Sanierung oder Neubau? Entscheidung vertagt

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Neumarkt-St. Veit – Der Stadtrat von Neumarkt-St. Veit ist sich weiterhin uneins darüber, wie mit der alten Turnhalle verfahren werden soll.

Zwar sprach sich der Bauausschuss mit 8:1 Stimmen für die Sanierungsvariante aus, die CSU jedoch hält an einem Neubau fest.

In der Februarsitzung hatte der Neumarkt-St. Veiter Bauausschuss den Weg der Sanierung eingeschlagen unter der Voraussetzung, dass die Stadt noch Gespräche mit Vertretern des TSV Neumarkt-St. Veit und mit den Schulleitungen von Grund- und Mittelschule führt und so deren Bedarf ermittelt. Dieses Gespräch hat laut Bürgermeister Erwin Baumgartner mit den Architekten Erich und Sonja Thalmeier, Sportreferent Peter Hobmeier, Gebäudereferent Manfred Preitenwieser sowie Zweitem Bürgermeister Michael Asbeck Ende März stattgefunden (siehe Kasten unten).

Auf Basis dieser Informationen entspann sich in der jüngsten Stadtratssitzung eine neue Diskussion um die alte Turnhalle. Während sich Sportverein und Schulleitungen mit der Sanierung zufrieden geben würden, pocht die CSU auf eine Neubauvariante. CSU-Fraktionsvorsitzender Egbert Windhager bemängelt das Fehlen einer Alternative zur Sanierung. "Es wurde bislang noch gar nicht über einen Neubau geredet."

Windhager ist davon überzeugt, dass es nicht bei den kalkulierten Kosten in Höhe von 343000 Euro bleiben wird. "Die Sanierung wird uns am Ende bestimmt über eine halbe Million Euro kosten, die wir dann in ein 50 Jahre altes Gebäude investiert haben. Wenn, dann sollte man gleich etwas Gescheites machen."

Ein Anbau an der Mehrzweckhalle, warf die CSU der Stadt vor, sei als Alternative von der Verwaltung nicht geprüft worden. Dazu sah sich Bürgermeister Erwin Baumgartner auch nicht veranlasst. "Das war nach dem eindeutigen Votum des Bauausschusses, der an der Sanierung festhalten will, nicht mehr unser Auftrag."

Windhager missfällt die Aufteilung der Sanierung in drei Abschnitte. "Das kommt uns bestimmt nicht billiger, als wenn die Maßnahme als Ganzes durchgeführt würde." Zusätzliche Kosten durch erneutes Gerüstaufstellen oder wiederholte Baustelleneinrichtungen befürchtet die CSU. Immerhin war sich der Stadtrat dann einig, eine Sanierung in zwei Bauabschnitten anzustreben.

Ein von der CSU angeprangertes Informationsdefizit will Baumgartner nicht verstehen. Beim Ortstermin mit den Schulvertretern sei auch der Zweite Bürgermeister Michael Asbeck, CSU, eingebunden gewesen. Die Informationen hätte dieser an die eigene Fraktion rechtzeitig weiterleiten können. Er versprach, das Informationsdefizit zu beseitigen.

Baumgartner bleibt bei seiner Meinung, dass es, auch aus finanziellen Gründen, maximal eine Sanierung geben könne. Zuschüsse seien keine zu erwarten. Bereits im Rahmen des Konjunkturprogramms II für die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude habe die Stadt Mittel für die alte Turnhalle beantragt. "Wir bekamen aber keine". Auch über den Bedarfsplan für Schulen sei keine Förderung zu erwarten. Bereits ohne Miteinbeziehung der alten Turnhalle habe die Mehrzweckhalle für beide Schulen stets als ausreichend gegolten. "Zu einer Zeit, als wir sogar noch mehr Klassen hatten."

Immerhin: Nach dem ersten Bauabschnitt sei die Turnhalle wieder nutzbar, alle weiteren Schritte müssten dann, je nach Haushaltslage, geprüft werden. Entgegenkommend das Signal des Sportvereins, sich bei den Arbeiten auch selbst einzubringen.

Baumgartner beruft sich auf Aussagen des Architekten, wonach eine sanierte Turnhalle mühelos den Betrieb für die nächsten 25 Jahre sichere. "Die Halle würde nach der Sanierung lediglich für Ballsportarten oder als Gymnastikraum infrage kommen", sagt Bürgermeister Baumgartner. Sämtliche Gerätschaften würden im Zuge der Sanierung entfernt.

Ein Paradebeispiel einer erfolgreichen Hallensanierung gebe es in Buchbach mit dem Kulturhaus, dessen Besichtigung laut Baumgartner binnen der nächsten Wochen erfolgen soll. Erst nach dem Ortstermin in Buchbach soll eine Entscheidung im Stadtrat - aller Voraussicht nach in der Maisitzung - über die weitere Verfahrensweise erfolgen. Er strebe eine einvernehmliche Lösung an.

je/Mühldorfer Anzeiger

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