Fliegender Wildretter

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Niedertaufkirchen - Rehkitze vor dem Mähtod bewahren - dieser Aufgabe stellt sich derzeit ein Forschungsprojekt. Oktokopter und Infrarotkamera kommen zum Einsatz:

Anita Weimann reckt den rechten Arm in die Höhe. In der Hand hält sie ein High-Tech-Fluggerät, ausgestattet mit acht Rotoren und Infrarotkamera. "Okay", signalisiert sie Dr. Eckhart Zeltner, der die Fernsteuerung bedient. Und schon hebt die Drohne ab, begleitet vom lauten Surren der Rotorblätter, die das Fluggerät in den weißblauen Himmel schrauben. Die Suche kann beginnen nach Rehkitzen, die sich im hohen Gras, kaum auffindbar, versteckt halten.

Mit Oktokopter und Kamera auf der Suche nach Kitzen

Was sich auf der Wiese in Niedertaufkirchen abspielt ist Teil eines Forschungsprojektes zur Rettung von Rehkitzen und anderem Niederwild, das die Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum sowie die Technische Universität München, die Uni Hohenheim und der Bayerische Jagdverband initiiert haben. Ziel ist es vor der Mahd Wiesen effektiv nach Rehkitzen und Niederwild aus der Luft abzusuchen, um die Verluste beim Abmähen von Wiesen möglichst gering zu halten. Bislang erledigen Jäger die Suche nach Kitzen, der Aufwand jedoch ist beträchtlich. Jagdaufseher Oliver Keller aus Niedertaufkirchen: "Für ein 12 Hektar großes Areal geht man einen ganzen Tag. Selbst mit Helfern, die das dichte Gras in einem Abstand einer Armlänge nach gesetzten Kitzen Ausschau halten."

Gerettet: Dank Oktokopter konnte dieses Rehkitz im hohen Gras ausfindig gemacht werden.

Ein Wettlauf gegen die Zeit in jeder Hinsicht: "Bei schönem Wetter mäht natürlich jeder gleichzeitig", als Jäger vorher einzugreifen ist dann kaum mehr möglich. Kniehoch ist das Gras an diesem Sommertag. Je höher desto schwieriger ist es Kitze zu finden. Hegeringleiter Peter Bachmann aus Neumarkt-St. Veit kennt das Problem. "Kitze rennen nicht etwa weg, wenn Gefahr droht. Sie ducken sich, in der Hoffnung nicht gesehen zu werden. Im schlimmsten Fall kommen sie unter das Mähwerk." Bleibt der Kadaver unbemerkt, verwest er, das Futter wird für die Rinder ungenießbar, diese können daran sogar verenden, erklärt er die Motivation von Jägerschaft und Landwirten gleichermaßen, die Kitze zu bergen.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Wochenendausgabe des Mühldorfer Anzeigers.

Aus dem Archiv: Drohnenflug über Rosenheim

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