Tradition lebt jedes Jahr wieder neu auf

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Internationaler Austausch: Zum 25. Mal zelten Kinder und Jugendliche aus Caneva und Neumarkt-St. Veit miteinander. Sprachliche Barrieren sind dabei kein Hindernis.

Neumarkt-St. Veit - Über drei Generationen dauert mittlerweile der Austausch mit der Partnerstadt Caneva an: Alljährlich wird entweder in Deutschland oder Italien ein Zeltlager veranstaltet.

16 Kinder zwischen zehn und 13 Jahren sind es, die derzeit in Caneva, der Partnerstadt von Neumarkt-St. Veit ihre Zelte aufgeschlagen haben. Sie führen damit eine Tradition fort, die vor einem Vierteljahrhundert begonnen hat und die mitunter die Basis für die partnerschaftlichen Beziehungen der beiden Kommunen aus Deutschland und Italien bildete.

"Mittlerweile ist es die dritte Generation, die ein Zeltlager veranstaltet", freut sich Franz Xaver Luferseder, einer der Väter dieser partnerschaftlichen Begegnung, die alljährlich zu Beginn der Sommerferien auflebt. Einmal zelten die Kinder in Neumarkt-St. Veit, das Jahr darauf in Caneva, immer im Wechsel. Teilnehmer der ersten Zeltlager hätten mittlerweile selbst Kinder, die gerne dieses grenzübergreifende Angebot annähmen, sagt Luferseder.

Die Männer der ersten Stunde: Gianni Coan (links) und Franz Xaver Luferseder beim 25. Zeltlager in Caneva, das noch bis zum 8. August dauern wird.

Heuer findet dieses Zeltlager, das erstmals 1987 stattgefunden hat, zum 25. Mal statt. Für Franz Luferseder, mit Hermann Bredenkamp und Peter Maier einer der Initiatoren von damals, eine Selbstverständlichkeit mit in den Friaul zu fahren, um sich mit seinem Freund Gianni Coan zu treffen. Coan war vor fast 25 Jahren der italienische Gegenpart zu Veteranenvorstand Luferseder, Chef der dortigen Veteranen mit dem Namen Alpini. Bevor sie sich dafür entschieden, so ein Zeltlager für Jugendliche anzubieten, hatten sich die Vereinigungen bereits zwei Jahre lang gekannt. Beim Nassfeldtreffen in Hermagor freundeten sich die Abordnungen der KSK Neumarkt-St. Veit und die Alpini an, schon nach kurzer Zeit waren die Neumarkter Gäste in Caneva, um der Einweihung des Vereinsheimes der Alpini 1985 am Fuße der friaulischen Berge beizuwohnen. Seitdem hat sich der Kontakt vertieft.

1987 war das erste Zeltlager. Schon damals als Teenager mit dabei: Andi Schulz, der heute zusammen mit der Jugendaktionsgruppe Neumarkt-St. Veit (JAG) die Tradition der Zeltlager aufrecht erhält; seit 1997 liegt die Organisation auf Neumarkter Seite in den Händen der JAG.

Das 25. Zeltlager - für Luferseder ist dieser Austausch zwischen Italienern und Deutschen Arbeit für den Frieden in Europa. "Es werden unter den Kindern Freundschaften gegründet, die über deren Eltern fortgeführt werden." Ein Zeichen der Völkerverständigung, auch weil viele Deutsche Kinder italienisch lernen und Italiener mit der deutschen Sprache vertraut gemacht werden. Die Canevesin Francesca Coan, Tochter von Gianni, auf Caneva-Seite habe zum Beispiel Deutsch sogar studiert, steht mittlerweile bei den Zeltlagern als Dolmetscherin zur Verfügung, berichtet Luferseder. Dabei könne sich mittlerweile auch das Italienisch von Andi Schulz sehen lassen, sagt Luferseder.

Etwa 1000 Kinder und Jugendliche haben in den 25 Jahren die Zeltlager mitgemacht. Insgesamt haben die Neumarkter bei ihren Reisen nach Caneva 78.000 Kilometer zurückgelegt. Viele weitere 1000 werden hinzukommen. Denn für den Ehrenvorstand der KSK Neumarkt steht außer Zweifel: Das Zeltlager trägt einen maßgeblich Teil dazu bei, dass die Partnerschaft mit Caneva auch in Zukunft bestand hat. Dieses Fundament könne auch das alljährliche Fußballspiel zwischen den Italienern und den Deutschen zum Ende des Lagers nicht trüben. "Das gewinnen nämlich meistens die Italiener", verrät Luferseder, der sich sehr darüber freute, als er in Caneva zur 25. Ausrichtung des Zeltlagers ein Bild überreicht bekam von der ersten Auflage dieses Fußballspiels. Damals waren Coan und Luferseder noch die Trainer.

je/Neumarkter Anzeiger

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