Pächterpaar Hattenkofer hört wegen Corona schon früher auf

Nach 13 Jahren ist Schluss: Heute schließt das Hotel Post

Das Hotel zur Post in Neumarkt-St. Veit schließt seine Pforten
+
Hier kocht der Chef: Sepp Hattenkofer in seinem Reich, in der Küche der Post in Neumarkt-St. Veit

Neumarkt-St. Veit - Nach 13 Jahren ist für das Pächterpaar Hattenkofer nun Schluss. Ein Nachfolger ist bereits gefunden.

„Zimmerservice -und überhaupt Hotelbetrieb ist mit Mundschutz einfach nicht meine Sache.“, stellt Rosa Hattenkofer sachlich fest. Die gelernte Hauswirtschafterin führt seit März 2007 mit ihrem Gatten Sepp das Hotel Post am Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz. „Was ist denn das für eine Freundlichkeit – mit Maske!?“, fügt sie hinzu, und Gatte Sepp stimmt ihr kopfnickend zu. 


Vor dreizehneinhalb Jahren übernahmen die Wirtsleute dieses alteingesessene Hotel in Neumarkt-St. Veits Stadtplatz. Zuvor hatten sie bei Landshut lange eine Gaststätte geführt und auch in der neuen Arbeitsstelle fühlten sie sich bald heimisch. „Die Post“, wie die die Neumarkter das Hotel und Restaurant kurz nennen, war damals schon Heimstätte vieler Vereine. Diese Vereine waren froh, dass sie ihr Heim behalten konnten. 

Stammtische „gehörten zum Inventar“ der Post in Neumarkt-St. Veit


Als gutes Speiselokal behielt das Restaurant seinen guten Namen. Sepp Hattenkofer hatte als gelernter Metzger bei einer guten Lehrmeisterin die bayerische Küche ausgiebig gelernt. Im ersten Jahr in der Rottstadt half ihm die gute Seele beim Kochen in der modernen Küche. Nicht nur der Schweinebraten und die Steaks wurden eine Spezialität des Kochs.

Hotel Post im Jahr 1915

Etliche Stammtische „gehörten zum Inventar“ der Post, durch das Schließen einiger Neumarkter Lokale wuchs diese Zahl stetig an. Die vielen teilbaren Gasträume des Lokals eigneten sich besonders für Jahreshauptversammlungen und Veranstaltungen großer und kleinerer Vereine und Parteien, Familien feierten dort gerne Jubiläen und Feste.

Ans Aufhören hatte der Postsepp schon gedacht. „Allmählich habe ich das Rentenalter erreicht. Ohne Corona, hätte ich noch ein halbes Jahr weitergemacht. Vielleicht auch noch ein ganzes Jahr drangehängt. Aber die Vorschriften wegen Corona sind einfach eine unangenehme Belastung.“

Nachfolger übernehmen ab 1. Oktober

Seine Bedienungen tragen den Mundschutz klaglos. Die Post hatte unter seiner Ägide treue und beliebte Stammbedienungen, und wenn Not am Mann war, konnte er auf bis zu 12 Aushilfen zugreifen. Die Beliebtheit des Wirtspaares als Arbeitgeber war immer einwandfrei.

Wie es scheint, fanden Hattenkofers schon einen Nachfolger für ihre Post. Ein Gastwirtspaar, das die bayrisch-schwäbische Küche beherrscht, will am 1. Oktober die Post wieder mit neuem Leben erfüllen.  Für Hattenkofers ist heute Schluss. Sie verabschiedeten sich bei ihren Gästen, dankten ihnen für die Treue und versprachen, immer wieder mal von der Isar an die Rott zurückzukommen.

nz

Kommentare