Trotz Zwischenhoch nur Restarbeiten geplant

Zangberg - "Auch heuer kann die Gemeinde in finanzieller Hinsicht keine großen Sprünge machen. Es sind nur Restarbeiten geplant," so Bürgermeister Franz Märkl in der Gemeinderatssitzung.

Eventuell sei höchstens eine Baumaßnahme im Kindergarten zum Einbau eines Schlafraumes vorzunehmen. Damit gab das Gemeindeoberhaupt das Motto Sparen auch für dieses Jahr vor, obwohl sich der Finanzhimmel etwas aufhellt.

Kämmerer Georg Obermaier von der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen stellte seinen Informationen zur Haushalsplanung nämlich einen optimistischen Ausblick voran. "Heuer ist ein erfreuliches Jahr, die Finanzlage hat sich gebessert", sagte er, stellte aber für 2012 eine etwas düsterere Prognose: "Im nächsten Jahr wird es wieder nicht so günstig."

Der Grund für die Aufhellung der finanziellen Lage liegt in höheren Zuweisungen und niedrigeren Umlagen. So bekommt die Gemeinde heuer wieder eine Schlüsselzuweisung (222.500 Euro), nachdem diese 2010 ganz ausgeblieben ist. Vor allem aber sinkt die Kreisumlage von 614.400 Euro in 2010 auf 267.800 Euro, was eine Ersparnis von 346.600 Euro ausmacht. Grund dafür ist das jeweilige Vorjahr. 2010 stand die Gemeinde sehr gut da, was zum Ausfall von Zuweisungen und zur Erhöhung der Kreisumlage geführt hat. Auch die Einkommenssteuerbeteiligung steigt um 32.000 Euro an. Dies, so der Bürgermeister dazu, zeige die gute Beschäftigungslage der Berufstätigen in der Bevölkerung.

Ein wesentlicher Punkt für die Haushaltslage ist die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt, wie der Kämmerer in seinen Ausführungen betonte. Sie sei der Gradmesser für die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Gemeinde und stelle den "Gewinn" für Investitionen dar. War die Zuweisung im Vorjahr noch negativ - es musste Geld (zirka 58000 Euro) aus dem Vermögenshaushalt in den Verwaltungshaushalt überragen werden, damit die Gemeinde die laufenden Ausgaben decken konnte - so ist die Situation in diesem Jahr deutlich besser. Es ist eine Zuführung von 125.000 Euro veranschlagt. Jedoch wird sich die Situation im nächsten Jahr aufgrund der hohen Steuereinnahmen in 2010 wieder verschlechtern.

Dass die Gemeinde über Jahre hinweg betrachtet finanziell nicht auf Rosen gebettet ist - sie zählt seit jeher zu den finanzschwachen Kommunen - zeigen die Steuerkraftzahlen je Einwohner. Sie unterliegen starken Schwankungen: In 2009 betrug die Steuerkraft 442 Euro, 2010 den Betrag von 865 Euro und 2011 wieder nur 433 Euro. Bedeutsam ist die Steuerkraft vor allem bei der Berechnung der Schlüsselzuweisung und der Kreisumlage und zeichnet so das Auf und Ab in der Haushaltslage ab.

Im Verwaltungshaushalt sind Ausgaben vorgesehen unter anderem für Malerarbeiten am und im Rathaus, für Gastschulbeiträge nach Ampfing für Ganztagesklassen, beim Kindergarten für hohe Beiträge an auswärtige Einrichtungen, höhere Kosten beim Winterdienst, für die Heizungsoptimierung in der Mehrzweckhalle und bei der Wasserversorgung. Besonders stark zu Buche schlägt ein Rückgang der Einnahmen bei der Gewerbesteuer von etwa 90.000 Euro.

Im Vermögenshaushalt sind größere Ansätze geplant, so von 40.000 Euro für ein Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr, 71.000 Euro für den Ausbau des Gemeindesaales, 95.000 Euro für Grunderwerb im Unteren Feld V, 20.000 für den Schlepper, 77.000 für den Wegebau Atzging-Rottwinkl und für Staubfreimachung von Gemeindestraßen, 84.000 für den Ausbau des Breitbandnetzes und 42.000 für ein Salzsilo. Nach den Haushaltsansätzen können der Rücklage fast 50.000 Euro zugeführt werden.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Haushaltssatzung für das Jahr 2011. Danach schließt der Verwaltungshaushalt mit 1,2 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 0,64 Millionen Euro ab. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen.

gth/Neumarkter Anzeiger

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