Alte Umgehung bald 75 Jahre alt

Der Plan der Neumarkter Umgehungsstraße aus dem Jahr 1936. Demnach wäre die Trasse zwischen der Einmayr- und der Peter-Hans-Straße verlaufen. Diese Planung hatte auch noch Bestand nach der Überarbeitung des Flächennutzungsplanes von 1950 und 1959. Erst 1979, bei der erneuten Überarbeitung des Flächennutzungsplanes, verabschiedete man sich von dieser Trasse. Fotos Stadtarchiv

Neumarkt-St. Veit - Wenn die Umgehungsstraße bei Neumarkt-St. Veit im Jahr 2011 fertig gestellt sein wird, gibt es gleichzeitig ein kleines Jubiläum zu feiern.

Dann nämlich ist es genau 75 Jahre her, dass die erste Entwurfsplanung für eine Entlastungsstraße außerhalb der Marktsgrenzen Neumarkts auf den Tisch gelegen hat.

Fast parallel zur Altöttinger Straße windet sich die Umgehungsstraße oberhalb des Staudacher Berges im Westen des Marktes Neumarkt gen Norden. Eine Länge von 1341,70 Meter sollte die Entlastungsstraße für Neumarkt haben, geht man nach der Entwurfsplanung vom 7. Januar 1936.

Demnach hätte sich die Straße zwischen der Einmayr- und Peter-Hans-Straße gewunden, dort wo jetzt Parkplätze ausgewiesen sind und sich Heimgärten befinden. Schließlich wäre sie zwischen den Gebäuden der Familie Heiß und dem Haus, in dem nun der Pflegedienst Somitas untergebracht ist, dort wo jetzt der Höhenbegrenzungsgalgen steht, in die Bahnhofsstraße (jetzt Kreisverkehr) integriert worden.

Emmerhaus wurde abgebrochen

Jahrelang hielt man an dieser Planung fest. Als der Flächennutzungsplan 1950 neu aufgestellt worden ist, war die Trasse ebenso berücksichtigt worden wie auch im Jahr 1959 bei einer weiteren Aktualisierung des Flächennutzungsplanes.

Bis zum Jahr 1979 hatte diese erste Planung einer Umgehungsstraße Bestand, bevor ein erneuter Flächennutzungsplan diese Trasse, nachdem die Straße jahrzehntelang unrealisiert geblieben war, schließlich verworfen hatte.

Dass es den Planern und Stadtvätern jedoch durchaus ernst war, belegt die Tatsache, dass das Emmerhaus an der Bahnhofstraße, das sich genau auf der Trasse befunden hatte, zum Zwecke des Baus der Umfahrung 1970 abgebrochen worden ist. 1962 hatte die Bundesstraßenbaubehörde dieses Geschäftshaus erworben, das 1921 in Lehmstampfweise von Max Emmer errichtet worden war und das ein Fachwerk im Obergeschoss geschmückt hatte. Ein Lebensmittel- und Delikatessgeschäft befand sich in diesem Haus mit der markanten Dachform.

Und auch Stadtarchivar Walter Jani kann sich erinnern, dass der Bau seines Elternhauss nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich war, weil in den 60er-Jahren fest mit dem Bau gerechnet worden ist. 1965/66 ist das Haus gebaut worden, "und dabei mussten gewisse Abstandsflächen eingehalten werden zur vermeintlichen Umgehungsstraße", erzählt Jani.

Wie bekannt, ist diese "vermeintliche Umgehungsstraße" schon lange geschichte. Nach jahrelangem Kampf hat sich nun die Trasse weiter westlich durchgesetzt. 3,7 Kilometer wird sie lang sein und dann 7,6 Millionen Euro gekostet haben, wenn sie Ende 2011 fertig gestellt sein wird. Interessant:

Bei der Vorstellung der verschiedenen möglichen Trassierungsvarianten, hatte das planende Straßenbauamt in Rosenheim auch die kürzeste Variante zu berücksichtigen, die von der Streckenführung der Planung von 1936 sehr nahe gekommen ist. Durch die inzwischen erfolgte Wohnbebauung in Richtung Westen war diese Alternative jedoch gleich auszuschließen. je

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