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Was brauchen die Feuerwehren?

Neumarkts Feuerwehr-Bedarfsplan in der Diskussion: „Es geht nicht nur um die Kosten“

24 Jahre lang war Michael Asbeck Stadtrat und Feuerwehrreferent.Das Gebaren von Kreisbrandrat Harry Lechertshuber bei der Feuerwehrversammlung kritisiert Asbeck als „alles andere als positiv für unsere Stadt“.
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24 Jahre lang war Michael Asbeck Stadtrat und Feuerwehrreferent.Das Gebaren von Kreisbrandrat Harry Lechertshuber bei der Feuerwehrversammlung kritisiert Asbeck als „alles andere als positiv für unsere Stadt“.

Wohnqualität in Frage gestellt: Neumarkts langjähriger Feuerwehrreferent Michael Asbeck äußert sich betroffen zu Lechertshuber-Aussagen.

Neumarkt-St. Veit – Fast ein Vierteljahrhundert lang war Michael Asbeck nicht nur Sprachrohr seiner Hörberinger. Ebenso lange bekleidete der Kommunalpolitiker, der zuletzt auch zweiter Bürgermeister war, das Amt des Neumarkter Feuerwehrreferenten. Umsichtig. Kompetent. Und immer mit einem Auge auf seine Floriansjünger. „Der Bericht in der Wochenendausgabe hat mich als langjährigen Feuerwehrreferenten schon sehr verwundert. Ja, ich bin sehr betroffen von so einer Aussage“, meldet sich Asbeck nun zu Wort, nimmt Bezug auf die Kommentare des Mühldorfer Kreisbrandrates Harry Lechertshuber, der sogar die Wohnqualität in Neumarkt-St. Veit in Frage gestellt hat, wenn der Bedarfsplan nicht erfüllt werde.

Kein Verständnis für die harte Wortwahl

„Ob vor dieser Zeit oder in der Zeit und auch danach: Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass unsere sieben Feuerwehren immer das bekommen haben, was sinnvoll und notwendig war“, betont Asbeck. Egal, ob es um Fahrzeuge oder um Gerätschaften ging – der Bürgermeister habe mit den Stadträten immer hinter den Feuerwehren gestanden, „um alles für die Sicherheit unserer Bürger zu tun“.

Asbeck verweist auf den Feuerwehr-Bedarfsplan, der wegen Corona erst jetzt in der April-Sitzung dem Stadtrat, Kreisbrandrat und den Kommandanten vorgestellt werden konnte. Bei der Sitzung Ende Mai sollten sich die Kommandanten dazu äußern, weiß Asbeck, und eine Stellungnahme abgeben. „Da dies Ganze aber sehr komplex ist, wurde um eine Fristverlängerung auf Ende September gebeten. Asbeck hält das für verständlich, um alles vernünftig abzuarbeiten. „Umso weniger verstehe ich da die Aussage von Kreisbrandrat Lechertshuber. Eine Aussage mit tiefer Wirkung und alles andere als positiv für unsere Stadt, aber auch für unsere rührigen Bauwerber“, so Asbeck. Stattdessen hätte man vorher einiges abklären sollen. „Es geht nicht nur um die Kosten, sondern auch um das Personal, die Einsatzbereitschaft und wo der Standort für so ein Fahrzeug geplant ist.“

Bedarfsplan ist nicht 1:1 umsetzbar

Mit dem Fahrzeug meint Asbeck die Drehleiter. Er betont, dass er kein Gegner eines Fahrzeuges mit Drehleiter ist. „Wenn es der Bedarfsplan so vorsieht, wird sich auch die Stadt nicht verschließen. Bis dahin müssen wir halt wie bisher die Nachbarswehren im Bedarfsfall alarmieren, die in einem Radius von circa 15 Kilometer sind.“

Asbeck nennt Beispiel aus der Praxis

Zum Thema Nachalarmierung ergänzt Asbeck: Vor einiger Zeit habe das vorhandene Mehrzweckfahrzeug der Hörberinger Feuerwehr wegen größerer Schäden keinen TÜV mehr. „Dabei ist dieses Fahrzeug als Ergänzung zum LF 20 sehr wichtig.“ So sei nach Rücksprache bei der Stadt ein Antrag auf Neubeschaffung gestellt worden. Bürgermeister und Stadtrat hätten diesen abgesegnet. Um den Zuschuss der Regierung abzugreifen, wäre aber die Zustimmung Lechertshubers nötig gewesen. „Dieser hat unseren Antrag abgelehnt. Dieses Fahrzeug sei nicht wichtig, man könne im Bedarfsfall nachalarmieren“, bedauert Asbeck.

Stadt und Dorf sprangen bei Zuschuss ein

Die Stadt allerdings sowie die Verantwortlichen der Feuerwehr hätten dieses Fahrzeug dann ohne Zuschuss der Regierung gekauft, so Asbeck. Die fehlenden circa 10.000 Euro habe schließlich die Hörberinger Wehr übernommen mit Unterstützung der Stadt und der Hörberinger Bürger. „Damit wurde ein sehr großer Beitrag für die Sicherheit geleistet, was sich immer wieder zeigt. Und auch die Hörberinger waren dafür dankbar.“

Lechertshuber distanziert sich von negativer Darstellung

Nachgefragt bei Kreisbrandrat Harry Lechertshuber distanziert sich dieser von der Darstellung, dass zu wenig für die Sicherheit getan werde, und er, wie berichtet, deshalb Verständnis für einen Wegzug hätte. „Das habe ich so nicht gesagt“, betont der Kreisbrandrat. Er habe vielmehr darauf hingewiesen, dass die Feuerwehren derzeit nicht gut aufgestellt seien. Der Bedarfsplan sei ein Instrument, Mängel zu beseitigen, was allerdings mit hohen Kosten verbunden sei. Es müsse jedem klar sein, dass der Bedarfsplan nicht 1:1 umgesetzt und nicht alle Wünsche erfüllt werden können, betont Lechertshuber, „weil das einfach nicht zu finanzieren ist“.

„Hat nichts mit Bösartigkeit zu tun!“

Es habe auch nichts mit Bösartigkeit zu tun, wenn einer Feuerwehr der Zuschuss für ein Fahrzeug verweigert würde. Im Falle des Hörberinger Fahrzeuges sei es so gewesen, dass nach der Anschaffung eines gebrauchten Klein-Lkw der Bedarf gedeckt gewesen sei. „Weil dieser Mini-Lkw das gleiche kann wie ein Mannschaftsfahrzeug.“

Zuschussverweigerung ist eine „belegbare Entscheidung“

Die Bezuschussung sei zusammen mit der Regierung überprüft und daraufhin abgelehnt worden. „Eine belegbare Entscheidung“, fügt Kreisbrandrat Lechertshuber hinzu.

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