Schnee sorgt für Baustopp

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Der Baustopp an der Ortsumfahrung der B299 ist nicht einem Geldmangel, sondern dem Wintereinbruch geschuldet. Mit diesem Gerücht räumte Bürgermeister Erwin Baumgartner auf.

Neumarkt-St. Veit - Die Bauarbeiten zur Ortsumfahrung Neumarkt-St. stocken – aufgrund der Witterung und nicht, weil es kein Geld mehr gibt.

Mit diesem Gerücht räumte Bürgermeister Erwin Baumgartner bei der Bürgerversammlung auf.

Im Bereich Tiefbau hat sich einiges getan in Neumarkt-St. Veit: Straßenbau, Radweg oder Wasser- und Kanalbau. Den Spatenstich zur Ortsumfahrung der B299 bezeichnete Bürgermeister Baumgartner als besonderen Moment für die Kommune. Größtes Sorgenkind bleibt aber die Staatsstraße 2086. Seit April 2008 stellt die Stadt immer wieder Anfragen, doch getan hat sich nur etwas auf dem Abschnitt im Landkreis Rottal-Inn. "Die Straße gilt als sanierungsbedürftig, ist aber noch im grünen Bereich", erklärte Baumgartner.

7,6 Millionen Euro kostet die Ortsumgehung der B299, die Ende nächsten Jahres fertig sein soll. Diese Woche hätten die Asphaltierungsarbeiten beginnen sollen, der Wintereinbruch hat dies aber unmöglich gemacht. Mit einem Baustopp wegen Geldmangels hat dies aber nichts zu tun, wie Bürgermeister Erwin Baumgartner versicherte. "Das Geld ist zwar knapp, weil mit dem Konjunkturprogramm viele Maßnahmen begonnen wurden. Es kommt höchstens zu Verzögerungen", erklärte er. Für die Brücken Furth und Straß gebe es noch keine Finanzfreigabe für 2010.

Weitere Maßnahmen waren die Gemeindeverbindungsstraße Gmain-Reißlsberg und die Hofzufahrt Ostern. Die Kosten hierfür lagen bei insgesamt knapp 480.000 Euro, der Anteil der Stadt lag bei 220.000 Euro. Probleme beim Straßenbau im Außenbereich sieht Baumgartner, weil die Stadt nach einem Beschluss von 1990/2000 Eigentümer der Straßen und somit unterhaltsverpflichtet ist. "Die Fahrzeuge werden schwerer oder die Anlieger nutzten zu weit den Grund", sagte Baumgartner. Die Folge: Der Straßenunterbau weicht auf, die Straße bricht ab. Pro Haushaltsjahr fallen so Kosten mit bis zu 30.000 Euro an. Wie künftig damit umgegangen werden soll, soll mit dem Bayerischen Gemeindetag geklärt werden. Noch im Dezember soll der Radweg zwischen Furth und Brodfurth fertig sein. Der Winter hat hier ebenfalls für einen Baustopp gesorgt. Für die Baukosten in Höhe von 440.000 Euro gibt es einen Zuschuss von 75 Prozent.

In den Wasser- und Kanalbau im Außenbereich investierte die Stadt bereits mehrere Millionen Euro. Heuer war der Kanalbau Elsenbach an der Reihe, nächstes Jahr steht die Wasserversorgung Straß sowie Kanal und Wasser bis Unterwiesbach an.

Für 100.000 Euro wird der Brunnen III saniert. Dies war nötig geworden, weil die Sanierung vor 15 Jahren nicht den gewünschten Erfolg brachte. Für die Umgestaltung der Badstraße ist die Abstimmung mit Wasserwirschaftsamt, Polizei und Straßenbauamt nötig. Eventuell wird im Zuge der Maßnahme ein Mitbau eines Rückstaubereichs für die Sammlung des Regenwassers nötig.

Wichtigstes Projekt im Hochbau war nach Angaben von Bürgermeister Erwin Baumgartner die Sanierung der Grund- und Hauptschule. Für die energetische Sanierung gab es einen Zuschuss in Höhe von 775.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II. Die Gesamtkosten liegen bei etwa einer Million.

Für etwa die gleiche Summe entsteht eine Kinderkrippe, die Platz für zwei Gruppen bietet. Die Kosten erscheinen hoch, sind aber vergleichbar mit anderen Kommunen. "Der Anbau an den katholischen Kindergarten ist die beste Lösung", sagte Baumgartner. Träger wird die katholische Kirche sein, zum Kindergartenjahr 2011/2012 soll die Krippe starten. Für die Maßnahme gibt es einen Zuschuss von 588500 Euro.

Mit dem Umbau des Bahnhofs ist der Schandfleck der Stadt verschwunden. Der Innenausbau kostete 2,1 Millionen Euro, die Gebäudesubstanzsicherung mit Sanierung des Mauerwerks und neuem Dach rund 800.000 Euro. Ein neues Sanierungskonzept für das Leichenschauhaus erarbeitete die Stadt. Davon erhofft man sich - im Gegensatz zum vorherigen - Zuschüsse vom Denkmalamt. Die Eingangsseite soll neue Fundamente erhalten, außerdem sollen die Fassade und das Dach saniert werden und der Eingangsbereich mit Granitpflaster versehen werden.

Noch keine Entscheidung gibt es, was mit dem Sportheim der Fußballer gemacht werden soll. "Das Grundstück ist da. Jetzt liegt es am TSV, wie es weitergehen soll", sagte Baumgartner. Den Wunsch der Eltern erfüllt die Stadt mit einem Kinderspielplatz an der Rott in der Hörbering. Aufgrund der Nähe zur Rott und zum Bach muss das Gelände umzäunt werden, eine Baugenehmigung liegt bereits vor. Im Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen. Die Stadt beteiligt sich mit dem Kauf von Gerätschaften, die Eltern wollen mit Patenschaften für den Unterhalt sorgen. Außerdem hat die Stadt für 5000 Euro einen Beachvolleyplatz an der Schule errichtet

Wie es mit den BOS-Sendemasten weitergeht, ist laut Baumgartner noch nicht entschieden. Für die Standorte am beziehungsweise 50 Meter entfernt vom Hochbehälter hat die Stadt keine Zustimmung erteilt. Der Stadtrat ist sich der Notwendigkeit dieser Technologie allerdings bewusst.

hi/Neumarkter Anzeiger

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