"Je suis Resi"

Facebook-Gruppe kämpft für den Tragerwirt

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Über 500 Facebook-Nutzer unterstützen inzwischen die Gruppe "Neumarkt isst Tragerwirt"

Neumarkt-St. Veit - Dem Tragerwirt droht das Aus, einige Neumarkter wollen das aber nicht kampflos hinnehmen. Eine Facebook-Gruppe hat schon jetzt über 500 Unterstützer.

Der Tragerwirt ist bald Geschichte, der Eigentümer des Gebäudes möchte ein Geschäftshaus daraus machen. Beileibe nicht nur bei der "Tragerwirtin" Resi Trager sorgen diese Pläne für Unverständnis. Viele Neumarkt-St. Veiter bedauern, dass das Wirtshaussterben weiter voranschreitet.

Facebook-Gruppe: "Je suis Resi"

Auf Facebook haben Sympathisanten des Tragerwirts deshalb die Gruppe "Neumarkt isst Tragerwirt" ins Leben gerufen. "Diese Seite wurde gegründet um die Erhaltung des Neumarkter Traditionswirtshauses zum Tragerwirt zu unterstützen", heißt es in einer Erklärung der Gründer der Gruppe. "Andere Dörfer werden Wirt und holen sich mit vereinten Kräften das örtliche Wirtshaus zurück ins Dorf. Wir sorgen mit vereinten Kräften dafür, dass es erst gar nicht dazu kommt!" Gemeinsam wolle man die Wirtshauskultur am Ort erhalten. "Was wäre Neumarkt ohne Tragerwirt und seinem Reserl. Es ist, als würde man der Stadt das Herz entreißen. Also macht mit!"

Sogar ein Logo hat sich die Gruppe inzwischen gegeben. Auf schwarzem Grund steht in Anlehnung an die weltweiten Solidaritätsbekundungen für die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" der Slogan "Je suis Resi", verziert mit zwei Kochlöffeln sowie Messer und Gabel. Ob der Brückenschlag zu den Anschlägen von Paris glücklich gewählt war, ist indes fraglich. Vereinzelt gab es bereits Facebook-Kommentare, die das Logo kritisierten. Die Unterstützung für den Tragerwirt ist jedoch groß. Die Facebook-Gruppe hat mittlerweile weit 576 Unterstützer (Stand Freitagnachmittag).

Ausschuss stimmt Umbau zu

Nichtsdestotrotz schreiten die Pläne für den Umbau des Tragerwirts weiter voran. Der Bau- und Umweltausschuss der Stadt gab dem Umbau einstimmig grünes Licht. Die Stadträte hatten allerdings keinerlei Handlungsspielraum. Wie Bürgermeister Erwin Baumgartner zu Beginn der Sitzung erläuterte, müsse lediglich sichergestellt sein, dass die wegemäßige Erschließung und die Erschließung mit Wasser und Kanal gewährleistet sei - beides sei der Fall.

Baumgartner sagte, dass es ärgerlich sei, dass mit dem Umbau und der Sanierung ein Traditionswirtshaus wegkomme. Auf der anderen Seite aber müsse man froh sein, wenn es Investoren gibt, die Geld in die Hand nehmen, um alte Gebäude zu restaurieren und einer weiteren Nutzung zuzuführen. Ähnlich hin- und hergerissen argumentierte Stadtrat Ludwig Spirkl (SPD): "Wir gewinnen zwar ein restauriertes Gebäude, aber müssen dafür den Verlust einer jahrzehntelangen Einrichtung hinnehmen."

Einen ausführlichen Bericht über die emotionale Ausschusssitzung sowie weitere Informationen zum Umbau des Gebäudes finden Sie am Samstag im Mühldorfer Anzeiger.

bla/redis24; je/Mühldorfer Anzeiger

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