Nach Schlecker-Aus: Rossmann kommt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
An dieser freien Fläche zwischen Ampfinger Straße und Bahngleis, gegenüber dem neuen Sportheim und den Wohnanlagen der Kreiswohnbau, soll der neue größere Edeka-Markt und die Rossmann-Filiale entstehen.

Neumarkt-St. Veit - Der Edeka-Markt will von der Bahnhofstraße in die Ampfinger Straße umziehen. Zudem soll nach der Schließung der Schlecker-Filiale ein neuer Drogeriemarkt kommen.

In nichtöffentlicher Sitzung beschäftigte sich der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Neumarkt-St. Veit mit den Umsiedlungsplänen des Edeka-Marktes von der Bahnhof- in die Ampfinger Straße. Wie dazu Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner mitteilt sei Edeka mit einem Antrag an die Stadt herangetreten, um sich neu in Neumarkt-St. Veit zu positionieren. Der bestehende Edeka-Markt an der Bahnhofstraße mit zirka 800 Quadratmeter Verkaufsfläche entspreche nicht mehr den Bedürfnissen eines modernen und zeitgemäßen Verkaufsmarktes. Die sehr beengten Räumlichkeiten können das Warenangebot eines Vollsortimenters nicht mehr aufnehmen, heißt es in der Begründung des Antragstellers.

Das neue Gebäude, das an der Ampfinger Straße gegenüber dem neuen Fußballersportheim entstehen soll, würde sich nach Angaben Baumgartners mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern deutlich vergrößern.

Der Bau- und Umweltausschuss hat sich, wie Baumgartner weiter mitteilt, mit dem Thema bereits im letzten Jahr befasst. "Wir haben schon mehrfach Anfragen wegen der Bebaubarkeit dieses Grundstückes erhalten. Dies haben wir aber bisher immer mit Rücksicht auf den Stadtplatz abgewiesen. Wir wollten keine Konkurrenz zum Schlecker-Markt und auch keine große Neuzulassung eines Supermarktes."

Zwischenzeitlich aber seien aber Veränderungen eingetreten. "Die Schließung des Schlecker-Marktes am Stadtplatz hat einen großen Verlust der Attraktivität des Stadtplatzes, aber auch der gesamten Einkaufsstadt Neumarkt-St. Veit ergeben", findet Baumgartner. Alle Bemühungen einen Ersatzmarkt zu finden, seien trotz großer Anstrengungen der Stadt zusammen mit dem Gebäudeeigentümer erfolglos geblieben. "Es hat sich gezeigt, dass das Gebäude für einen renommierten Drogeriemarkt einfach zu klein und auch das Einzugsgebiet zu gering ist", erklärt Baumgartner.

Die Folge: Nach der Schließung des Schleckermarktes seien nun viele Kunden gezwungen, in andere Städte fahren, wo sich nach Ansicht Baumgartners auch andere Einkäufe tätigen, "die sie ansonsten in Neumarkt-St. Veit gemacht hätten - eine unbefriedigende Situation für die ganze Geschäftswelt in unserer Stadt."

Doch eine Lösung zeichnet sich ab: Bei den Vorbesprechungen mit der Firma Edeka und dem Investor sei der Mangel an einem Drogeriemarkt eingebracht worden. Die Vertreter der Investfirma haben darauf mitteilen lassen, dass bei einem Neubau eines Edeka-Marktes an der Ampfinger Straße auch ein Drogeriemarkt der Firma Rossmann mit zirka 650 Quadratmetern Verkaufsfläche kommen wird. Baumgartner spricht von einem Glücksfall, "da die Firma Rossmann in Städten unserer Größe nicht mehr investiert".

Dass sich die Ansiedlung eines Drogeriemarktes außerhalb des Stadtplatzes negativ auf die etablierten Geschäfte in Neumarkts "guter Stube" auswirken könnte, glaubt Neumarkts Bürgermeister indes nicht. Bisher seien ihm keine Beschwerden darüber bekannt, dass die Eröffnung der Umgehungsstraße weniger Verkehrsfrequenz und damit weniger Umsatz am Stadtplatz gebracht habe. "Wenn man den Stadtplatz am Freitag und Samstag betrachtet, sieht man keinerlei Veränderungen - es ist immer noch alles voll geparkt."

Er glaubt auch nicht, dass der weggefallene Durchgangsverkehr den befürchtet großen Umsatzverlust gebracht hat. Ganz im Gegenteil. Baumgartner ist davon überzeugt, "dass die Neumarkter Bürgerinnen und Bürger wieder lieber in den Stadtplatz zum Einkaufen fahren, da weniger Durchgangsverkehr vorhanden ist."

Die Erweiterung des Edeka-Marktes und der Neubau eines Drogeriemarktes werden seiner Ansicht nach den Stadtplatz also nicht schwächen. "Die Kaufkraft wird durch das neue und größere Angebot am Ort gehalten. Wer wegen bestimmter Artikel nicht mehr wegfahren muss, erledigt seine anderen Einkäufe auch hier." Die Attraktivität als Einkaufsstadt müsse, so Baumgartner, mit der immer mehr steigenden Mobilität und Bereitschaft zu weiteren Fahrten mithalten "und damit die Kunden am Ort binden."

Schon am heutigen Mittwoch gibt es nach Angaben Baumgartners einen Ortstermin mit der Regierung von Oberbayern, die das Projekt noch absegnen muss. "Wir dürfen keine positiven Planungen auf den Weg bringen, die unser Zentrum schädigt - ansonsten werden wir Schwierigkeiten mit den Zuwendungen der Städtebauförderung bekommen", informiert Baumgartner dazu. Sollte dieses Votum positiv ausfallen, kann der Stadtrat am morgigen Donnerstag die Aufstellungsbeschlüsse für die notwendige Bauleitplanung geben. Es kann aber auch sein, dass die Regierung vor ihrer Entscheidung noch eine Fortschreibung unseres Einzelhandelsgutachtens fordert, schränkt der Bürgermeister ein.

je/Neumarkter Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Neumarkt-Sankt Veit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser