Ungewisse Zukunft

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Schön ist sie nicht (mehr), außerdem dringend sanierungsbedürftig: Die alte Turnhalle bereitet den Stadträten derzeit Kopfzerbrechen. Turnhallenbetrieb ist derzeit nicht möglich.

Neumarkt-St. Veit - Der Betrieb in der alten Turnhalle ist seit Dezember eingestellt. Ausschlaggebend dafür war Wassereintritt beim Zwischengang Schule-Turnhalle.

Wie es in Zukunft weiter gehen soll, darüber ist im Bauausschuss von Neumarkt-St. Veit noch keine Entscheidung gefallen.

"Der Betrieb der Turnhalle ist nicht möglich" - so heißt es seit Mitte Dezember auf einem Schild am Eingang der Alten Turnhalle. Zu den bekannten Schäden im Trainer- und Geräteraum kam es zu einem massiven Wassereintritt beim Zwischengang Schule zur Turnhalle. Die Schneelast auf dem Zwischenbau und die Durchfeuchtung gaben letzlich Anlass, auch aus Sicherheitsgründen (Einsturz) die Halle fürs erste zu schließen. Die Stadt wollte ganz einfach nichts risikieren.

Darüber hinaus stellte sich die Frage, ob der Betrieb auch aus energetischen Gesichtspunkten vertretbar ist. Bei den enormen Minusgraden im Dezember war es kaum möglich, die Halle zu heizen. Das Gebäude verfügt über keine Isolierung.

In nicht-öffentlicher Sitzung diskutierte der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Neumarkt-St. Veit lange über die Zukunft der Halle. Eine endgültige Entscheidung ist an diesem Abend nicht gefallen. Nur insofern waren sich die Gremiumsmitglieder einig: Ein Neubau kommt nicht in Frage. Dies ist nicht finanzierbar. Andererseits waren sie sich darüber einig, die alte Turnhalle möglichst lange für den Freizeitsport zu erhalten.

Egal, welche Sanierungsmöglichkeiten ins Gespräch kamen, alles drehte sich, wie Bürgermeister Erwin Baumgartner auf Nachfrage mitteilte, um einen Punkt: die Kosten. Bevor nun eine Entscheidung getroffen wird, will sich der Bauausschuss ein genaues Bild von den notwendigen Sanierungsmaßnahmen machen. Dazu wollten sich die Gremiumsmitglieder zu einem Besichtigungstermin mit einem Architekten treffen. Er soll Ideen und Vorschläge einbringen, was wirklich notwendig und was finanziell tragbar ist. Es wurde der Begriff der "Sanierung-light" geboren.

Ein Argument für diesen Weg war, dass für den Erhalt der neuen Turnhalle in absehbarer Zeit auch finanzielle Belastungen auf die Stadt zukommen. Zudem ist zu den Forderungen des TSV auch zu bemerken, dass nicht nur die alte Turnhalle im Blickpunkt steht, sondern der TSV für das Sportheim einen finanzielle Unterstützung der Stadt erwartet.

Bereits 2006 stand die Alte Turnhalle schon auf der Tagesordnung, eine grobe Kostenschätzung ergab rund 400.000 Euro für eine Sanierung. Als Übergangslösung entschied sich die Stadt damals, nur die wichtigste Maßnahme anzupacken - die Heizung. 20.000 Euro waren dafür nötig.

Auf finanzielle Unterstützung aus dem Konjunkturpaket II hoffte die Stadt im März 2009, die Kostenschätzung lag bei 230.000 Euro. Geld gab es allerdings nicht.

Kurz darauf kam der Bau- und Umweltausschuss zu dem Entschluss, dass die Halle für den Vereinssport im bisherigen Zustand belassen werden kann und nur Reparaturarbeiten durchgeführt werden sollten. Diese wurden aber weitesgehend zurückgestellt. Denn erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Kosten für zum Beispiel Eternitdach oder Entsorgungskosten zu hoch ausgefallen wären. Die Unterhaltskosten im Jahr belaufen sich auf fast 10.000 Euro.

Ein Neubau einer Einfach-Turnhalle beläuft sich auf etwa 1,8 Millionen Euro. Zu diesem Kostenvoranschlag kommt die Stadt durch einen Vergleich mit der Gemeinde Ampfing, deren Turnhalle in etwa die gleichen Maße aufweist. Allerdings: Für einen Neubau gibt es keine Zuschüsse, da die Halle nicht mehr für den Schulbetrieb notwendig ist.

hi/Neumarkter Anzeiger

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