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Teure Sanierung für Neumarkter Grundschule

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Neumarkt-St. Veit - Rund 187.000 Euro muss die Stadt Neumarkt in Elektroarbeiten für die Neumarkter Grundschule investieren geht es nach der Planungsvorlage des Ingenieurbüros Wolgang Wagner aus Mühldorf.

Einstimmig hat der Stadtrat für die Beauftragung des Ingenieurbüros gestimmt, jedoch mit zwiespältigen Gefühlen. Einigen Räten erschien das Honorar zu hoch.

Die Höhe des Honorars - rund 40.000 Euro - hatte bereits der Bau- und Umweltausschuss kritisiert und deswegen die Einholung weiterer Vergleichsangebote eingefordert. Diesem Wunsch hat die Verwaltung zwar entsprochen, doch die lagen höher, berichtete Bürgermeister Erwin Baumgartner nun dem Stadtrat. Immerhin sei in einem Punkt das ursprüngliche Angebot nachgebessert worden, die Summe belaufe sich nur noch auf knapp 38.590 Euro.

Der Grund für die hohe Investitionssumme liege zum einen daran, dass die Leitungen nach mehr als 50 Jahren nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und der Sicherheit entsprächen, erläuterte Natascha Pigac vom Bauamt die notwendigen Sicherungsmaßnahmen. Für EDV-Verkabelung fielen rund 68.000 Euro an, für Beleuchtungskörper 54.000 Euro und für das Auswechseln der zweiadrigen Leitungen gegen dreiadrige sowie für Sicherungen 65.000 Euro.

Ulrich Geltinger (SPD) empfand die Summe als sehr hoch, regte an, ob nicht die einzelnen Gewerke gesondert vergeben werden sollten, um so ein gewisses Einsparpotenzial ausschöpfen zu können. Wenn die Stadt selbst über die Vergaben entscheide, könnten wiederum einheimische Handwerksbetriebe davon profitieren. Dem erteilte Bürgermeister Baumgartner jedoch eine Absage. Selbst bei einer freien Vergabe müsse die Stadt mindestens drei Angebote einholen. Die Vergabeordnung enthielte Spielregeln, an die man sich zu halten habe, "sonst fallen Zuschüsse weg".

Zentralserver übertrieben?

Emil Steinbach (UWG) akzeptierte den Aufwand nicht. Die Vorinstallation für einen Zentral-Server empfand er für eine Grundschule als übertrieben. "Der Schulverband hat die EDV-Ausstattung der Grundschulräume beschlossen. Die Installation bleibt uns nicht erspart", erwiderte Baumgartner darauf.

Max Heimerl (CSU) fragte nach Einsparmöglicheiten bei so hohen Kosten und ob Möglichkeiten im Rahmen des Konjunkturpakets voll ausgeschöpft worden seien. Pigac erklärte, dass es sich bei der Frage um die Verkabelung um ein fertiges Elektrokonzept gehandelt habe. Pauschal habe man beim Antrag für das Konjunkturpaket für die Elektroarbeiten 120000 Euro angegeben, letztlich sei die EDV-Verkabelung aber nur mit 13.000 Euro bedacht worden. Damals sei nicht ersichtlich gewesen, dass auch Verkabelung und Leuchtkörper auszutauschen seien, so Pigac weiter. Walter Jani (UWG) sagte schließlich gar: "In welchem Zeitraum soll sich der Betrag, den wir nun investieren, strommäßig einparen lassen? In 100 Jahren?"

Zumal es nicht die einzigen Kosten bleiben, wie Bürgermeister Baumgartner das Gremium weiter informierte. Bei Tiefbauarbeiten am Schulgebäude sei ersichtlich geworden, dass bei den Außenwänden weder eine Drainage noch eine ordnungsgemäße Abdichtung angebracht worden seien. Dies müsse nun nachträglich geschehen. Kosten zwischen 20000 und 25000 Euro stellte er für diese Maßnahme in den Raum. Ansonsten seien noch größere Schäden, wie Schimmel oder Schäden am Mauerwerk zu erwarten. Eine Dämmung sei jedoch nicht notwendig, wie sie Manfred Preitenweiser (UWG) gefordert hatte.

Massive Kritik übte Egbert Windhager (CSU), weil die an den Fallrohren angebrachte provisorische Lösung am Schulhaus einem Starkregen nicht standgehalten habe und somit viel Wasser ins Erdreich unmittelbar am Gebäude geflossen sei. "Kontrolliert das denn niemand", fragte er in Richtung Pigac. Ein derartig schlechtes Provisorium zeuge nicht von Qualität des Handwerksbetriebes, untermauerte auch Karl Korn. "KG-Rohre wären hier besser gewesen als eine Plastiktüte."

Weil schließlich im Rahmen der Schulhaussanierung immer mehr Maßnahmen hinzukämen, forderte Heimerl ein Gesamtkonzept. "Wir können uns wahrscheinlich gar nicht alles leisten", sagte er. Dem entgegnete Baumgartner, dass die Schäden an der Mauer erst durch die erfolgten Erdarbeiten an den Außenwänden der Schule zu erkennen gewesen seien.

je/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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