199 wollen schnelleres Internet

Bei der Übergabe der Unterschriftenliste, von links: Kreisrat Georg Wimmer, Stadtrat Reinhard Fuchs, Bürgermeister Erwin Baumgartner und Anwohner Patrick Fuchs. Foto je

Neumarkt-St. Veit - Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner nahm eine Unterschriftenliste entgegen, mit der Bürger eine schnellere Internetverbindung fordern.

"Die Leute brauchen das Internet aus beruflichen Gründen, nicht aus Freizeitvergnügen". Umso wichtiger sei eine anständige Breitbandverbindung im Außenbereich, betonte Stadtrat Reinhard Fuchs, der die Unterschriftenliste überreichte. 199 Personen hatten unterzeichnet, um ihre Forderung nach schnellem Internet Nachdruck zu verleihen.

"Man liest immer davon, was alles nicht geht. Jetzt ist es an der Zeit zu prüfen, was alles geht", sagte Fuchs bei der Übergabe im Sitzungssaal des Rathauses Schloss Adlstein. Es sei ein leichtes gewesen die Unterschriften zu sammeln, denn trotz der alternativ vorhandenen Funktechnologie LTE würden vor allem die Bewohner in den Außenbereichen - Fuchs war mit seinen Mitstreitern in Frauenhaselbach, Blindenhaselbach, Elsenbach, Wiesbach, Hofthambach und Obverndorf unterwegs - nach schnellerem, zuverlässigem Internet lechzen. Stoßzeiten und Stau auf der Datenautobahn, besonders gegen 19 Uhr - davon konnte auch Kreisrat Georg Wimmer, wohnhaft in Stein berichten. Die moderne Landwirtschaft sei mittlerweile auf das Internet angewiesen. Umso ärgerlicher sei es, wenn nur langsame Bandbreiten zur Verfügung stünden.

Fuchs hoffte, dass sich im Zuge der neuen Fördermöglichkeiten für den Breitbandausbau auch Möglichkeiten für den Außenbereich ergeben und bat den Bürgermeister um Unterstützung.

Eckpunkte dazu nannte anschließend Bürgermeister Erwin Baumgartner. Grundaussage der neuen Föderrichtlinien sei, dass jede Kommune eine Fördersumme bis zu 500000 Euro nutzen könne. "Diese Summe bedeutet einen Zuschuss in Höhe von 40 bis 60 Prozent, je nach Finanzkraft." Das bedeute, dass die jeweilige Kommune bei einer Ausschöpfung der Maximalförderung von 500000 Euro Euro und einem Zuschusssatz von 50 Prozent, den gleichen Betrag in Höhe von 500000 Euro selbst stemmen müsse.

Mit diesem Programm sollen, wie Baumgartner weiter mitteilte, insbesondere Gewerbe- und Kumulationsgebiete, also ein abgrenzbarer Gemeindebereich mit mindestens fünf Unternehmen, verbesserte Anschlussbreiten bekommen. "Die genauen Förderrichtlinien sind für Juli 2012 zu erwarten", so Baumgartner weiter.

Um keine Zeit zu vergeuden, habe man auch ein Angebot von dem Planungsbüro der Breitbandberatung für eine Systemplanung für den zukünftigen Glasfaserausbau zur flächendeckenden DSL-Versorgung (50 Mbits/s) aller Ortsteile angefordert. "Allein diese Systemplanung würde rund 15000 Euro kosten. Der Stadtrat muss sich deshalb in den nächsten Wochen damit befassen, ob eine solche Planung in Auftrag gegeben wird", so Baumgartner weiter. Erst danach könne entschieden werden, welche Maßnahmen umgesetzt bzw. finanziert werden können. "Voraussetzung ist allerdings, dass wir von einem Netzbetreiber, Telekom, dann überhaupt ein Angebot zum Ausbau bekommen." Daran wären laut Baumgartner Initiativen der Vergangenheit immer wieder gescheitert. Fuchs ergänzte dazu, dass man durchaus auch die Einbindung anderer, privater Netzwerkbetreiber forcieren sollte.

Unterschiedliche Aussagen gibt es offensichtlich zur Alternativ-Lösung, die Funktechnik LTE. Während Fuchs von schlechten Erfahrungen im Außenbereich berichtet, verwies Baumgartner auf zunehmend positive Stimmen über die LTE-Nutzung.

Schließlich äußerte Fuchs noch die Hoffnung, "dass nicht irgendwann das Fehlen von Leerrohren einen Ausbau der Breitbandversorgung entgegenstehen wird".

je/Mühldorfer Anzeiger

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