Dirnberger: "Die Pumpe war total verschlammt"

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Der mit Eisenschlamm überzogene Filter wurde gereinigt.

Niederbergkirchen - Braune Brühe statt klarem Wasser: Nach heftiger Kritik an der Qualität des Trinkwassers hat die Gemeinde Niederbergkirchen jetzt reagiert. 

Heftige Kritik war bei der Bürgerversammlung im November vergangenen Jahres in Niederbergkirchen geäußert worden, weil in Teilen der Ortschaft anstatt klarem Wasser nur eine braune Brühe aus den Wasserleitungen kam. Die Gemeinde hat reagiert: Noch vor Weihnachten wurden grundlegende Sanierungsmaßnahmen begonnen, Pumpen gereinigt und auch das Leitungsnetz gesäubert.

"Die Pumpe in Brunnen eins war total verschlammt. Fingerdick fanden wir Eisenschlammablagerungen auf der Pumpe", erzählt Franz Dirnberger, stellvertretender Bauhofleiter und Wasserwart der Gemeinde Niederbergkirchen. Es bestand also Handlungsbedarf, wenngleich Dirnberger betont, dass die Wasserqualität an sich nie zu beanstanden war. Was teilweise aus den Wasserhähnen gekommen sei, sei eben nur sehr eisenhaltig gewesen.

Die Enteisenungsanlage wurde mit neuem Granulat versehen.

Schon im Mai 2012 war erhöhter Eisen- und Mangangehalt im Trinkwasser festgestellt worden, im September sei ein Entlüfter-Hydrant eingebaut worden, das gewünschte Ergebnis blieb allerdings aus. Nach dem Tumult auf der Bürgerversammlung haben sich die Bauhofmitarbeiter dann beider Brunnen angenommen. Dirnberger gibt zu, dass er beim Blick auf die Pumpe in Brunnen eins erschrocken gewesen sei. Der Sandfilter der Enteisenungsanlage habe nicht mehr richtig funktioniert, die Pumpe war total verschlammt. "Eine Folge der Reaktion zwischen Wasser und Sauerstoff", erklärt Dirnberger. Zu viel Sauerstoff im Oberflächenwasser des Brunnens, vermutet Dirnberger als Ursache, deswegen habe man nach grundlegender Reinigung die Pumpe jetzt 18 Meter tiefer gelegt. Zuvor habe der Bauhof aber auch die Filterrohre gereinigt.

Auf Vordermann gebracht wurde auch Brunnen zwei, in welchem aber lediglich leichte Verunreinigungen vorzufinden gewesen seien. Beide Steigstränge seien mit einer Kamera befahren worden. Eine Verunreinigung der Filterschlitze sei leicht zu beheben gewesen,

Leitungen in Sarling-Ort und Sarling Nord, Kirchweg, den Dorfplatz und den Schmidkapellenweg bis zum Feuerwehrhaus haben Dirnberger und Co. außerdem der Reinigung unterzogen. Die Mängel an den neuralgischen Punkte seien mittlerweile beseitigt, sagt Dirnberger über die Maßnahme, für deren Durchführung die Gemeinde vor drei Jahren knapp 20.000 Euro an eine Spezialfirma gezahlt habe. Diesmal hat der Bauhof die Leitungsspülung übernommen, mit zwölffachem Durchfluss seien die Leitungen nun wieder in einem einwandfreiem Zustand, erzählt Dirnberger.

Ertüchtigt wurde laut Dirnberger auch die Enteisenungsanlage am Hochbehälter. Der Filtersand (Quarzkies) wich einem Granulat auf Kunststoffbasis. Die Filterkerzen wurden ausgebaut, gereinigt und wieder eingesetzt.

Wie Dirnberger weiter informiert, reinigt der Bauhof den Hochbehälter einmal im Jahr. Drei bis vier Tage sei der Speicher dann vom Wassernetz abgetrennt, was immer wieder zu Druckverlust führen könne. Er verhehlt nicht, dass ein zweiter Hochbehälter durchaus sinnvoll sei, da bei anfallenden Reinigungsarbeiten erstens eine adäquate Ersatzversorgung vorhanden wäre und außerdem auch genügend Löschwasser im Falle eines Brandfalls zur Verfügung stünde. Dass die Grundstücksfrage bislang noch nicht geklärt ist, nannte Dirnberger als derzeitiges Hemmnis für den Bau eines weiteren Hochbehälters.

Dabei wäre dieser aus seiner Sicht gar nicht mehr notwendig, wenn anstattdessen ein Notverbund hergestellt würde. Gespräche mit der Stadt Neumarkt-St. Veit, deren Wasser sich durchaus mit dem aus Niederbergkirchen mischen ließe, habe es bereits gegeben. Für Dirnberger, der auch Aufsichtsrat bei der Niederbergkirchener Wassergenossenschaft ist, wäre dieser Verbund durchaus sinnvoll, zumal die Anschlussstelle in Eiselharting nur einen Kilometer entfernt ist. Einziges, jedoch zu behebendes Manko könnte zu wenig Druck sein, sagt Dirnberger.

Mit der Ertüchtigung der Brunnen alleine ist die Arbeit des Bauhofs aber noch lange nicht zu Ende. Weitere Ortsteile sollen, sofern die Witterung es zulässt, baldmöglichst folgen, zumal auch Bürgermeister Werner Biedermann aufgrund der Vorkommnisse in den vergangenen Monaten eine ganzheitliche Reinigung des Wassernetzes gefordert hatte.

je/Neumarkter Anzeiger

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