Mit 200 Sachen auf dem Lausitzring

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Ein Bolide mit 140 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 230 Sachen: Philipp Regensperger durfte am Lausitzring für 20 Minuten mit diesem Rennwagen seine Runden drehen. Ein Traum ging in Erfüllung.

Neumarkt-St. Veit - 140 PS, geniale Straßenlage und Spitzengeschwindigkeiten bis zu 230 Stundenkilometer. Kartfahrer Philipp Regensperger (14) durfte nun mal mitfahren.

Enorme Konzentration ist gefragt, ein Formel-Auto zu lenken. Erfahrungswerte hatte der Hörberinger Philipp Regensperger bereits, allerdings nur vom Kartfahren. Die Erfolge mit dem kompakten Flitzer ermöglichten dem 14-Jährigen nun eine 20-minütige Fahrt in einem Rennboliden.

Es war ein Erlebnis, das so schnell nicht wiederkehren wird: Auf dem Lausitzring bei Dresden durfte der Jugendliche ins Cockpit eines Formel-Autos steigen und eine knappe Viertelstunde seine Runden drehen. "Alles ist größer, schneller und auch die Bedienbarkeit ist anders", schwärmt der Hörberinger von dieser ganz besonderen Erfahrung, auf gerader Strecke mit über 200 Stundenkilometern brettern zu dürfen.

Möglich wurde dies aufgrund der Erfolge, die der hoffnungsvolle Nachwuchsfahrer in der aktuellen Saison gesammelt hat. Erst vor wenigen Wochen hatte sich Philipp Regensperger den Gesamtsieg der "Kart-Trophy-Weiß-Blau"-Serie der Klasse Kf3, bei dem neben den besten bayerischen Kart- Junioren-Nachwuchsfahrern auch Österreicher und Tschechen in ihre Karts steigen, geholt. Der für den MC Waldkraiburg startende Nachwuchsfahrer, von 2008 bis 2011 in der Bambini- Klasse aktiv, gewann diese Serie, die sich auf sechs Rundstrecken-Rennen verteilte, und erhielt dafür von BMW-Motorsport als Siegprämie die Teilnahme an einem Testtag mit einem Rennauto auf dem Lausitzring bei Dresden.

In die Fußstapfen seine Idols Sebastian Vettel treten? Das ließ sich der Hörberinger dann nicht zweimal sagen. Der Kartfahrer trat mit seinen Eltern die Reise an und durfte mit weiteren zehn jungen begeisterten aus halb Europa angereisten Kartfahrern - darunter auch zwei Mädchen - eines der 14 zur Verfügung stehenden Rennautos testen.

Fachleute von BMW-Motorsport, die nach der Einführung auch leihweise die Rennkleidung zur Verfügung gestellt hatten, wiesen die Nachwuchsfahrer ein und dann ging es auch schon los an diesem Rookie-Testtag, als Regensperger wie vor ihm die späteren großen Rennfahrer der Formel 1 Sebastian Vettel, Nico Rossberg und Timo Glock in den Formel BMW mit 140 Pferdestärken steigen durfte und mit diesem Auto bis zu einer Geschwindigkeit von 230 km/h über den Lausitzring zu kurven, nachdem die Piloten im Rahmen der Testfahrt das Auto kennengelernt hatten. Denn vor der großen Alleinfahrt war es nach dem Führungsfahrzeug zunächst durch aufgestellte Pylonen gegangen.

Seine Begeisterung sei unbeschreiblich groß gewesen, die Erfahrung unvergesslich, fasste der Hörberinger schließlich die Eindrücke dieser Fahrt zusammen, bei der es der 14-Jährige auf eine maximale Geschwindigkeit von 200 Sachen brachte. Zum Vergleich: Mit dem Kart erreicht Regensperger immerhin schon 120 Stundenkilometer. Geschwindigkeiten, die seine Mutter Manuela bereits mitfiebern lassen. Doch sie hat uneingeschränktes Vertrauen in ihren Sohn: "Er fährt sehr vernünftig, kann mit den Geschwindigkeiten gut umgehen", weiß sie. Er sei - das zeigten die bisherigen Erfahrungen - kein Rennfahrer, der Unfälle verursacht.

Dass er Talent für den Motorsport hat, bescheinigten ihm dann auch die Fachmänner von BMW, die ihn zur Teilnahme im nächsten Jahr am Formel-BMW-Talentcup mit Rennen auf europäischen Strecken anboten. Rennauto und Rennkleidung würden ihm zur Verfügung gestellt werden. Dennoch verblieben rund 100000 Euro an Kosten. "Ein Betrag, der nur mit Hilfe von Sponsoren finanziert werden kann", wissen auch Johann und Manuela Regensperger, die Eltern von Philipp, die auch die Kartsaison bislang aus der eigenen Tasche zahlen.

Und so wird der Einstieg in die Rennfahrerlaufbahn mit Formel-3-Starts derzeit wohl kaum realisierbar sein, so dass Philipp Regensperger sich weiterhin der Kart-Serie der Junioren (zwölf bis 15 Jahre) mit Spaß und Leidenschaft widmen wird, mit dem Ziel, erfolgreich abzuschneiden und damit vielleicht den ein oder anderen Finanzgeber zu finden. Oder als Sahnehäubchen für seinen Erfolg zumindest wieder in ein Formel-Auto zu steigen.

hus/je/Neumarkter Anzeiger

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