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Neue Betrugsmasche?

Vermeintlicher Geldsegen aus dem Briefkasten: Warnung vor Datenklau über Postkarte

Die Handschrift beim Adressanten soll Vertrauen erwecken, dennoch stammt auch dieses Schriftbild aus dem Computer. Wer keinen Gewinn erwartet, sollte immer skeptisch sein, empfiehlt die Polizei.
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Die Handschrift beim Adressanten soll Vertrauen erwecken, dennoch stammt auch dieses Schriftbild aus dem Computer. Wer keinen Gewinn erwartet, sollte immer skeptisch sein, empfiehlt die Polizei.

Neumarkter Bürger melden Lockangebot über großzügige 10-Jahres-Rente – Polizei rät: „In den Papierkorb damit!“

von Jürgen Engelhardt und Karlheinz Jaensch

Neumarkt-St. Veit – Eine 10-Jahres-Rente im Wert von 120.000 Euro verspricht eine Postwurfsendung, die aktuell in den Briefkästen vor allem im nördlichen Landkreis, in diesem Falll konkret von Neumarkter Bürgern landet. „Privilegiert“ sei man bezüglich der Gewinnchance-Nummer. Kosten? Keine. Vorsicht ist geboten.

Handschrift gaukelt Vertrauen vor

Durchaus möglich, dass mehrere Rentner in der Region diese anscheinend handgeschriebene Postkarte erhalten haben. Nach Recherchen der OVB-Heimatzeitungen handelt es sich aber höchstwahrscheinlich nicht um ein Gewinnspiel. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, wo diese Karten schon vor geraumer Zeit versandt worden sind, schreibt dazu: „Zahlreiche Verbraucher aus Rostock erhielten fliederfarbene Postkarten, die als „wichtiges Dokument und „vertrauliche Zustellung“ gekennzeichnet waren.

Keine Anrufe tätigen, auch wenn die Nummer als “kostenlos“ gekennzeichnet sein sollte

Diese Karten stammen laut Verbraucherzentrale von der Firma HCC GmbH, Flughafenstraße 52A, 22335 Hamburg. Bei der „wichtigen Mitteilung“ handelt es sich um eine 10-Jahres-Rente. Um diese zu bekommen, soll man umgehend mit seiner persönlichen Referenznummer eine Gratis-0800-Hotline beziehungsweise eine kostengünstige 040-Telefonnummer anrufen.

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Auch wenn die Karte auf den ersten Blick per Handschrift ausgefüllt wirkt, erkennt man beim genaueren Hinsehen die maschinelle Bearbeitung. Die „persönliche Referenz-Nummer“ gilt als Gewinncode, doch Gewinnchancen und Überwachung des Ablaufs der Ziehung sind ungeklärt.

Polizei rät: Stets skeptisch bleiben

Und während die Telefonnummer klar und deutlich lesbar ist, sind die wichtigen Teilnahmebedingungen umso kleiner geschrieben. Im schwer lesbaren Textblock wird dann auch kurz die eigentliche Absicht des Veranstalters erläutert: „Im Anschluss an die Registrierung erhalten Sie auf Wunsch exklusive Informationen zu attraktiven entgeltlichen Offerten der GKL.“

Polizei spricht von konservativer Masche

„Auf alle Fälle wegwerfen“, rät Martin Emig, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Auf Anfrage berichtet Emig, dass bislang keine Anzeigen über solche Postwurfsendungen in Bereich der Dienststelle gestellt worden seien. Er bezeichnet diese Vorgehensweise als eine „konservative Masche“, um mit Bürgern Kontakt aufzunehmen.

Wenn er von konservativ spricht,meint er damit die Kontaktaufnahme über den postalischen Weg. „Da versucht es wohl jemand mit einer Methode gemäß dem Motto: Zurück zu den Wurzeln!“

Angebliche Paketlieferungen: Digitale Betrugsmaschen auf dem Vormarsch

Aktuell seien es eher die digitalen Betrugsmaschen, angebliche Paketankündigungen über den Kurznachrichtendienst von Mobiltelefonen (SMS), sogenanntes „Smishing“, die in den vergangenen Wochen aufgeschlagen seien. Löschen statt Tippen, lautet die Empfehlung der Verbraucherzentralen. Und auch Emig warnt: „Wer solche Nachrichten anklickt, installiert im schlechtesten Fall Schadsoftware, die sich über die Kontakte auf dem Smartphone rasch weiterverbreiten kann. Das funktioniert dann wie ein Schneeballsystem!“

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Emig spricht aus Erfahrung, wenn er hinter den Verfassern der in Neumarkt aufgetauchten Wurfsendungen „findige Geschäftsleute“ vermutet, die die Corona-Pandemie nutzen, um Kontakt mit Leuten aufzunehmen, die aktuell nicht mobil sind und daheim sitzen würden. „Das geht in Richtung Datenklau. Ob das strafrechtlich bereits relevant ist, ist fraglich“, meint Emig.

Wenn kein Gewinn erwartet wird: Immer skeptisch bleiben!

Allgemein empfiehlt der Polizeisprecher: „Wenn Sie keinen Gewinn erwarten, sollten Sie immer skeptisch sein!“ Selbst wenn das vermeintlich handgeschrieben wirkende Schriftbild vertrauenswürdig erscheint, sollte man Anrufe unterlassen. Besser wäre es in einem solchen Fall, nur eine Nummer zu wählen – die der Polizei.

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