Vereinsheim spaltet den Verein

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Die Tennisanlage in Teising: Das Interesse am weißen Sport ist rückläufig, das Vereinsheim sanierungsbedürftig. Max Heimerl schlug nun vor, das Grundstück zu verkaufen, damit so ein finanzieller Grundstock zur Finanzierung des Vereinsheimes zur Verfügung steht. Heimerl brachte auch ein mögliches Sportzentrum wieder in die Diskussion bei der TSV-Versammlung ein.

Neumarkt-St. Veit - Polemik und Besserwisserei, "die ich mir so nicht mehr gefallen lasse werde", hätten laut TSV-Vorstand Harry Eberl im vergangenen Jahr die Diskussion um ein neues Vereinsheim geprägt.

Zweifellos gibt es noch viel Klärungsbedarf, wie bei der Jahreshauptversammlung des TSV Neumarkt deutlich wurde.

Bereits im Rahmen der Hauptversammlung des TSV vor einem Jahr wurden erste Planungen für ein TSV-Vereinsheim an der Bubinger Straße der Öffentlichkeit vorgestellt. Seitdem hat sich jedoch nicht viel getan. Im Gegenteil: Nach der Vorstellung des Plans waren Unstimmigkeiten aufgekommen, Meinungen seien via E-Mail an den TSV gegangen, "teilweise auf unterirdischem Niveau und persönlich angreifend", kritisierte Vorstand Harry Eberl die Vorgehensweise einiger Vereinsmitglieder.

Planungsgruppe hat einen 24-Punkte-Plan

Eine "Planungsgruppe" habe sich nun gebildet, informierte daraufhin Michael Behrens die Mitglieder im Fruhmannsaal. Einen 24-Punkte-Plan habe diese Gruppe entwickelt, "momentan sind wir bei Punkt fünf, 15 Monate haben wir zur Abarbeitung für vier Punkte benötigt", veranschaulichte Behrens den schleppenden Fortgang der Planungen. Immerhin: Das Landratsamt habe den Plan genehmigt, doch sei nach wie vor die Finanzierung nicht sicher. Ob die 20 Prozent, die die Stadt bislang bereit sei, zu übernehmen, ausreichen werden, ließ Behrens dahingestellt. Er rechnete vor, dass es wohl an die 260.000 Euro seien, die im schlimmsten Falle der TSV selbst zu tragen hätte. "Wir müssten dann darüber diskutieren, wie hoch wir uns verschulden wollen."

Von einem Termin für einen Baubeginn wollte Behrens gar nicht erst reden, zumal er betonte, dass der Sportplatz an der Bubinger Straße in einem Überschwemmungsgebiet nicht zu 100 Prozent geeignet sei. Er sprach davon, notfalls das Tennisheim in Teising aufzugeben zugunsten eines dortigen alternativen Standortes.

Laut Behrens habe die Planungsgruppe die Stadträte auf all diese Problematiken hingewiesen, aber keine Antworten erhalten, was seiner Meinung nach zeige: "Der politische Wille für eine große Lösung ist nicht da."

Generell müsse man sich überlegen, ob man in einen problematischen Standort investiert oder eine große Lösung, etwa am Kaiserholz, wie vor Jahren schon von der CSU vorgeschlagen, favorisieren sollte. Dieser Meinung war Beisitzer Maximilian Heimerl, der unbedingten Handlungsbedarf bei den Umkleiden sieht, "und auch der Trainingsplatz ist eine Katastrophe - seit Jahrzehnten". Inzwischen sieht er den TSV mit dem Problem konfrontiert, dass die Wohnbebauung in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fußballplatz nicht mehr Eigentum der Kreiswohnbau sei, sondern inzwischen Privateigentum sei. Sollte Beschwerden auftreten wegen möglicher Immissionen, "ziehen wir den Kürzeren".

Für eine von Heimerl favorisierte große Lösung fehlt aber das Kapital, "außer man veräußert die Grundstücke der Tennisabteilung", regte Heimerl an. Im Falle einer Ausweisung des Grundstücks in Teising in ein Wohngebiet könne damit viel Geld auf das TSV-Konto fließen. Dass die Stadt 20 Prozent an Zuschuss zahle, sei eine gänge Regelung, betonte Heimerl. Er könne sich aber durchaus eine Ausnahmeregelung für den TSV vorstellen, um dessen Jugendarbeit zu würdigen. Kein Verein täte dies intensiver als der TSV, 550 seiner Mitglieder seien jünger als 18 Jahre. "Das muss man honorieren. Die Stadt sollte einen Verein unterstützen, "der sich auch gesellschaftlich einbringt."

"Redet mit uns, dann sehen wir weiter!"

Es handele sich um ein Thema, das der Stadtrat zu entscheiden habe, äußerte sich Bürgermeister Erwin Baumgartner zur Thematik. Er beklagte ein Kommunikationsproblem: "Redet mit uns, dann sehen wir weiter." Die Stadt leiste bereits sehr viel für den TSV, betonte der Bürgermeister: "Wir stellen die Hallen zur Verfügung und zahlen das Rasenmähen". Es sei immer so gewesen, dass Vereine einen Zuschuss von 20 Prozent erhalten würden. Deshalb wehrte er sich dagegen, dass der "Schwarze Peter" nun wieder der Stadt zugeschoben wird.

Bereits 2004 sei ein Konzept für ein Sportzentrum erstellt worden, das der Stadt 15.000 Euro gekostet habe. "Das hat der Stadtrat abgelehnt." Die Stadt sei bereits in Vorleistung gegangen, der vom Stadtrat zugesicherte Zuschuss sei bereits in den Haushalt hineingepackt worden, "aber dieser muss auch abgerufen werden".

TSV-Vorsitzender Harry Eberl schloss die Diskussion mit dem Hinweis, dass eine Aussprache nötig sei. Das Thema wird aber spätestens bei der Versammlung der Fußballabteilung am Donnerstag, 1. April, um 20 Uhr im Sportheim erneut zur Sprache kommen.

je/Neumarkter Anzeiger

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