für den Dekontaminations-Lkw wurde zuletzt noch nach einer Lösung gesucht.

Industriebetriebe nicht informiert

"Die Industrie versteht diese Maßnahme nicht", kritisierte Annemarie Deschler in der jüngsten Stadtratssitzung. Sie bemängelte die Kommunikation: Man habe sich nicht mit den Betrieben in Verbindung gesetzt. Dabei habe es über viele Jahre eine intensive Zusammenarbeit mit Ingenieuren aus den Betrieben gegeben. Diese Zusammenarbeit mit den Betrieben "wurde in letzter Zeit vernachlässigt", glaubt sie.

Sie regte im Stadtrat an, zu diesem Thema Kreisbrandmeister Rainer Englmeier zu hören, der den Zug in den 90er-Jahren nach Waldkraiburg geholt habe. Waldkraiburg mit seinen chemischen Betrieben sei ein "Brennpunkt", so Deschler, die das Fahrzeug lieber im Waldkraiburger Feuerwehrzentrum sieht als in Schwindegg. "Da geht es um Minuten."

Deschlers Stadtratskollege Rainer Zwislsperger, selbst aktiver Feuerwehrmann, verwies darauf, dass es sich beim ABC-Zug um Fahrzeuge des Bundes handelt, die nur bei der Waldkraiburger Feuerwehr "untergestellt" waren. Einige Waldkraiburger Feuerwehrleute beteiligen sich nach wie vor am ABC-Zug. Aber diese Zahl reiche nicht aus. Und im Blick auf die personelle Situation der Waldkraiburger Wehr und die Vielzahl ihrer Aufgaben fragte er: "Was will man der Waldkraiburger Feuerwehr noch aufhalsen?" Das sei nur bei einer Pflichtfeuerwehr zu schaffen. Zwislperger weiter: "Ich sehe keine Verschlechterung im Hinblick auf die Sicherheit unserer Betriebe." Ähnlich hatte sich Kommandant Vietze geäußert und erklärt, die Handlungsfähigkeit und Einsatzfähigket der Feuerwehr sei nicht beeinträchtigt.

Über die mangelnde Kommunikation mit den Betrieben ist Bürgermeister Siegfred Klika nicht glücklich. Die Feuerwehr solle mit den Vertretern der chemischen Betriebe das Gespräch suchen und vermitteln, dass die Feuerwehr Aufgaben und Anforderungen erfüllen kann, sagte er im Stadtrat. Im Blick auf die personelle Situation meinte Klika: Es stelle sich "schon auch die Frage, warum wir als Stützpunktfeuerwehr so wenig Leute haben?"

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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