Vernissage mit viel Witz

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Walter Jani (links) an einem der Ausstellungstische.

Neumarkt-St. Veit – Zwei nostalgische Ausstellungen sind derzeit im Herzoglichen Kasten zu bewundern. Die eine zeigt Luftaufnahmen von Neumarkt-St. Veit ein Jahr nach der Stadterhebung.

Neumarkt-St. Veit – Zwei nostalgische Ausstellungen sind derzeit im Herzoglichen Kasten zu bewundern. Die eine zeigt Luftaufnahmen von Neumarkt-St. Veit ein Jahr nach der Stadterhebung. Neumarkts Kulturreferent kommentierte im Saal die Bilder medienunterstützt. Dabei zeigte er auch die Entwicklung der Stadt ab dem 18. Jahrhundert über das 19. Jahrhundert, in der Vor- und Nachkriegszeit sowie den jüngsten Stand der Dinge. Die Fotos zeigen, dass das Markante des Stadtkerns doch erhalten blieb, während die Siedlungen in den letzten Jahrzehnten wie Pilze aus der Erde schossen.

50 Interessierte waren gekommen, um auch Walter Janis Klagelied über den 25. Todestag der Klosterbrauerei zu sehen und zu hören. Mit detektivischem Gespür hatte er alte Bilder gefunden, die die einst glanzvollen Zeiten dieses Neumarkter Vorzeigebetriebes zeigen, aber auch solche, die die letzten Stunden im Südhaus, in der Abfülle, beim Schroten oder Etikettieren dokumentieren. Der Name der Münchener Brauerei, die zum Totengräber dieses Neumarkter Goldstoffes wurde, kam ihm nicht über die Lippen.

Mit Tränen in den Augen trug er Lou Angermeiers damaliges Sterbelied über „die letzten Fassl der Klosterbrauerrei St. Veit“ vor und bewies, dass die darin enthaltenen Prophezeiungen alle eingetreten sind. Die vorausgesagten Schäden durch Mangel an ehrlich gebrautem Bier im wirtschaftlichen Bereich sah Jani im Wirtshaussterben seit 1984. Angermeiers Ahnung von körperlichen Schäden bewies der Referent an der Zunahme der Pflegeheime. Der kulturelle Verfall werde nur durch Irmi Eigls Bemühungen mit der Bücherei gelindert.

Dass der Mangel am Vitamin „Klostergold“ auch in der politischen Führung der Stadt zu einem Wechsel geführt haben könnte, mochte Jani nicht als Katastrophe erkennen. Doch schloss er eine geistige Veränderung bei Wählern nicht ganz aus.

Das Publikum amüsierte sich königlich und betrachtete hinterher noch lange die Luftbilder, die Brauereifotos und alle „Reliquien“ der Brauerei, die der emsige Sammler im Kasten ausstellt.

Eine Wiederholung seines Vortrages zur Brauereigeschichte ist durchaus angedacht, „zur Finissage“, verrät Jani. Dies wird Mitte September der Fall sein. Die Ausstellung mit den Luftbildern geht bis Ende Oktober (zu den üblichen Öffnungszeiten).

nz

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