Sind Volksparteien überholt?

Neumarkt-St. Veit (NA) - Das depremierende Ergebnisse der Bundestagswahl ging auch am SPD-Ortsverband Neumarkt nicht spurlos vorüber.

Vorsitzender Ulrich Geltinger stellte bei der Jahreshauptversammlung den Zeitgeist großer Volksparteien in Frage, zumal auch die CSU Verluste hatte.

Ulrich Geltinger.

"Sogar die FDP hat uns nun schon überholt", untermauterte Geltinger seine Vermutung. Für ihn auch eine Bestätigung dafür, dass kleinere Parteien im Aufwind seien. Die Verdrossenheit gegenüber der großen Volkspartei SPD spiegelt sich aber auch in der sechs Mitglieder starken SPD in Neumarkt wider, die gerade Mal genügend Personen stellen kann, um eine funktionierende Vorstandschaft zu wählen. Eine von Schriftführer Rudolf Geltinger angesprochene Amtsmüdigkeit ließ Ulrich Geltinger jedenfalls nicht gelten, "nur wenn ein Ersatz vorgeschlagen wird".

Das war nicht der Fall und so blieb bei der bisherigen Vorstandschaft um Vorstand Ulrich Geltinger, seinem Stellvertreter Franz-Xaver Luferseder, Kassier Ludwig Spirkl und Schriftführer Dr. Rudolf Geltinger alles beim Alten.

In seinem Bericht aus dem Stadtrat untermauerte Geltinger, dass die SPD einige Probleme im Ortsbereich zur Diskussion angeregt hatte, unter anderem die gefährliche Situation für Fußgänger am Kreisverkehr. Auch habe Geltinger den Betrieb einer städtischen GmbH angesprochen, was die Nutzung von regenerativen Engerieformen wie Fotovoltaik betrifft. Die Stadt, die davon profitieren könne, erarbeite derzeit ein Konzept dazu, so Geltinger. Auch eine Bürgersolaranlage nach dem Niederbergkirchener Modell wäre denkkbar, fügte Kassier Ludwig Spirkl hinzu. Was den Radweg nach Hörbering betrifft sei eine Umsetzung immer an der Grundstücken gescheitert. Geltinger regte an, mit einem Teil des Grunderwerbs, wo er denn möglich sei, zu beginnen. Die Errichtung eines 40 Meter hohen Sendemastens für Behörden mit Sicherheitsaufgaben stehe nach wie vor zur Diskussion, weil es immer noch keinen geeigneten Standort gebe. Geltinger: "Für mich gehört er in ein Waldstück, aber nicht an den Ortseingang." Auch die Nähe zum Hochbehälter passe ihm nicht.

Feuchte Stellen will Geltinger im Fundament des Rathauses erkannt haben mit daraus resultierenden Rissen, deren Ursache er im Wassergraben sieht. Um dies zu klären, habe er die Erstellung eines Gutachtens gefordert. Das Fruhmannhaus, Eigentum der Stadt Neumarkt, sei zuletzt bei Starkregen überflutet gewesen, wofür Geltinger den Kanal verantwortlicht machte. Einen Antrag auf Kanalprüfung habe er gestellt.

Geltinger kam schließlich auch noch auf den bereits erfolgenden Brückenbau im Zuge der Umgehungsstraße zu sprechen. Er griff bereits weit voraus, dass durch die Umfahrung eine Rückstufung der Bundesstraße im städtischen Bereich erfolgen werde. Man könne sich schon jetzt Gedanken darüber machen, wie eine Neugestaltung an touristisch interessanten Punkten aussehen könne.

Aus dem Kreistag berichtete Geltinger, dass die Wirtschaftskrise sich auch auf den Landkreishaushalt auswirken werde. Tilgungen könnten zukünftig nicht mehr im bisherigen Ausmaß getätigt werden, der Spielraum für Investitionen werde sich weiterhin reduzieren.

Franz Xaver Luferseder gab Geltinger auf den Weg, die Notwendigkeit von Terrassen für Cafés prüfen zu lassen, wenn sie nur Parkplätze in Beschlag nähmen, während der Sommersaison aber ungenutzt blieben. "Muss man dann so etwas überhaupt noch genehmigen?"

Schließlich regte Ludwig Spirkl an, Mitgliederwerbung zu betreiben. Die SPD müsse ihr Profil schärfen und wieder die Wähler erreichen, beispielweise durch Vorträge.

je/Neumarkter Anzeiger

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