Reibungslose Verschiebung

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Beim Ortstermin am Samstag: Thomas Förg vom Straßenbauamt erklärt Bürgermeister Erwin Baumgartner und Bauamtsdirektor Manfred Dreier (von links) den Zeitablauf.

Neumarkt-St. Veit - Es ist vollbracht: Auch das letzte Brückenbauwerk entlang der Umgehungsstraße hat seinen angestammten Platz erhalten.

Über eine Distanz von 18 Metern musste das 2500 Tonnen schwere Bauwerk bewegt werden. Von Freitagabend bis gestern um Mitternacht wurde nonstop am Bahndamm in Furth gearbeitet, damit pünktlich in der Nacht auf Montag wieder die ersten Züge ihre Fahrt auf der Bahnstrecke Neumarkt-St. Veit - Mühldorf aufnehmen konnten.

Bauarbeiten abgeschlossen

"So ein Projekt funktioniert nur, wenn alle Hand in Hand arbeiten. In diesem Fall ist das gelungen", zeigte sich Thomas Förg vom zuständigen Straßenbauamt in Landshut entsprechend zufrieden über den nahezu reibungslosen Ablauf der Maßnahme. Reibungslos im übertragenen Sinne, weil modernste Technologien angewandt wurden, um das 2500 Tonnen schwere Bauwerk binnen drei Stunden in der Nacht auf Samstag in die Bahnlinie zu schieben. Auf eingefetteten Gleitlagern wurde die Überführung mit Hilfe einer hydraulischen Presse in Position gebracht. "Der Reibungswiderstand betrug nur 2,5 Prozent", erläutert Förg, eine Verschubkraft von 50 Tonnen war dafür notwendig.

Bahnbrücke​neinschieb​ung in Neumarkt St. Veit

Bis es allerdings so weit war mussten seit Freitagabend die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. "25 Leute arbeiteten nonstop während dieser Sperrpause der Bahn", verrät dazu Oberbauleiter Eduard Fliegerbauer von der Firma Berger. Ein Zahnrad musste ins andere greifen, als es galt die Gleise an den beiden Behelfsbrücken zu trennen und den Bahnoberbau zurückzubauen. Anschließend wurden die beiden Hilfsbrücken abmontiert, um dann den Mittelpfeiler abzutragen. Mit dreistündiger Verzögerung vollzogen die Arbeiter vor Ort dann bei Morgengrauen den Verschub der Brücke, die in den vergangenen vier Monaten parallel zur Bahnlinie erstellt worden war. Sofort danach begann die Hinterfüllung des Bauwerks - eine besondere Herausforderung, da die Brücke schräg zur Bahnlinie eingepasst wurde. Aus zementverbessertem Material bestehen die Keile, die die Brücke mit der Bahnstrecke verbinden, um Setzungen zu vermeiden.

"Die größte Arbeitszeit", so Thomas Förg am Samstag, "nimmt jetzt die Verfüllungen in Anspruch. Denn der Kies muss alle 30 Zentimeter verdichtet werden, um so maximale Stabilität zu gewährleisten". Insgesamt 1800 Kubikmeter Kies mussten die Lastwagen heranschaffen, das entspricht in etwa 180 Lastwagenfuhren. Die letzten Arbeiten bestanden darin, den Bahnoberbau wieder herzustellen, das Schweißen der Schienen, das Verdichten des Gleisschotters und die Ausrichtung der endgültigen Gleislage.

Aufatmen konnte schließlich auch Manfred Dreier, Baudirektor im Straßenbauamt in Landshut. Besonders die letzten Wochen seien sehr hektisch gewesen: "Eine Zitterpartie. Zeitweise wurde mit zwei Mannschaften gearbeitet, um den Termin der Sperrpause auch wirklich zu realisieren." Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte sich der Weiterbau vermutlich um Monate verzögert, da Sperrpausen seitens der Bahn nicht ohne Weiteres zu erhalten seien, so Dreier weiter.

Die Arbeiten am Brückenbauwerk begannen im März 2012. Zur Herstellung der Bohrpfähle für die Tiefgründung und für das Einheben von zwei Hilfsbrücken benötigte man bereits am Osterwochenende eine Sperrpause des Bahnbetriebes von vier Tagen. Anschließend wurde das Brückenbauwerk neben der späteren Lage hergestellt. Im Schutze der Hilfsbrücken erfolgte die Betonierung des Fundaments und der Verschubbahnen für die Brücke. Über die Hilfsbrücken konnten die Züge dabei zuletzt nur mit verminderter Geschwindigkeit fahren.

Im Anschluss an den Verschub der Brücke in ihre spätere Endlage müssen jetzt noch Stützwände errichtet werden und die Lücke im Straßenbau, dem jetzigen Brückenbaufeld, geschlossen werden. "Nach den noch ausstehenden Arbeiten kann die Ortsumgehung voraussichtlich noch im Jahr 2012 dem Verkehr übergeben werden, zeigt sich Bauamtsdirektor Dreier zuversichtlich.

je/Neumarkter Anzeiger

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