Nach Holocaust-Überlebendem *Mit Voting*

Straße im Baugebiet "An der Gutenbergstraße" wird "Tibor-Dembik-Ring"

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Tibor Dembik bei einer Filmvorstellung über das KZ-Außenlager Mettenheim im Jahr 1987.
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Neumarkt-Sankt Veit - Tibor Dembik überlebte den Holocaust und engagierte sich nach dem Krieg ehrenamtlich in der Gemeinde. Am Donnerstag entschied der Stadtrat einstimmig, eine Straße nach ihm zu benennen. 

Die durch die Erschließung des Baugebietes "An der Gutenbergstraße" neu errichtete Ortsstraße stand zur Benennung an. Sie einfach als Weiterführung der Gutenbergstraße zu benennen, empfahl der Stadtrat nicht. Er folgte mit seinem Beschluss einer Empfehlung des Bauausschusses.

Tibor Dembik war ein KZ-Häftling, der vom Birkenauer Vernichtungslager bei Ausschwitz im September 1944 nach Mettenheim ins Lager gebracht wurde. Nach dem Krieg baute er in Neumarkt- St. Veit eine Strickwarenfabrik auf. 1986 wurde er für die Ausstellung zur KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart als Zeitzeuge interviewt. "Ja, ich bin dann in Mühldorf geblieben, ich hab' auch die Leute angesprochen über diese Sache, viele haben gesagt: 'Also wir haben nie gewusst, dass da ein Konzentrationslager war, wir haben nur gedacht, ,das ist ein Gefangenenlager, aber nicht dass da Leute kaputtgegangen sind wegen schwerer Arbeit und Typhus'", berichtete er. "Das haben die nicht gewusst. Ob die gewusst haben oder nicht, das kann ich nicht bestätigen, aber die meisten haben gesagt, sie haben nicht gewusst." Weiter berichtete er damals: "Ich lebe jetzt schon über 40 Jahre da, und leider sind heute noch Elemente da, die sagen: 'Schade, dass nicht alle vernichtet worden sind.'"

Dembik war ein Mitglied im Stadtrat und in zahlreichen Vereinen aktiv, daher solle dieser Name gewürdigt werden und als Straßenname festgehalten werden, so die Stadtverwaltung

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Bereits vor acht Jahren Namensvorschlag

Dembik war bereits 2011 als Namensgeber für eine Straße im Gespräch. Damals ging es um eine Erweiterung des Gewerbegebiets an der Landshuter Straße. Damals konnten sich auch Neumarkt-Sankt Veiter Bürger an der Namensgebung beteiligen. Damals waren auch eine Vielzahl an weiteren Namensvorschlägen in der Diskussion und die Wahl fiel schließlich auf einen ehemaligen Redakteur des Neumarkter Anzeigers, Hermann Döring.

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