Wer passt auf mein Auto auf?

Neumarkt-St. Veit - In Neumarkt zeichnet sich Schlechtes für Besucher des Volksfestes ab, die mit dem Auto kommen: Bald es gibt es vielleicht keine bewachten Stellplätze mehr.

Wer beim Neumarkter Volksfest einen Parkplatz am Festplatz nahe des Bierzeltes haben wollte, musste ein paar Euro zücken und schon genoss er dadurch auch noch den Versicherungsschutz für das Auto. Dies hatten bisher die Tennisler und die Fußballer des TSV Neumarkt organisiert. Heuer lief das anders: Der TSV sagte kurzfristig ab, weil er die Leute nicht mobilisieren konnte.

Dass die Fußballer alleinige Schuld daran hätten, dass es heuer die Parkplatzüberwachung nicht mehr gegeben hat (wir berichteten), das will deren Abteilungsleiter Martin Petermaier nicht im Raum stehen lassen. "Bisher war es so, dass sich die Fußballabteilung und die Tennisabteilung die Arbeit aufgeteilt haben." Die Abteilungen schlossen eine Versicherung ab und kassierten im Gegenzug eine Parkgebühr, aus der die Versicherung finanziert wurde und aus der auch noch ein Zubrot für die Abteilungen geblieben ist.

Für die Überwachung aber jedes Mal genügend Leute zur Verfügung zu stellen, dies sei Jahr für Jahr mit immensem Aufwand verbunden gewesen. Deshalb habe man rechtzeitig die Vereinsführung darum gebeten, die Arbeit an den zehn Volksfesttagen nicht auf zwei Abteilungen zu verteilen, sondern sämtliche Abteilungen des TSV für die überwachung zu mobilisieren.

Der Verein habe sich darum auch bemüht, sagt TSV-Vorsitzender Harry Eberl. Doch lediglich die Stockschützen hätten sich bereit erklärt, sich neben den Fußballern und Tennisspielern für die überwachung zur Verfügung zu stellen. Das war es dann auch und Eberl erklärt, woran es lag: Die Karateabteilung stünde nicht zur Verfügung, weil sie an Pfingsten grundsätzlich ihre Lehrgänge besuche, die Abteilungsspitze im Tischtennis habe gleich abgelehnt. "Und bei den anderen Abteilungen haben wir einfach das Problem, das sie hauptsächlich aus Kindern und Jugendlichen bestehen", so Eberl, der es ablehnt, diese mit so einer verantwortungsvollen Aufgabe zu betrauen, "da sollte immer ein Erwachsener dabei sein". Andererseits: Die Personen im Verein zu verpflichten, die ohnehin schon sehr viel für ihre Abteilung leisten, davon hält Eberl auch nichts: "Irgendwann vergrault man sich solche Leute." Der TSV-Vorsitzende spricht überdies von einer undankbaren Aufgabe, denn nicht selten hätten sich TSV-Mitglieder im Rahmen der überwachung ob der Gebühr beschimpfen lassen müssen. Auch sei es passiert, dass Volksfestbesucher vermeintliche Schäden an ihren Autos beklagt hätten, die laut Eberl ganz offensichtlich nicht vom Volksfestbesuch hergerührt hätten. Bei vermeintlich "gutem Geschäft", beispielsweise an den Sonntagvormittagen, habe der TSV nicht kassieren dürfen, "dann, wenn der Parkplatz voll ist", beklagt Eberl einen entsprechenden Einnahmeverlust. Schließlich sei es so gewesen, dass Eberl bis Dienstag vor Volksfestbeginn nicht genügend freiwillige Helfer mobilisieren konnte, deswegen habe er bei der Stadt abgesagt.

Darüber zeigte sich dann aber Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner irritiert. "Es war immer ein schöner Betrag, der dem TSV übriggeblieben ist und für Vereinszwecke genutzt werden konnte", so Baumgartner. Verwundert war der Bürgermeister besonders deswegen, da der TSV erst wenige Tage vorher einen Auftrag auf Zuschuss für eine Fahrt von Fußballkindern nach Caneva gestellt hatte. Die Stadt habe kurzfristig entschieden und einen Fahrtzuschuss in Höhe von 20 Euro pro Fußballkind gewährt, "und bei rund 20 Kindern ist doch ein annehmbarer Beitrag der Stadt zustande gekommen ist". Der Bürgermeister verdeutlicht, dass es schon eine überlegung bei künftigen Zuschussanträgen wert sei, den TSV auf mögliche andere Einnahmequellen zu verweisen

Ob es im nächsten Jahr wieder eine überwachung geben wird, sei laut Baumgartner davon abhängig, wer diese letztendlich übernehme. Die Stadt sei nicht dazu verpflichtet, versicherte Parkplätze anzubieten: "Wir sind als Eigentümer des Geländes nur für den Zustand des Bodens zuständig", erklärt der Bürgermeister. Dass es auch ohne überwachung geht, habe sich heuer gezeigt.

je

Rubriklistenbild: © dpa

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