Radweg nicht in der Schublade

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Vorfahrt für die Sanierung der Staatsstraße 2086, die derzeit im Bereich von Hörbering nach Neumarkt-St. Veit im Gange ist. Dem Radweg allerdings stehen weiterhin Hindernisse entgegen, es mangelt an den Grundstücken. Max Heimerl und Ulrich Geltinger forderten den Bürgermeister auf, bei der Stange zu bleiben.

Neumarkt-St. Veit - Das letzte Wort in Sachen Radweg nach Hörbering ist doch noch nicht gesprochen. Der Stadtrat macht nun Druck.

Zwar hatte der Bauausschuss in der Vorwoche einen Beschluss gefasst, die Planung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Doch der Stadtrat wollte die Planung nicht ad acta legen.

Die Stadträte Heimerl (CSU) und Geltinger (SPD) forderten weiterhin den Bürgermeister auf, Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern zu führen.

Doch gerade die aussichtslose Lage bei der Frage nach Grundstücken hatte Bürgermeister Erwin Baumgartner zum Anlass genommen, die Planung eines Radweges "auf einen späteren Zeitpunkt" zu verschieben, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Er sei bereit, weiter Verhandlungen zu führen, doch die Erfahrungen bei der Anliegerversammlung im Mai und die damit verbundene Erkenntnis, dass ein Grunderwerb, auf welcher Seite der Rott auch immer, derzeit unmöglich erscheine, habe für ihn den Ausschlag gegeben, dass der Weg für ihn "soweit abgehakt" sei.

Auf Grundlage der fehlenden Bereitschaft der Anlieger, Grundstücke bereitzustellen, stellte er sich hinter den Vorschlag der Verwaltung, von weiteren Planungen derzeit abzusehen, zumal die Planung Kosten in Höhe von etwa 33000 Euro verursachen würde. Er befürchtete, dass der Auftrag zur Planung weiteren Unmut bei den Grundstücksanliegern hervorrufen würde und verwies auf das Urteil des Bauausschusses, der sich einstimmig dafür ausgesprochen hatte, die Planung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Dabei sei gerade die Planung elementar, um zu wissen, welche Grundstücke letztlich für den Bau eines Radweges vonnöten wäre, wendete Stadtrat Ulrich Geltinger (SPD) ein. Der Radweg sei notwendig, beharrte er, "Man muss am Ball bleiben, dann erreicht man auch was", verwies er auf die Erfolge bei der Umgehungsstraße. Die Planung jetzt ad acta zu legen sei der falsche Weg, vielmehr sollte der Weg, dort wo er möglich ist, realisiert werden, Geltinger sprach Grundstücke des Wasserwirtschaftsamtes bei Hörbering an, die schon jetzt erschlossen werden könnten. Dies traute er durchaus dem Bauhof zu. "Mit kleinen Schritten sollten wir voranschreiten", mahnte er.

Michael Asbeck (CSU) sah in einer Planung keinen Nutzung, "wir kommen dann trotzdem nicht weiter. Die 33000 Euro sind rausgeschmissenes Geld", verwies er auf die fehlende Bereitschaft der Grundstückseigner, Grund herzugeben. Ihm läge viel daran, dass in Hörbering endlich wieder Ruhe einkehre.

Max Heimerl (CSU) hielt die Entwurfsplanung für überdimensioniert. "Niemand braucht einen Radweg, der drei Meter breit ist und als Wirtschaftsweg benutzt werden kann. Das ist total unsinnig." Ihm läge viel daran, dass der Bürgermeister dem ihm vom Stadtrat erteilten Auftrag nachkomme, mit allen Grundstückseigentümern persönlich unter vier Augen zu reden. Niemand wisse derzeit, welche Grundstücke überhaupt zur Verfügung stehen würden, welche Gespräche bereits geführt worden seien, kritisierte er. Die hohen Kosten der Planung relativierte er: "Dafür braucht man kein Ingenieurbüro, ein Finger auf der Landkarte reicht da." Wo immer ein Radweg nicht möglich sei, könne immer noch auf die Staatsstraße ausgewichen werden, schlug Heimerl als Kompromiss vor.

Schließlich kam er noch auf das Wort Enteignung zu sprechen, das wie ein Damoklesschwert über der Baumaßnahme schwebt. Er betonte, dass eine Enteignung erstens rechtlich überhaupt nicht möglich sei und zweitens auch niemand wolle. "Doch das Wort alleine schafft nur Unfrieden." Er plädierte schließlich auf Absetzung des Tagesordnungspunktes, was 16 der 21 Ratsmitglieder befürworteten. Im Klartext: Bürgermeister Baumgartner muss jetzt mit den Grundstückseigentümern verhandeln.

je/Neumarkter Anzeiger

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