Debatte im Stadtrat

Siedlung für Privilegierte in Neumarkt-St. Veit?

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Neumarkt-St. Veit - Die Stadträte debattierten am Donnerstag über die Ausrichtung der künftigen Siedlung "Am Galgenberg". Die SPD möchte keine "Privilegiertensiedlung".

Im Neumarkt-St. Veiter Stadtrat gab es in der Debatte über die Ausrichtung der Siedlung, die im Bebauungsgebiet "Am Galgenberg" entstehen soll, erst einmal fragende Gesichter. Der Antrag der SPD-Fraktion, der die Debatte angestoßen hatte, war vielen Stadträten nicht präzise genug formuliert. "Bei der Planung des Neubaugebiets am Galgenberg ist eine angemessene Anzahl von Bauplätzen für Mehrfamilienhäuser auszuweisen", hieß es in dem Antrag. Doch was ist angemessen und wie groß sollten die Mehrfamilienhäuser ausfallen?

Das Bebauungsgebiet "Am Galgenberg" in Neumarkt-St. Veit (zum Vergrößern Bild anklicken)

Die SPD-Stadträte wollten sich auch am Donnerstagabend auf keine genaue Vorgabe festlegen. Einen bestimmten Prozentsatz für den Anteil der Mehrfamilienhäuser festzulegen wäre nicht zielführend, sagte Stadtrat Ulrich Geltinger. Vielmehr solle es der Bauausschuss "im Hinterkopf behalten", Flächen für Mehrfamilienhäuser einzuplanen. Zur Größe der Häuser stellte Geltingers Fraktionskollege Ludwig Spirkl aber klar: "Es geht in keinster Weise darum, irgendwo einen Tower hinzustellen." Besonders dieser Punkt war auch Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) wichtig, der erklärte, seine Obergrenze wäre ein Doppelhaus mit vier Wohneinheiten.

Entwerten Mehrfamilienhäuser die Siedlung?

Doch auch, wenn in der Frage der Größe möglicher Mehrfamilienhäuser relative Einigkeit herrschte, waren sich die Stadträte nicht einig, ob solche Bauten in der künftigen Siedlung überhaupt sinnvoll wären. Spirkl sagte, man erlebe immer wieder, dass Investoren da seien, die Mehrfamilienhäuser bauen möchten, aber keine Fläche dafür da sei. Das Bebauungsgebiet "Am Galgenberg" wäre nach Ansicht des SPD-Stadtrats eine passende Gelegenheit, Flächen für Mehrfamilienhäuser bereitzustellen. Die Alternative dazu erscheint Spirkl wenig sinnvoll: "In einer gewachsenen Siedlung einen Komplex hinzustellen, ist immer schwierig."

Viele Stadträte standen dem SPD-Vorstoß in der Debatte skeptisch gegenüber. Michael Kulhanek (CSU) mutmaßte, Mehrfamilienhäuser würden die Flächen "ein Stückerl" entwerten. Der CSU-Stadtrat sagte deshalb, mögliche Mehrfamilienhäuser müssten ja nicht "an den Sahneplätzen" der Siedlung sein. Der zweite Bürgermeister Michael Asbeck (UWG) sagte, ihm persönlich würde der Platz leidtun. Leute, die dort bauen, wollten kein Sechs-Familien-Haus, so Asbeck.

Spirkl: "Ich will keine Privilegiertensiedlung"

Wer die, die dort bauen, eigentlich sind, ist freilich noch offen. Spirkl machte aber schon jetzt deutlich, dass er sich in der Siedlung eine Mischung der Bevölkerung wünscht. "Ich will keine Privilegiertensiedlung haben", sagte Spirkl. Rosina Maria von Roennebeck (CSU) unterstützte die Forderung nach Mehrfamilienhäusern, indem sie betonte, dass es nicht unbedingt darum gehen muss, günstige und zugleich billige Wohnungen zu bauen. "Es muss ja nicht billig sein", so von Roennebeck. Es gebe schöne Mehrfamilienhäuser, und manche Leute wollten das, weil sie keinen Garten möchten, so die CSU-Stadträtin.

Nachdem sich in der Debatte herauskristallisierte, dass keinem im Gremium große Wohnblöcke in der neuen Siedlung vorschweben, herrschte schnell Einigkeit darüber, dass bei den Planungen des Bebauungsgebiets Mehrfamilienhäuser durchaus berücksichtigt werden sollten. Mit nur einer Gegenstimme votierte der Stadtrat dafür, diesen Wunsch dem planenden Ingenieurbüro zu übermitteln. Eine Entscheidung darüber, ob in der neuen Siedlung tatsächlich Mehrfamilienhäuser errichte werden sollen, ist damit aber noch nicht gefallen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa (Symbolbild)

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