Regen und trotzdem gute Laune

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Beim Karussell mit dem Elefanten in den weißblauen Neumarkter Himmel.

Neumakt-St. Veit - Schausteller, Festwirt und Stadt ziehen eine zufriedene Bilanz zum Neumarkter Volksfest. Von den Regenschauern abgesehen gab es ansonsten kaum Anlass, sich zu beschweren.

Das Fehlen eines echten Kinderkarussells bedauerten jedoch zahlreiche Volksfestbesucher.

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"Schlechtes Wetter, dazu noch Fußball und dieses Spiel auch noch verloren", so fasst Bürgermeister Erwin Baumgartner den ersten Volksfest-Samstag zusammen, der dem Festwirt und den Schaustellern etwas die Suppe versalzen hatte. Ansonsten blickt der Neumarkter Rathauschef auf eine friedliche Wies`n zurück, die angenehme Atmosphäre im Zelt auf der einen Seite und das Verständnis der Anwohner auf der anderen Seite. Baumgartner verhehlt nicht, dass es auch etwas Ärger gegeben habe. Die Kritik, weil es kein Kinderkarussell, wie in den vergangenen Jahren der Fall, gegeben habe, ging auch an ihm nicht vorüber.

"Es war eigentlich ein Kinderkarussell vorgesehen", doch habe sich der Schausteller nicht an den Vertrag gehalten. "Daraus werden wir Konsequenzen ziehen", kündigt Baumgartner an. Die Konzeption des Vergnügungsparks werde sich aber nicht grundlegend ändern, weil man keine Fahrgeschäfte verprellen wolle, so Baumgartner. Ob es in Zukunft ein Riesenrad geben werde, wie es auf den stilisierten Plakaten zum Volksfest zu sehen ist, lässt Baumgartner dahin gestellt. "Das kommt auch auf die Bewerbungen an."

Sein persönlicher Höhepunkt war, dass die gesamte Führungsriege der Brauerei Aldersbach dem Neumarkter Volksfest einen Besuch abgestattet hatte, "für mich ein Beweis dafür, dass unser Volksfest sehr anerkannt ist." Bemerkenswert für ihn auch, dass so viele junge Leute friedlich zusammen gefeiert haben, "der Großteil sogar in Tracht", das habe ein tolles Bild abgegeben.

Ein lobendes Wort für die Jugend hält auch Festwirt Sepp Zens bereit: "Es gab die ganze Woche keine Probleme", niemand sei negativ aufgefallen. Musste er, als die Partystimmung hochkochte, dennoch die auf Bänken tanzenden Jugendlichen zurechtweisen, sei er auf Verständnis gestoßen. Zufrieden zeigt er sich generell über den Besuch, auch wenn Regentage und König Fußball im Vergleich zum vergangenen Jahr für Einbußen gesorgt hätten. Das abwechslungsreiche Programm im Festzelt sei gut angekommen. Ob Modenschau oder der Auftritt der Tanzsportgruppe: Daran will Zens, der auch in den nächsten drei Jahren Neumarkter Festwirt sein wird, weiterhin festhalten. Sollte sich nicht grundlegend etwas ändern, sehe er keinen Grund, den Bierpreis im nächsten Jahr zu erhöhen.

Sind jetzt erst einmal ein paar Tage Urlaub angesagt nach den Strapazen? Nein. Denn die nächsten beiden Tage werden ihn noch die Abbauarbeiten beschäftigen. Außerdem meint Sepp Zens: Eine Woche im Wohnwagen neben dem Bierzelt, "das ist für mich wie Urlaub".

Mit den Wohnwagen weiterziehen werden indessen die Schausteller, die mit gemischten Gefühlen auf das Neumarkter Volksfest zurückblicken. Der "Baby-Flug" der Familie Neudert gibt schon zu, dass sich die Krise auch bei den Fahrgeschäften niederschlagen würde. Es sei einfach nicht mehr soviel Geld übrig, nur zaghaft seien die Kinder am Nachmittag gekommen. Insgesamt sei das Wetter okay gewesen, doch sind die Betreiber der Meinung, dass zehn Tage Volksfest für diese Größenordnung zu viel sei.

Auch wenn Regentage dabei gewesen seien: Egbert Fuchs vom "Hupferl" sah dies gelassen. Sein Fahrgeschäft sei gut besucht gewesen, ein Grund, warum er immer wieder gerne nach Neumarkt komme. "Wir lassen uns vom Wetter die Laune nicht verderben. Mit dem Regen müssen wir leben." Im Gegenteil: "Im Regen zu fahren macht doppelt soviel Spaß." Dass die Krise das Geschäft beeinträchtige, bilde man sich ein, meint Fuchs. Die Leute hätten sich trotzdem vergnügt, denn jeder wisse: "Das letzte Hemd hat keine Taschen."

Mit seinem Wolkenflug ist Richerd Schwenold bereits zum vierten Mal auf dem Neumarkter Volksfest vertreten. Zwar sagt er: "Regen ist nichts, wenn es zu heiß ist, ist es auch schlecht, und dann noch die Urlaubszeit: Uns kann man es nicht recht machen." Trotz rückläufiger Zahlen sei er mit seinem Geschäft zufrieden, zumal er als Familienfahrgeschäft diesmal konkurrenzlos gewesen sei.

je/Neumarkter Anzeiger

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