Solarkocherprojekt wurde zum Selbstläufer

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Der Niederbergkirchener Klaus Strasser (links), der sich zurzeit in Namibia aufhält, ist sichtlich stolz darauf, dass das von ihm mit initierte Solarkocherprojekt im westafrikanischen Land von den Einheimischen weiter am Leben gehalten wird.

Niederbergkirchen/Windhoek - Ein Jahr lang leistete Klaus Strasser in Namibia Entwicklungshilfe der besonderen Art. Sein Projekt wurde zum Selbstläufer:

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In seinem freiwilligen sozialen Jahr hatte sich der Niederbergkirchener vor zwei Jahren in den Dienst der Entwicklungshilfegruppe (EG) Solar aus Altötting gestellt und in Afrika einem Solarkocherprojekt gewidmet. "Das Projekt ist ein Selbstläufer geworden", berichtet Strasser aus Afrika. Mitte August begab er sich erneut nach Namibia, um sich zu informieren und weitere Projekte anzustoßen.

Im Jahr 2009 hatte Strasser im Dienst der EG Solar in Döbra - einer Missionsstation mit einer Internatsschule, etwa 20 Kilometer von der namibischen Hauptstadt Windhoek entfernt - den Grundstein für das Projekt gelegt. Mit fünf Namibiern, darunter Mr. Willem Hans als Leiter des Vereins, von der EG-Solar Ludwig Mühlegger, hat Strasser das Döbra Solar Development Project ins Leben gerufen. Die Aufgabe des 22-Jährigen aus Niederbergkirchens war es, zusammen mit drei Mitstreitern, im stromarmen Namibia Solarkocher in der Werkstatt herzustellen, diese unter der armen Bevölkerung an den Mann zu bringen und die Werbetrommel für die kostengünstige Alternative zum Kochen mit Solarenergie zu rühren. Bis 2010 reichte sein Engagement, bevor die Zeit des Freiwilligendienstes abgelaufen war und Strasser in seine bayerische Heimat zurückkehrte.

Das Interesse am Projekt war aber nie erloschen. "Nach mir waren noch zwei weitere Freiwilligendienstleistende in Namibia und haben vor allem im Marketing-Bereich gearbeitet", schildert Strasser die weitere Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren. Es galt demnach Kontakte zu verschiedenen Organisationen zu knüpfen sowie zum Bildungsministerium und zum Minisiterium für Energiefragen.

Seit einem Jahr nun, so berichtet Strasser aktuell aus Namibia, arbeiten die drei Mitarbeiter der ersten Stunde - sie heißen Ebba, Giselbert und Bruno - in der Werkstatt selbstständig. Und es läuft offensichtlich richtig gut. "Es gibt ein relativ gutes Netzwerk an Kunden, wobei auch die Regierung mit den sogenannten Energy-Shops in den verschiedenen Regionen Namibias versucht, nichtelektrifizierte Gegenden mit einer Grundenergieversorgung zu erreichen", freut sich Strasser über die erfolgreiche Weiterführung seiner Pioniersarbeit.

Vor vier Wochen flog Strasser erneut nach Namibia um nach dem rechten zu sehen, was das Projekt in Döbra betrifft, und sich mit den Leuten auszutauschen. Daneben nutzte er die Zeit bis zu seiner Rückreise, um mit anderen Projekten in Kontakt zu treten. Strasser erwähnt dabei die Projekte von Anja Rohwer. Es handelt sich laut Strasser dabei um Einrichtungen, die Kindergärten, Suppenküchen, Waisenhäuser und Behinderteneinrichtungen unterstützen und betreuen. Diese Projekte, die seit Jahren bereits von der DJK Regensburg gefördert werden, befinden sich alle im Slum mit dem Namen Katutura, der soviel bedeutet wie "Ort, an dem keiner sein möchte".

Neu aufgebaut hat Rohwer darüber hinaus zwei Projekte im Slum DRC ("Democratic Resettlement Community") in Swakopmund im Westen Namibias an der Küste. Helfen soll ihr dabei die Spende, die Klaus Strasser von privaten Spendern mit auf die Reise bekommen hat, immerhin 1000 Euro, wovon zweimal in der Woche eine warme Mahlzeit, hauptsächlich aus Fisch beziehungsweise Fischgräten, für Kinder angeboten wird, informiert der 22-Jährige.

Doch auch das Solarprojekt erhielt eine Zuwendung, 1000 Euro, die Strasser von der Katholischen Landjugend Niederbergkirchen mit nach Namibia bekommen hat und womit die Arbeitsbedingungen in Doebra verbessert werden sollen. Zum einen als Vorschuss für die Sozialversicherung, zum anderen für den Kauf von Werkzeugen. Ein wichtiger Schritt in die Zukunft, findet Strasser, der nach seiner Stipvisite mittlerweile wieder zurück in Deutschland ist. Wird es ein Wiedersehen mit den gewonnenen Freunden in Namibia geben? Nicht ausgeschlossen. Am liebsten wäre es dem Niederbergkirchener dabei, wenn er dann wieder Spendenschecks in das westafrikanische Land mitnehmen dürfte, um damit die Projekte auch weiterhin am Leben zu erhalten.

je/Mühldorfer Anzeiger

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