Diskussion über Fotovoltaikanlagen auf Gemeindedächern

Solarstrom vom Bauhofdach?

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Eine Fotovoltaikanlage auf dem Bauhof, solange die Einspeisevergütung noch interessant ist. Ein privater Betreiber hat Interesse an der Dachfläche bekundet.

Neumarkt-St. Veit (MA) - Fotovoltaikanlagen auf gemeindlichen Dächern: Vergeben oder selbst die Initiative ergreifen? Darüber diskutierte der Neumarkter Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Grundlage der Diskussion war ein Vorschlag von Mathias Rauschecker aus Haiming im Landkreis Altötting, der gegenüber der Stadt Interesse geäußert hat, eine 30 kwp-Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Städtischen Bauhofes zu installieren.

Der Stadt hat er dabei zwei Vorschläge unterbreitet. Die Stadt vermietet das südliche Dach des Bauhofes ohne Eigenanteil an den Betreiber und erhält dafür 20 Jahre lang eine garantierte Miete in Höhe von 587,10 Euro pro Jahr, was einem Umsatz von fünf Prozent entspräche. Sämtliche Kosten, die während der Laufzeit anfallen würden, übernähme der Betreiber einschließlich Rückbau der Anlage.

Alternativ schlug Rauschecker der Stadt vor, sich an der Anlage zu beteiligen. Laut seinem Vorschlag betrüge bei einem 25-prozentigem Gesellschafteranteil der Stadt deren Leistung rund 17500 Euro, die sie an Materialkosten zu investieren habe. An monatlichen Abschlagszahlungen würde die Stadt bei einer Stromproduktion von 1000kwh/kwp zirka 245 Euro einnehmen, übertragen auf die 20 Jahre also rund 58000 Euro.

"Wir müssen uns genau überlegen, ob es unser Ziel ist, dass wir Geld auf Dächern parken. Es sollte kein Geld gebunden werden, das wir für Investitionen brauchen", mahnte Bürgermeister Erwin Baumgartner an. Alternativ schlug er die Gründung einer eigenen Gesellschaft vor und die Finanzierung solcher Fotovoltaikflächen über Kredite. Statisch wäre das Bauhofdach geeignet, auch die Ausrichtung des Daches sei in Ordnung.

Manfred Preitenwieser (UWG) brachte den Vorschlag einer Bürgersolaranlage, "dann hätten Neumarkter Bürger unmittelbar was davon". Franz Fuchs (UWG) jedoch befand, dass die Stadt davon ihre Finger lassen sollte. "Das ist Sache der Privatwirtschaft, die Kommune hat andere Aufgaben zu leisten."

Der Tenor überwog, dass aus dem Neumarkter Haushalt keine Mittel gebunden werden sollten. Ferdinand Rothkopf (CSU): "Die Stadt ist nicht dazu da, Geld zu verdienen, sondern das Gled gerecht zu verteilen."

Ein Beschluss erfolgte nicht. Stattdessen schlug Bürgermeister Baumgartner eine Besichtigung von Anlagen in Haiming vor, die der Antragsteller dort errichtet hat. Man wolle sich beim dortigen Bürgermeister Informationen darüber einholen und dann gegebenenfalls ein Konzept für Neumarkt entwickeln.

Auch gelte es abzuklären, ob sich kommunale Gebäude der Stadt Neumarkt überhaupt in statischer Hinsicht eigneten.

je (Mühldorfer Anzeiger)

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