Empfehlung der Unfallkommission

Kommt Tempo 70 an der Kreuzung Haunertsholzen?

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Stoppschilder gibt es längst, dennoch kommt es an der Kreuzung von MÜ4 und MÜ36 in Haunertsholzen immer wieder zu Unfällen.
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Niedertaufkirchen - Nach dem jüngsten Unfall an der Kreuzung in Haunertsholzen sollen nun umfassende Maßnahmen ergriffen werden. Ein Tempolimit ist erst der Anfang:

Immer wieder kommt es an der Kreuzung der beiden Kreisstraßen MÜ4 und MÜ36 in Haunertsholzen (Gemeinde Niedertaufkirchen) zu Unfällen. Und das, obwohl die Kreuzung von allen Seiten eigentlich gut einsehbar ist. Wer auf der MÜ36 (also aus Richtung Hörbering oder Niedertaufkirchen) die Kreuzung ansteuert, muss ein Stoppschild beachten, die Autofahrer auf der MÜ4 (also aus den Richtungen Pleiskirchen und Neumarkt-St. Veit) haben Vorfahrt. So weit, so einfach - zu Unfällen kommt es trotzdem regelmäßig.

"Es ist eine unfallauffällige Kreuzung"

"Diese Kreuzung bei Haunertsholzen ist seit Jahren bekannt. Es ist eine unfallauffällige Kreuzung", sagt Hauptkommissar Johann Rabl von der Polizeiinspektion Mühldorf, zugleich Mitglied der Unfallkommission des Landkreises. Am Montag hat es an der Kreuzung bereits zum dritten Mal in diesem Jahr gekracht. 2013 gab es dort einen Unfall, 2012 und 2011 je zwei. Anlässlich des jüngsten Unfalls wird die Unfallkommission mit dem Landratsamt über mögliche Maßnahmen beraten.

Fahrer aus den Richtungen Hörbering und Niedertaufkirchen werden seit einiger Zeit bereits vor der Kreuzung auf das Stoppschild hingewiesen.

"Es ist in der Diskussion, dass man auf der übergeordneten Straße die Geschwindigkeit auf 70 beschränkt, um die Unfallfolgen zu vermindern", erklärt Rabl. Auf der übergeordneten MÜ4 haben die Autos Vorfahrt, gerade deshalb könnte ein Tempolimit sinnvoll sein. Wenn man die Geschwindigkeit auf der Vorfahrtsstraße reduziert, könne man gravierenden Unfallfolgen entgegenwirken, erklärt der Hauptkommissar. Eine weitere Maßnahme erscheint im ersten Moment vielleicht etwas ungewöhnlich: Wie Rabl erklärt, seien "sichtbehindernde Maßnahmen" eine Option. Für die Autofahrer auf der MÜ36 könnten zirka einen Meter hohe Sichtschutzblenden aufgestellt werden.

"Wenn Sie nichts sehen, müssen Sie stehenbleiben"

Für Autofahrer aus Richtung Hörbering ist relativ gut einsehbar, wer von rechts (also aus Richtung Neumarkt-St. Veit) kommt. Bleiben viele Autofahrer deshalb an  der Kreuzung nicht stehen?

"Sie fahren von Hörbering auf die Kreuzung zu, dann wird Ihnen die Sicht nach rechts genommen. Wenn Sie nichts sehen, dann müssen Sie einfach stehenbleiben", erklärt Rabl das Prinzip. Für die Autofahrer würde sich theoretisch nichts ändern, aufgrund des Stoppschildes müssten sie schließlich ohnehin anhalten. "Es ist ja ein Stoppschild draußen, aber dieses Stoppschild wird zum Teil missachtet, zum Teil zu spät bemerkt oder wie auch immer. Wenn Sie nicht mehr nach rechts sehen können oder nach links, bleiben Sie automatisch stehen", so Rabl. Der Hauptkommissar ist zuversichtlich, dass die von der Unfallkommission vorgeschlagenen Maßnahmen Anwendung finden. "Die Pläne liegen schon in der Schublade, es geht nur mehr um die Umsetzung", so Rabl.

Landratsamt plant Piktogramme und prüft Warnblitzer

Tatsächlich arbeitet das Mühldorfer Landratsamt bereits daran, die Verkehrssicherheit an der Kreuzung zu erhöhen. "Bezüglich der sichtbehindernden Maßnahmen sind bereits Bemühungen im Gange", so die Auskunft des Landratsamts auf Anfrage unserer Redaktion. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der übergeordnete MÜ4 sei angedacht und müsse noch geprüft werden. Ein weiterer Vorschlag der Unfallkommission - Stoppschilder in beiden Fahrtrichtungen nicht mehr einseitig, sondern auf beiden Seiten - ist bereits umgesetzt.

Die Maßnahmen im Überblick:

Beidseitige Stoppschilder sind schon aufgestellt, Piktogramme des Stoppzeichens auf der Straße werden folgen. Sichtbehindernde Maßnahmen auf der MÜ36, ein Tempolimit auf der Hauptstraße und Warnblitzer auf der MÜ36 sind weitere Optionen.

Darüber hinaus sollen auf der MÜ36 zusätzlich Piktogramme des Stoppzeichens auf der Straße aufgebracht werden. Nach Auskunft des Landratsamts soll dies geschehen, sobald es die Witterung erlaube - es also warm und trocken genug ist. Eine letzte Maßnahme, fest installierte Warnblitzer auf der untergeordneten MÜ36, sei - ebenso wie das Tempolimit auf der Hauptstraße - angedacht und müsse geprüft werden. Die sogenannten Warnblitzer sind gelbe Blinklichter, die an Verkehrsschilder angebracht werden und durch ihr stetiges Blitzen die Verkehrsteilnehmer auf das Schild aufmerksam machen sollen.

Aus unserem Archiv: Der Unfall am 1. Dezember

Crash: Autos werden in Wiese geschleudert

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