Präferenz für kleine Lösung

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Buchbach - Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang berichtete zu Beginn der jüngsten Schulverbandssitzung, dass derzeit im Landkreis Mühldorf ein Dialogforum stattfinde.

Den einzelnen Hauptschulen biete sich die Möglichkeit, durch Kooperationen zu einer Mittelschule zu werden.Bürgermeister-Sprecher Dr. Karl Dürner aus Schwindegg befürwortete dies. Da das Wort Hauptschule negativ belegt sei, gelte es, ein anderes Wort "in den Ring zu werfen", nämlich die Mittelschule. Für Dürner sei dies ein "freiwilliger Zwang" von der Regierung, dem man sich stellen müsse, denn "wer nicht mitmacht, bleibt auf der Strecke". Dürner favorisierte die große Lösung, nämlich einen Verband Buchbach-Ampfing-Neumarkt-St. Veit. Von den Schülerzahlen mit etwa 700 bis 750 Schülern sei dies kein Problem.

Bürgermeister Franz Ehgartner aus Obertaufkirchen sagte, eine Gemeinde, die nicht die Mittelschule anbieten könne, sei auf verlorenem Posten. Er bevorzugte im Gegensatz zu Dr. Dürner jedoch die kleine Lösung, also Buchbach und Ampfing. Es sei wichtig, dass Buchbach nicht unter die Räder komme und bei einer großen Lösung nur das bekomme, was übrig bleibt. Hinsichtlich der Fachrichtungen - Technik, Soziales, Wirtschaft - sollten entsprechende Forderungen gestellt werden, denn wenn für Buchbach nur die Praxisklassen übrig blieben, sei dies kein Aushängeschild.

Buchbach darf nicht "dritte Wahl" sein

Bürgermeister Thomas Einwang plädierte ebenfalls für die kleine Lösung. "Buchbach und Ampfing brauchen einander", sagte er, bei einer Lösung mit Neumarkt bestehe die Gefahr, dass Buchbach nur "dritte Wahl" sei. Auf jeden Fall müsse das Schulamt jedoch Vorschläge für beide Lösungen vorlegen, damit eine gewisse Planungssicherheit bestehe. Dies forderte auch Dr. Dürner. Buchbachs Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Kammerer warf die Frage in die Runde, wie lange das Pilotprojekt des Landkreises laufe und wann mit Ergebnissen gerechnet werden könne. Die Umsetzung der neuen Strukturen sollte ja mit Beginn des Schuljahres 2010/11 erfolgen. Kammerer kritisierte, dass die Reformen einfach von "oben herunter" den Kommunen auferlegt würden. Schließlich sei es Schuld der Politik, dass die Hauptschule so dastehe.

Marktgemeinderat Willy Fischer empfahl, auf alle Fälle mitzumachen; die Hauptschule behalten zu wollen, wäre ein Fehler. Durch eine Mittelschule könne die Abwanderung an weiterführende Schulen gebremst werden. Er könne sich vorstellen, dass im Bereich Technik enger mit den Berufsschulen zusammen gearbeitet werde. Fischer regte an, zunächst mit Ampfing zu verhandeln und erst nachdem sich zwei starke Partner gefunden hätten, dann mit Neumarkt zu reden. Bürgermeister Gerhard Babl aus Velden schilderte die Situation in Niederbayern und meinte: "Nichtstun ist das Schlimmste". Babl plädierte für eine wohnortnahe Beschulung so lange dies möglich sei. Die Höhe der Schulverbandsumlage dürfe kein Maßstab sein. Babl befürwortete wie Ehgartner und Einwang die kleine Lösung, denn zwei Partner bringe man leichter unter einen Hut als drei. Falls dies nicht klappt, könne man sich noch immer über eine Bezirksübergreifende Lösung mit Velden und Bodenkirchen unterhalten. Übereinstimmend kamen die Bürgermeister zu dem Entschluss, das Schulamt zu einer Zusammenkunft einzuladen, bei der die Konzepte für die beiden Lösungen präsentiert werden.

ell/Mühldorfer Anzeiger 

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