Privat-Initiative: Lohkirchen will Windrad

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Lohkirchen - Auf Initiative eines Landwirts wurde auf dem Feld hinter seinem Hof eine Windmessanlage errichtet. Die prüft, ob ein Windrad hier rentabel Energie erzeugen könnte.

Recht unscheinbar steht sie auf dem Feld und ragt in den Himmel: die Windmessanlage auf einem Lohkircher Feld sammelt in regelmäßigen Abständen Daten, die später von der verantwortlichen Firma ausgewertet werden. Das Besondere an dieser Anlage: nicht die Gemeinde, sondern ein Privatmann hat den Anstoß für diese Messungen gegeben: der Landwirt Georg Aimer.

Der Lohkircher Gemeinderat Reinhard Retzer berichtet, dass im Januar ein Vortrag der verantwortlichen Firma geplant ist. Die soll dann die Vor- und Nachteile eines Windrads an diesem Standort vorstellen.

Ziel der Windmessung: es soll geklärt werden, ob hier, hinter Lohkirchen, genug Windkraft vorhanden ist, um den Bau eines Windrads zu rechtfertigen. Es sollte genug Windenergie erzeugen, um einen Großteil der Gemeinde mit Strom zu versorgen. "Lohkirchen auf dem Weg zur erneuerbaren Energie", so Gemeinderat Retzer.

Wie funktioniert Windmessung überhaupt?

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Für eine sogenannte akkurate Windertragsprognose sind exakte Daten nötig. Über den Zeitraum von 12 Monaten müssen konstant und lückenlos Messdaten erfasst werden. Diese werden dann mit den meteorologischen Daten einer nahgelegenen Wetterstation verglichen und ergänzt. Außerdem ist ein exakter Aufbau der Windmessanlage notwendig. Bereits eine Abweichung von drei Prozent kann laut Experten zu wirtschaftlichen Verlusten in siebenstelliger Höhe führen.

Das Thema "Windkraft" ist hochaktuell

Noch in dieser Woche hat der Ministerrat einen "Windkrafterlass" beschlossen. So will die Staatsregierung "der Windenergie Rückenwind verschaffen". Die Bewilligung von Windanlagen soll künftig nicht mehr bis zu zehn Monate, sondern nur noch drei Monate dauern. Außerdem ist kein Lärmgutachten mehr erforderlich, wenn mehr als ein Kilometer zwischen dem Windrad und dem nächsten Wohnhaus liegt. Darüber hinaus erfolgt eine naturschutzrechtliche Neubewertung der Flächen, sodass mehr Platz für Windanlagen vorhanden sein wird. So könne der Anteil der Windenergie auf bis zu 10 Prozent gesteigert werden.

ds

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