Auf den Spuren des Malers Hornöck

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Angelika Marckhgott mit Archivar Walter Jani

Neumarkt-St.Veit - Angelika Marckhgott ist Kunststudentin an der Universität in Salzburg und schreibt ihre Magisterarbeit über die Künstlerfamilie Hornöck, die auch viele Jahre in Neumarkt-St.Veit gelebt hat.

„Einer der wichtigsten Maler unserer Region wird dabei wissenschaftlich erforscht“, so Archivar Walter Jani. Neumarkt-St.Veit – Franz Xaver Hornöck war Kunstmaler, ist 1752 in der Eggenfeldener Gegend geboren und Mitte der 1770er Jahre nach Neumarkt gezogen, wo er heiratete und das Bürgerrecht erwerben konnte. Die bisherigen Nachforschungen der Salzburger Kunststudentin in den einschlägigen Archiven ergaben, dass die Familie Hornöck 15 Kinder hatte, wobei aber die allermeisten bereits im Kindesalter wieder gestorben sind. Fast drei Jahrzehnte wirkte der Künstler in Neumarkt, wobei er hauptsächlich für das Benediktinerkloster St.Veit arbeitete. Nach der Auflösung der Abtei im Jahre 1802 verlegte er seinen Wohnsitz nach Salzburg und wirkte dort bis zu seinem Tode, der im Jahre 1822 angenommen wird.

Für weitere Nachforschungen besuchte vor ein paar Tagen Angelika Marckhgott Neumarkt-St.Veit, wo sie von Kulturreferent und Stadtarchivpfleger Walter Jani im Rathaus empfangen wurde.

Eine ganze Reihe der früh gestorbenen Kinder des Künstlers konnten ebenfalls in den Sterbebüchern im Stadtarchiv bestätigt werden. Aus den alten Marktkammerrechnungen geht hervor, dass F. X. Hornöck nicht nur künstlerisch aktiv war, sondern als Mitglied des inneren und äußeres Marktrates (vergleichbar einem Stadtrat) auch für Belange seines Heimatortes Verantwortung getragen hat. Besonders von Interesse war natürlich die anschließende Besichtigung der Gemälde des Künstlers, von denen drei in der ehemaligen Schlosskapelle von Adlstein aufgehängt sind.

Als nächstes führte der Weg über St. Lorenz nach St. Veit, wo in der Kirche und vor allem im ehemaligen Klos-terbereich mindestens zwölf Werke F. X. Hornöck zugerechnet werden können. Eines der bekanntesten Werke ist das ovale Gemälde am Hauptaltar, das die Gründung des Klosters darstellen soll. Es zeigt den Klosterstifter, Dietmar von Lungau, wie er gerade St. Benedikt einen Bauplan der Kirche überreicht. Zwischen den beiden Figuren schaut der junge Mönch Anselm Mösl hervor, dessen Vater ein Steinmetz aus Salzburg, im Jahre 1783 dem Kloster den 13 Meter hohen Marmoraltar zum Geschenk gemacht hatte.

Im Refektorium, dem ehemaligen Esszimmer des Klosters hängen allein zehn Bilder, die von F. X. Hornöck im Jahre 1798/99 gemalt wurden. Darunter Abendmahlszenen und die Portraits von vier der letzten fünf Äbte von St.Veit. Weitere vier Gemälde zeigen Adelige, die sich um das Wohlergehen der Abtei verdient gemacht haben. Ein weiteres Bild von Hornöck konnte im Abteistock entdeckt werden. Zum Ende der fünfstündigen Exkursion führte der Weg nach Weilkirchen bei Zangberg, in dessen Gotteshaus der Kunstmaler im Jahre 1796 im Deckengemälde die Legende des heiligen Georg dargestellt hat.

Die Diplomarbeit von Angelika Marckhgott soll im Frühjahr des nächsten Jahres fertig werden. Sie hat dem Kulturreferent versprochen, den Abdruck ihrer Forschungstätigkeit auch dem Neumarkter Stadtarchiv zur Verfügung zu stellen.

jaw/Neumarkter Anzeiger

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