Sternsinger-Rap für die Kanzlerin

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Letzte Lagebesprechung, bevor es heute morgen los ging. Anna Brams, (13, von links), Thomas Stadler (12), Maria Moser (12), Julia Eckl (12), und Mesnerin Marianne Zürner.

Neumarkt-St. Veit/Wiesbach - Vier Kinder aus Neumarkt-St. Veit dürfen am Donnerstag im Bundeskanzleramt in Berlin singen.

Vier Ministranten aus der Expositur Wiesbach sind ab heute auf einer Mission unterwegs. Die Kinder aus Neumarkt-St. Veit bilden als Vertreter des Bistums Regensburg eine von den 27 Sternsinger-Gruppen aller Diözesen in Deutschland, die am Donnerstag im Bundeskanzleramt in Berlin singen. Auch ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel steht dabei auf dem Programm.

Letzte Lagebesprechung am Küchentisch von Mesnerin Maria Zürner. Die zwölf- und 13-jährigen Ministranten gehen noch einmal den Reiseplan durch. Und man merkt: Die Aufregung steigt von Tag zu Tag vor dieser nicht alltäglichen Reise in die Hauptstadt. "Dass wir Angela Merkel treffen! Die kennt man ja sonst nur aus dem Fernsehen", freut sich die 13-jährige Anna Brams, die als Kaspar der mächtigsten Frau Deutschlands gegenüber treten wird. Auch Mesnerin Marianne Zürner, die ihre vier Sternsinger nach Berlin begleiten wird, ist ganz außer sich vor Freude. "Das ist zweifellos auch für mich der Höhepunkt seit ich Mesnerin bin." Seit 22 Jahren ist sie in der Kirche ehrenamtlich tätig.

Über ein Rätsel hatten die Wiesbacher die Fahrkarte nach Berlin gelöst. Jedes Jahr beteiligen sich die Ministranten an diesem Sternsingerwettbewerb, unter den richtigen Einsendungen wird pro Diözese eine Gruppe ausgelost, die zum Sternsinger-Treffen fahren darf. Anfangs wusste keiner etwas mit dem Lösungswort anzufangen. "Gallo Pinto - kann das stimmen?", war Marianne Zürner skeptisch.

Schließlich stellte sich das Wort als Nationalgericht Nicaraguas heraus, dem Beispielsland der Sternsingeraktion. Seitdem haben sich die Wiesbacher gut vorbereitet, sich mit dem Thema "Klopft an Türen, pocht auf Rechte" auseinander gesetzt.

"Ich hab es von meiner Mutter erfahren, dass ich nach Berlin mitfahren darf. Ich war total überrascht, weil ich mir immer gedacht habe: Des wird eh nix", erzählt Thomas Stadler, der der Sternträger ist. Ganz gespannt sei er schon: "Wir werden im Bundeskanzleramt empfangen, lauter geladene Gäste". In Berlin will er sich gerne auch den Fernsehturm ansehen. Denn auch eine Besichtigungstour ist vorgesehen. "Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer hat bereits angekündigt, dass er für uns ein Programm zusammenstellt", erzählt Zürner.

Alles ist genau durchgeplant: Heute um 5.30 Uhr mit dem Zug nach München, von dort mit dem ICE über Nürnberg nach Berlin. Um 13.30 Uhr kommen die Wiesbacher Sternsinger an und haben erst einmal den Nachmittag für sich, bevor sie ihr Quartier beziehen. Von der Bundespolizei werden die Sternsinger morgen abgeholt und in die St.-Ansgar-Kirche eskortiert, wo die Messe mit allen Sternsingergruppen zelebriert wird.

Im Anschluss geht es ins Kanzleramt. Personenkontrolle, nur die Betreuerin darf den Fotoapparat mit hinein nehmen. Dann der Höhepunkt: das Treffen mit der Kanzlerin und das gemeinsame Essen.

Auch Maria Moser, die als Melchior verkleidet vor die Kanzlerin treten wird, freut sich auf diese Begegnung, wenn die über 100 Sternsinger die vier ausgewählten Lieder anstimmen werden. "Mein Lieblingslied ist der Sternsinger-Rap", verrät Moser. Dieses Lied gefällt auch der vierten im Bunde, Julia Eckl, am besten. "Ich hab es erst gar nicht glauben können, dass wir ausgewählt wurden", schließlich sei die Expositur ziemlich klein, sagt Julia Eckl, die als Balthasar mit nach Berlin fährt.

Dass die vier Vertreter auch einem Presserummel ausgesetzt sein werden, ist ihnen klar. Schon bei der Diözesanaussendung in Weiden mit Bischof Gerhard Ludwig Müller war das Interesse groß, zumal die Wiesbacher in Berlin als einzige Gruppe das Bistum Regensburg vertreten. "Die Presse kam zu uns her, Radio und Fernsehen - das war etwas ungewohnt", erzählt Julia Eckl.

Thomas Stadler sieht es locker: "Jetzt haben wir ja schon etwas Erfahrung, da tun wir uns in Berlin vielleicht etwas leichter." Dann fügt er aber rasch hinzu: "Gut, Herzklopfen hatten wir bei der Aussendung vor dem Bischof schon. Ich denke vor der Frau Merkel wird das noch mehr werden."

Morgen um 13.30 Uhr wird die offizielle Veranstaltung im Kanzleramt zu Ende sein. Eine Stippvisite durch Berlin noch und dann geht es am selben Abend wieder heimwärts. Denn auch in der Expositur erwartet man die Sternsinger. Am 6. Januar werden die vier Gruppen ausgesandt, um den Wiesbachern Lieder vorzusingen und an die Türen den Spruch "Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus") zu schreiben.

je/Mühldorfer-Anzeiger

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