Was hat die Überschwemmungen ausgelöst?

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Der Mittelteil der Eichenstraße in Egglkofen. Dieser Bereich gilt als besonders hochwassergefährdet.

Egglkofen - Nach den Überschwemmungen mit Wasser und Schlamm im Bereich Eichenstraße wird nun nach dem Auslöser der Unwetterschäden gesucht.

Die Gemeinde ist offenbar nicht in der Lage, der Überschwemmungen mit Wasser und Schlamm im Bereich Eichenstraße wirksam abzuhelfen. Stattdessen soll jetzt wegen möglicher Regressleistungen nach dem Auslöser der bereits passierten und möglicherweise künftigen Unwetterschäden gesucht werden.

Auslöser der Diskussion waren die Unwetterfolgen vom Frühjahr 2009, als Anwohner der Eichenstraße von einer gewaltigen Überflutung mit Schlamm und Wasser betroffen waren. Die Folgen der Überschwemmung waren wochenlang zu sehen und haben zu erheblichen Schäden auf den Grundstücken und auch an und in den Gebäuden geführt.

Wie Bürgermeister Johann Ziegleder in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erläuterte, hat zu dem Thema "Verbesserung der Hochwassersituation an der Eichenstraße" bereits im Dezember 2009 im Landratsamt Mühldorf eine Besprechung stattgefunden. Weder das Landratsamt noch das Wasserwirtschaftsamt hätten dabei mit Verbesserungsratschlägen aufgewartet. Auch ein Gerichtstermin zu diesem Thema habe in der Zwischenzeit stattgefunden. Kurzum: Eigentlich hätte im dortigen Bereich nicht gebaut werden dürfen, so der Bürgermeister.

Das Hochwasser läuft vorwiegend bei Dauerregen aus einem rund 20.000 Quadratmeter großen Hanggrundstück in einer Senke zusammen, spült den Boden aus und dringt dann zusammen mit viel Schlamm in die angrenzenden Grundstücke ein. Die Gemeinde hat in Zusammenarbeit mit den Anliegern in der Vergangenheit zwar einige Verbesserungen im unteren Bereich der Eichenstraße erreicht, der Überflutungsgefahr im besonders gefährdeten Bereich konnte bislang aber noch nicht wirksam begegnet werden.

Zwischenzeitlich hat die Versicherung des Gemeindetages eine Schadenersatzzahlung geleistet und dabei unmissverständlich klar gemacht, dass keine weiteren Zahlungen erfolgen, da sie dazu nicht verpflichtet sei. Die Zahlung erfolge nur aus Kulanzgründen. Gerade dieser Aussage dürfte es nunmehr zuzuschreiben sein, dass das Thema Eichenstraße erneut auf die Tagesordnung einer Gemeinderatsitzung kam.

Da die Gemeinde keine Möglichkeit sieht, durch entsprechende Baumaßnahmen eine Verbesserung der Situation herbei zu führen, soll nunmehr auf Empfehlung des Gemeinderates der Verantwortliche für die Bebauung der Grundstücke ermittelt werden. In den Fokus geriet dabei das Ingenieurbüro, das seinerzeit die Planung für das Baugebiet "Eichenstraße" innehatte.

Der Bürgermeister wurde vom Gemeinderat beauftragt, sich mit der Rechtsaufsicht des Bayerischen Gemeindetags in Verbindung zu setzen und die rechtlichen Möglichkeiten einer Schadenshaftung durch das Ingenieurbüro auszuloten. Gleichzeitig soll der Bürgermeister das Gespräch mit dem Grundstücksbesitzer suchen und erfragen, ob und zu welchen Konditionen der Besitzer eventuell zur Verpachtung des betreffenden Grundstückes bereit ist.

lh/Mühldorfer Anzeiger

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