Schulverbund steht nichts mehr im Weg

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Der Neumarkter Stadtrat hat den Weg frei gemacht für den Verbund der Herzog-Heinrich-Hauptschule mit Mühldorf.

Neumarkt-St. Veit - Geht es nach der Verbandsversammlung des Hauptschulsprengels, steht einem Verbund mit der Mühldorfer Hauptschule zur Mittelschule nichts im Weg.

Lesen Sie hier den Originalbericht aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Aversionen gegen Mühldorf

Geht es nach der Schulverbandsversammlung des Neumarkter Hauptschulsprengels steht einem Verbund der Neumarkter mit der Mühldorfer Hauptschule zur künftigen Mittelschule nichts im Wege. Besonders Neumarkter CSU-Stadträte monierten nun aber nicht nur die überstürzte Vorgehensweise. Sie bevorzugten eine Lösung mit Massing und Gangkofen.

Neumarkt-St. Veit - Und so entbrannte während der Sondersitzung des Neumarkter Stadtrates, der sein Votum über die zukünftige Mittelschule abzugeben hatte, eine fast zweistündige Diskussion. Vorher hatten Schulamtsdirektor Paul Schönstetter und Schulrat Hans Wax das Konzept der zukünftigen Mittelschule vorgestellt. Sie erläuterten die Vorteile der individuellen Ausbildung sowie der praxis- und berufsorientierten Förderung dieses auf den Säulen des Wirtschaft-, Technik- und Sozialzweiges gestützten Schulsystems, das auch zur Imageaufwertung der Hauptschulen beitragen soll.

Die Aufrechterhaltung der drei Zweige sei im Verbund mit Mühldorf garantiert. "Auf Augenhöhe" könne Neumarkt in den Verbund mit Mühldorf treten, der dann zum Tragen kommt, wenn die demografische Entwicklung spürbar wird. Einen Rückgang der Schülerzahlen in Neumarkt um ein Drittel auf 180 prognostizierte Wax in den nächsten fünf Jahren.

Als weitere Möglichkeiten standen auch Verbünde mit Massing und Gangkofen sowie mit Ampfing und Buchbach im Raum. Die Variante mit Massing und Gangkofen sei aber laut Schulamt nur möglich gewesen, wenn es keine andere Lösung gegeben hätte. Denn der Regelung über Landkreis- und Bezirksgrenzen hinweg sei umständlich und schwierig, begründete Schönstetter.

Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden des Hauptschulverbandes Neumarkt hatten sich bereits in nichtöffentlicher Sitzung für Mühldorf ausgesprochen, informierte Bürgermeister Erwin Baumgartner. Bereits im Schuljahr 2010/2011 könne die Mittelschule gebildet werden. Schönstetter empfahl einen Vertrag über zehn Jahre.

Für Egbert Windhager (CSU) ging das alles jedoch zu schnell: "Mit Mühldorf sind wir nicht auf Augenhöhe, wir werden hinaufschauen. Für Neumarkt springt nicht viel dabei raus." Er befürchtete durch den Verbund mit Mühldorf ein Ausbluten der Neumarkter Schule.

Überstürzte Entscheidungen und schlechte Information bemängelten Karl Korn und Ferdinand Rothkopf (CSU). Rothkopf: "Ich fühle mich zu spät und unzureichend informiert - nicht zum ersten Mal im Stadtrat." Scheinbar sei der Groschen schon gefallen, "warum werden wir überhaupt gefragt? Wir müssen nur noch abnicken, was ohnehin schon beschlossen ist", ärgerte er sich. Er forderte, dass der M-Zug auf jeden Fall in Neumarkt erhalten bliebe. Auch regte er an, dass Neumarkt prädestiniert dafür sei, auf sein Steckenpferd Hauswirtschaft als Schwerpunktzweig zu setzen.

Reinhard Fuchs und Rosmarie von Roennebeck (CSU) kritisierten, dass die Variante mit Massing und Gangkofen gar nicht zum Tragen gekommen sei. Von Roennebeck regte sich auch darüber auf, dass nur von Vorteilen der Mühldorfer Hauptschule gesprochen werde. "Man war von Anfang an auf Mühldorf fixiert". Ampfing sei bei der Beförderung der Schüler mit dem Bus mindestens gleichwertig, die Zugverbindung nach Mühldorf beschrieb sie sogar als ungünstig. Sie unterstellte der Mühldorfer Schule Immigrantenprobleme, besser fühlten sich "unsere ländlich geprägten Neumarkter Schüler in Ampfing aufgehoben", Dies wies Schönstetter zurück.

Baumgartner erwiderte, dass sich die Schulverbandsversammlung klar für Mühldorf entschieden habe, der Stadtrat habe keinen Einfluss auf diesen Entscheidungsprozess. Überdies gab er zu bedenken, dass im Falle der Entscheidung für Massing die Gefahr bestanden hätte, dass Mitgliedsgemeinden wie Lohkirchen aus dem Schulsprengel ausgetreten wären: "Schüler, die uns dann fehlen." Baumgartner berief sich schließlich in punkto Mühldorf auf die Einigkeit in der Schulverbandsversammlung.

Schönstetter wiegelte Befürchtungen, dass Neumarkter Schüler zukünftig zu Pendlern werden, ab: "Ich sehe in den nächsten sechs Jahren keine Standortgefährdung." Fahrten nach Mühldorf müssten nur dann in Kauf genommen werden, wenn ein Zweig nicht mehr zustande käme. Und das wäre dann selbst nur an einem Tag der Woche für Acht- und Neunklässler der Fall.

Trotz Diskussion fiel die Zustimmung gegenüber Mühldorf deutlich aus. Bei drei Gegenstimmen der CSU (Fuchs, Roennebeck und Rothkopf) stimmten 15 Stadträte für den Verbund mit Mühldorf.

je/Mühldorfer Anzeiger

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