20.000 Euro für die Sozialstation

Waldkraiburg - Auf den ersten Blick steht der Krankenpflegeverein gut da. Ende 2009 hatte er ein Vermögen von über 176000 Euro. Davon fließen 20000 Euro als Zuschuss an die Caritas-Sozialstation. Doch die Einnahmen gingen in den letzten Jahren ebenso stark zurück wie die Zahl der Mitglieder.

Etwa zehn Jahre wird das Geld noch reichen, um die Arbeit der Caritas-Sozialstation zu unterstützen. Diese Prognose gab in der Jahreshauptversammlung im Bischof-Neumann-Haus Bürgermeister Siegfried Klika ab. Er ist Schatzmeister des Vereins und trug die harten Zahlen vor. Demnach verfügte der Verein zum Ende des vergangenen Jahres über ein Vermögen von fast 176400 Euro. Doch dieses Vermögen schwindet kontinuierlich. Das wird an den Mitgliedsbeiträgen deutlich, die neben Spenden und Zinserträgen noch immer den Löwenanteil der Einnahmen ausmachen. 4261 Euro an Beiträgen waren es 2008, nur noch 3216 Euro 2009.

Die Zeiten, da der Verein die Zuschüsse zur Arbeit der ambulanten häuslichen Pflege durch die Caritas-Sozialstation allein aus Zinserträgen finanzieren konnte, sind längst vorbei. Das Vermögen wird kontinuierlich schmelzen, zum Ende des Jahres 2010 auf etwas mehr als 160000 Euro, so Klika.

Diese Entwicklung hängt vor allem mit der rückläufigen Mitgliederzahl und der Mitgliederstruktur zusammen. Zu besten Zeiten hatte der Verein laut Klika fast 800 Mitglieder, aktuell sind es noch 371. Seit Anfang 2008 ging die Mitgliederzahl um 72 zurück. Und fast die Hälfte der Mitglieder sind 80 Jahre und älter, nur elf Prozent jünger als 60.

20000 Euro Zuschuss gewährte die Vorstandschaft der Sozialstation in diesem Jahr. Eine Unterstützung in diesem Umfang ist noch für einen längeren Zeitraum möglich. Und sie ist notwendig, wie auch der Vorsitzende Pfarrer Martin Garmaier und Sybille Ehrmann, seit März neue Pflegedienstleiterin der Sozialstation im Kreis, betonten.

Ehrmann berichtete über die Aufgaben der Sozialstation, neben der ambulanten Pflege, der medizinischen Versorgung und kleinerer Haushaltstätigkeiten zählt in jungster Zeit dazu auch die Demenzbegleitung. Ein Kreis von zwölf Ehrenamtlichen habe sich gefunden, um Angehörige zu entlasten.

271 Patienten werden nach den Worten Ehrmanns derzeit von den Caritas-Schwestern betreut, Patienten, die nicht nur in den Städten wohnen, sondern "teilweise an den entlegensten Orten". Deren Betreuung sei nicht immer kostendeckend möglich, so Ehrmann. Eben für solche Fälle, auch Behandlungen, die nicht voll von den Kassen abgedeckt werden, braucht es die Zuschüsse des Vereins. Die Aufgaben werden eher noch größer, meinte Pfarrer Garmaier mit Blick auf die demografische Entwicklung und den verständlichen Wunsch der Menschen, im Alter zu Hause zu bleiben.

hg/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser