Zwei Behelfsbrücken eingehoben

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Von da an lief die Zeit: Die Baustelle am Freitagvormittag von Westen. Fotos nz

Neumarkt-St. Veit - Während ein Teilstück der Ortsumgehung der B299 in Richtung Landshut bereits für den Verkehr freigegeben ist, wird auf dem anderen noch fleißig gearbeitet.

Denn im Querungsbereich mit der Bahnlinie ist der Untergrund problematischer als gedacht, ein komplett neuer Entwurf für das Bauwerk war nötig. Am Wochenende wurden die beiden Behelfsbrücken eingehoben.

Auf der Bahnstrecke zwischen Mühldorf und Neumarkt-St. Veit ist Stillstand. Über die Osterfeiertage fährt hier kein Zug. Doch auf der Baustelle zur Ortsumgehung der B299 herrscht Hochbetrieb. Denn innerhalb dieses Zeitfensters müssen die Arbeiten zum Einheben der zwei Behelfsbrücken abgeschlossen sein.

Rund um die Uhr sind die Arbeiter damit beschäftigt, in einem ersten Schritt entlang des Bahndamms mittels Bohrgeräten Doppel-T-Träger in den Untergrund zu versenken. Dies gibt dem Bahndamm die nötige Stabilität, wenn auf zwei Teilstücken von jeweils 20 Metern Breite das Erdreich abgetragen wird. Über diese Lücken im Bahndamm führen die beiden Behelfsbrücken. Den Bauzeitenplan ständig im Blick hat Daniel Deutschland von der Bauüberwachung. Denn die Deutsche Bahn hat nur ein bestimmtes Zeitfenster freigegeben, indem die Arbeiten durchgeführt werden können. Denn heute sollen die Personen- und Güterzüge zwischen Neumarkt-St. Veit und Mühldorf wieder fahren.

Nach diesem Wochenende beginnen die Bauarbeiten für die spätere Bahnunterführung. Im Vergleich zum vorherigen Entwurf sind für das Bauwerk nun Bohrpfähle für eine Tiefgründung geplant, wie Thomas Förg vom Staatlichen Bauamt in Landshut erklärt.

Ostermontag, 6.30 Uhr: Ein Arbeitstrupp bereitet die erste Behelfsbrücke zum Einbau vor.

Ähnlich wie auf Schienen werden entlang der späteren Straßenführung die Betonfinder auf den Bohrpfählen installiert, auf denen dann parallel zur Bahnlinie die spätere Brücke Schritt für Schritt aufgebaut wird. Bis September sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein, dann herrscht auf der Bahnlinie erneut Stillstand. In einem letzten Schritt werden die beiden Behelfsbrücken wieder ausgehoben, das zehn Meter breite Mittelstück zwischen den Behelfsbrücken ebenfalls abgetragen und somit Platz für die Brücke gemacht. Während die Doppel-T-Träger zurückgebaut werden, wo es nötig ist, bleiben die Betonfinder im Untergrund. Denn diese bieten dem Bahndamm seine nötige Stabilität.

Der schwierige Untergrund mit seinen teils schnell wechselnden Schichten machen die aufwändigeren Bauarbeiten nötig. Denn nach ersten Baugrundersuchungen war man davon ausgegangen, dass es diesbezüglich keine Probleme gibt. Erst als die Arbeiten im vollen Gang waren, tauchten die Schwierigkeiten auf. Torf- und Moorausläufer bieten eben nicht den nötigen stabilen Untergrund für ein Bauwerk dieser Größe. Die versenkten Bohrpfähle sollen dies eben auffangen.

94 Stunden lang dauerten die Arbeiten an den Gleisen. Rund um die Uhr gruben schwerste Bohrmaschinen tiefe Löcher für Pfähle in den Untergrund. Dutzende von Fachleuten und Maschinisten arbeiteten im Schichtwechsel bei Regen, Wind und sogar Schnee im Gleis- und Erdbau, um den Schienenverkehr am Montag, 22 Uhr, wieder zu ermöglichen. Dass bei so einem immensen Bauvorhaben die Sicherheit und Gesundheit der Arbeiter gewährleistet bleibt, dafür war während dieser vier Tage ein Neumarkter Ingenieurbüro zuständig. Diplomingenieur Peter Heiß hatte die verantwortungsvolle Aufgabe des Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators übernommen.

hi/nz/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser